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Rettung in der Not

Brust ausstreichen: 5 Momente, in denen diese Methode Gold wert ist!

Verhärtete, schmerzende Brüste und ein ganz dringender Wunsch: Bitte, Baby, trink ein bisschen Milch! Da dieser Wunsch nicht immer direkt erfüllt wird, gibt es einen tollen Trick: Du kann die Brust ausstreichen! Wie das funktioniert und in welchen Situationen diese großartige Methode noch zum Einsatz kommen kann, verraten wir dir hier.

Stillen ist super, keine Frage. Doch machen wir uns nichts vor: Es kann auch super anstrengend und vor allem anfangs sehr nervenaufreibend sein. Der Milcheinschuss lässt auf sich warten oder kommt mit solcher Wucht, dass eine Stilleinlage allein Sekunden später schon völlig durchtränkt ist. Das Baby will nicht an die Brust oder so oft, dass man gefühlt nichts anderes macht. Und wenn man sich gerade mal keine Sorgen um die kleine Maus macht, schmerzen die Brüste, wie man es nie für möglich gehalten hätte.

Ein paar Tricks auf Lager zu haben, kann da so manche Situation unheimlich erleichtern. Dazu gehört definitiv das Wissen darum, wie man eine Brust ausstreichen kann. Hier kommen fünf Momente, in denen diese Methode zum Einsatz kommen kann.

1. Brust ausstreichen bei einem (drohenden) Milchstau

Normalerweise pendelt sich die Milchproduktion in deinen Brüsten recht schnell auf das Angebot-Nachfrage-Prinzip ein. Je häufiger du dein Baby anlegst und es nach Bedarf stillst, desto mehr Milch wird produziert. Die Brüste halten dann irgendwann zu gewissen Zeiten, auf die du dich mit deinem Baby beim Stillen einpendelst, eine entsprechende Menge Milch bereit.

Doch gerade am Anfang, wenn Mama und Baby noch nicht so gut eingespielt sind oder wenn aus unterschiedlichen Gründen der Rhythmus nicht mehr besteht, kann es zu einem Milchstau kommen. Da dieser zu einer Mastitis führen kann, solltest du probieren, ob du die betroffene Brust ausstreichen kannst. Im Idealfall fängst du die Milch auf und kannst sie deinem Baby dann später füttern.

2. Vor dem Stillen: Brust ausstreichen zur Auslösung des Milchspendereflexes

Manche Babys sind anfangs ein bisschen zu schwach, um ausreichend lange an der Brust zu trinken. Sie werden schnell müde und schlafen beim Stillen nach sehr kurzer Zeit ein. Oft wurde dann der Milchspendereflex noch nicht ausgelöst, das Baby bekommt nicht genug zu trinken.

In diesen Fällen ist es sinnvoll, die Brust vor dem Stillen auszustreichen. Nicht vollständig natürlich, sondern nur so viel, dass die Milch zu laufen beginnt. So wird der Milchspende-Reflex angeregt, das Kleine kommt schneller an die Milch. Wenn du abpumpen möchtest, macht das Ausstreichen aus gleichem Grund auch Sinn. Denn auch beim Abpumpen musst du auf das Einsetzen des Milchspende-Reflexes warten.

Julia Windhövel

Brust ausstreichen: So kannst du deine Brüste mit der Hand entleeren

Meilenweit entfernt von der nächsten Einkaufsmöglichkeit und mitten in der Nacht: War ich froh, dass mir meine Hebamme gezeigt hatte, wie man die Brust ausstreichen kann, wenn ein Milchstau droht. Eine Milchpumpe hätte ich so schnell nämlich nicht organisieren können. Und so geht's:

Als erstes musst du den Milchspendereflex auslösen. Wasche dir gründlich die Hände und massiere die Brust. Stütze sie dafür mit einer Hand von unten, mit den Fingerspitzen der anderen führst du sanft-kreisende Bewegungen rund um die Brustwarze herum aus.

Ist die Brust massiert und vielleicht sogar schon ein bisschen Milch zu sehen, kannst du mit der Entleerung beginnen. Platziere dafür den Daumen oberhalb der Brustwarze, Zeige- und Mittelfinger unterhalb der Brustwarze (C-Griff). Durch leichtes, rhythmisches Zudrücken kannst du die Brust dann langsam entleeren.

Wenn du magst, kannst du die Milch in einem Glas auffangen, abdecken und kühl stellen. So ist sie zum späteren Verfüttern bereit.

3. Brust ausstreichen als nützliche Hilfe beim Abstillen

Viele Frauen stillen irgendwann nur noch zur Einschlafbegleitung und nachts. Gerade zu Beginn einer Veränderung im Stillverhalten oder beim bzw. nach dem Abstillprozess ist es unheimlich nützlich zu wissen, wie du die Brust ausstreichen kannst. Gefüllte Brüste und ein Baby, das nicht mehr stillen will oder soll, können nämlich sehr unangenehm werden.

Durch das Ausstreichen der Brust kannst du überschüssige Milch so einfach loswerden. Wer mag, fängt sie auf uns gibt sie seinem Baby einfach bei Bedarf in der Flasche.

4. Bei schmerzenden Brustwarzen: Brust ausstreichen als kurzfristige Alternative

Ein ungeahnt intensiver Schmerz, der manchmal so schlimm ist, dass du dein Baby nicht mehr anlegen möchtest: Wunde oder entzündete Brustwarzen sind die Hölle auf Erden. Wenn du dein Baby trotzdem weiter mit Muttermilch versorgen möchtest, kannst du abpumpen. Oder deine Brust einfach ausstreichen und die gewonnene Milch auffangen.

5. Lebensretter unterwegs: Brust ausstreichen, wenn keine Milchpumpe zur Hand ist

Ob du sie vergessen hast oder gar nicht wusstest, dass du sie brauchst: Ist keine Milchpumpe zur Hand und das Baby will oder soll nicht mehr trinken, muss gehandelt werden. Sonst droht ein Milchstau, der sehr unangenehm werden kann.

Milchpumpen sind, vor allem in anderen Ländern, oft sehr kostspielig. Sogar die kleine Standard-Handpumpe kann da schonmal 50 € oder mehr kosten. Wenn du weißt, wie du die Brust ausstreichen kannst, sparst du nicht nur Geld – sondern auch jede Menge Stress bei der verzweifelten Suche

nach einer passenden Pumpe.

Wie gut kennst du dich beim Thema Stillen aus? Mache unsere Quiz und teste dein Wissen!

Still-Quiz: Was weißt du über Muttermilch, die Quelle des Lebens?

Bildquelle: Getty Images/ Mykola Sosiukin