Beikost-Öl: Muss das sein?

Öl ist unumgänglich, wenn das Baby festere Nahrung zu sich nimmt. Soll es das kostenintensive Beikost-Öl sein oder reicht auch das normale Öl, das man sowieso im Schrank stehen hat?


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Geht es nach den Herstellern dieses auf den Babymagen abgestimmte Öl, sollte man die paar Euro mehr ruhig abdrücken, denn es hat ein "ideales Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren auf und ist extra mild und magenschonend."

Beikost-Öl: Gibt es eine billigere Alternative?


© Getty Images


Viele Eltern, die ihrem Nachwuchs etwas Gutes tun wollen, greifen also zu einem der Beikost-Öle, aber wenn es nach dem Netzwerk Gesund ins Leben, einem Zusammenschluss von Frauen- und Kinderärzten sowie Hebammen, ginge, muss man das gar nicht. "Beikost-Öl im Säuglingsnahrungsregal ist nur Raps- oder Sonnenblumenöl, wie es schon zu Hause im Schrank steht. Es kostet aber locker dreimal so viel wie normales Rapsöl“, betonte deren Vertreterin Britta Klein.

Starke Schadstoffbelastung

Auch Ökotest ist nicht gut auf diese vermeintlichen Sonderöle zu sprechen, die Zeitschrift beurteilte einen Großteil davon als mangelhaft und ungenügend und kam zu einem deprimierenden Schluss: "Alle Öle sind so stark mit Schadstoffen belastet, dass wir sie nur mit "mangelhaft" oder "ungenügend" bewerten konnten. Die untersuchte Charge des Babylove Bio Rapsöl zur Beikostzubereitung von Dm hätte noch nicht einmal verkauft werden dürfen."

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Babybrei braucht auch einen Schuss Öl

Das Baby braucht ungesättigte Fettsäuren, um seine Nahrung besser im Magen verarbeiten zu können. Würde man es beispielsweise nur mit einer pürierten Karotte füttern, ließe sich diese schwer verdauen - und das will man dem kleinen Wurm und sich mit Sicherheit nicht antun.  Auf 100 Gramm selbstgekochter Nahrung - das kann Gemüse oder geriebenes Obst sein - sollte man nach dem Aufwärmen einen Teelöffel Öl geben. Übrigens benötigen die industriell hergestellten Babybreie ebenfalls das zusätzliche Öl. Man schaut hierbei auf den Fettgehalt der Nährwerttabelle, falls er im Fruchtgetreide-Glas unter 5 Gramm oder beim Mittagsmenü unter 8 Gramm liegt, reichert man auch diese Breie mit einem Teelöffel Öl an. Hier eignet sich am besten Rapsöl, denn das Mischverhältnis der Fettsäuren ist besonders gut.

Leinöl für Veganer

Wie sieht es aus bei einer veganen oder fischlosen Ernährung, auch wenn Experten davor warnen? Da bietet sich Leinöl an, denn es hat den höchsten Anteil von wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Das Mischverhältnis ist allerdings ein bisschen schlechter als beim Rapsöl. Leinöl ist zudem teurer und wird schneller ranzig, deshalb sollte man bei der Aufbewahrung aufpassen. Man sollte es kühl und dunkel lagern, weil es sonst schnell verdirbt.

Das trendige Kokosöl eignet sich dagegen überhaupt nicht, auch wenn es - ähnlich wie die Muttermilch - über Laurinsäure verfügt, die leicht verdaulich ist. Es fehlen diesem sogenannten Superfood die Omega-3-Fettsäuren, die die Babys so dringend zur Verdauung ihrer festeren Nahrung brauchen.   
Wenn man ein besseres Gefühl dabei hat, Beikost-Öl zu benutzen, sollte man sich zuvor noch einmal mit dem Test auseinandersetzen. Ansonsten gilt hier: Nicht immer bedeutet ein höherer Preis auch ein besseres Wohl für den Babymagen...






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