Heilwolle – für Babys Po und Mamas Brüste

Dass Wolle wärmt, ist hinlänglich bekannt. Man kann sie aber nicht nur zum Stricken warmer Pullis nehmen. Schafwolle kann noch viel mehr, denn sie hat noch andere, und fast noch bessere Eigenschaften: Sie hilft heilen, und das auf mehrfache Weise.

Auch wenn der Name Heilwolle ein wenig nach unseriösem Heilversprechen klingt: Sie kann es wirklich, das Heilen. Deswegen ist die Bezeichnung Heilwolle auch ein geschützter Begriff. Und es darf nur solche Wolle unter diesem Namen verkauft werden, bei der sowohl die Schafzucht, als auch die Herstellung zertifiziert wurden.

Hilft nicht nur bei Still- und Wundproblemen: Heilwolle

Hilft nicht nur bei Still- und Wundproblemen: Heilwolle


Heilwolle – was genau ist das?

Heilwolle ist ganz normale Schafswolle, nur dass sie naturbelassen ist und noch das Wollwachs enthält. Wollwachs oder Wollfett, auch als Lanolin bezeichnet, ist das Sekret aus den Talgdrüsen von Schafen. Lanolin hast du sicher schon öfter als Inhaltsstoff im Zusammenhang mit Kosmetikartikeln und Pflegeprodukten gelesen. Normalerweise wird für die Weiterverarbeitung der Wolle das Lanolin durch Waschen in heißem Wasser mit Soda entfernt. Heilwolle dagegen wird nur in viel kälterem Wasser gewaschen, so dass das Wollwachs enthalten bleibt, und anschließend zu einem Vlies gekämmt wird, das sich so weich wie Watte anfühlt. Da durch die schonende Reinigung das Wollfett erhalten bleibt, kann die Schurwolle ihre volle Wirkung entfalten.

Heilwolle – was zeichnet sie aus?

Bereits in der Antike kannte man Heilwolle und wusste, dass die Haare von Schafen nicht nur wärmen, sondern dass das enthaltene Wollfett eine sehr stark gesundheitsfördernde Wirkung hat. Nachdem dieses Wissen lange Zeit in Vergessenheit geraten war, entdeckte der deutsche Mediziner und bedeutende Pharmakologe Oskar Liebreich die besonderen Anwendungsmöglichkeiten der Wolle zu Heilzwecken im 19. Jahrhundert dann wieder. Diese besonderen Eigenschaften zeichnen Heilwolle aus, denn sie ist:

  1. hautpflegend
  2. beruhigend
  3. entzündungshemmend
  4. durchblutungsfördernd
  5. extrem feuchtigkeitsaufsaugend

Heilwolle – wo und wie kann sie wirken?

Da Heilwolle auf mehrfache Art gesundheitsfördernd ist, kann sie auch auf verschiedenste Arten eingesetzt werden. Bereits den Allerkleinsten mit ihrer zarten Babyhaut kommt ihre wohltuende Wirkung bestens. Viele Hebammen schwören auf Heilwolle als vielseitig einsetzbares Naturprodukt – für Babys und Mamas.

Die Verwendung von Heilwolle

Bei allen Anwendungen ist wichtig, dass die Wolle direkt mit der Haut in Berührung kommt. Die kleinen Wollhärchen regen die Durchblutung der Haut an, so kann das Lanolin seine ganze Wirkung entfalten. Nur bei offenen Wunden solltest du ein feines Netz darüber legen, damit die kleinen Härchen nicht in der Wunde kleben bleiben können.

1. Wunder Po und Windeldermatitis

Dass dein Baby irgendwann einmal einen wunden oder geröteten Po hat, wird sich gar nicht vermeiden lassen. Dagegen gibt es im Handel Wundcremes, von denen aber nicht alle nur heilsame Inhaltsstoffe haben. Heilwolle ist an dieser Stelle genau das Richtige. Lege nach dem Säubern einfach nur etwas Heilwolle auf die gereizten Stellen, und verschließe die Windel dann wie immer. Die Heilwolle wirkt entzündungshemmend auf den wunden Stellen und absorbiert Feuchtigkeit, ohne die zarte Babyhaut auszutrocknen. Wenn du Heilwolle nimmst, solltest du den Po nicht zusätzlich eincremen. Und vergiss nicht, bei jedem Windelwechsel die gebrauchte Heilwolle zu entsorgen und durch frische zu ersetzen.

2. Wunde Brustwarzen

So wie ein wunder Babypo kein Einzelfall bleiben wird, so musst du auch damit rechnen, möglicherweise wunde Brustwarzen zu bekommen, vor allem in der ersten Stillzeit, wenn deine Brüste die neue Belastung noch nicht gewöhnt sind. Heilwolle hilft hier ebenso gut wie eine Creme. Ein kleines Büschelchen davon in den BH gesteckt, kann die empfindlichen Brustwarzen rasch beruhigen.

3. Ohrenschmerzen

Auch außerhalb der Baby- und Stillzeit kann dir oder deinem Kind Heilwolle manche Linderung verschaffen, zum Beispiel bei Ohrenschmerzen. Kleine Kinder haben ja öfter einmal Ohrenschmerzen – und man weiß dann nicht, was tun. Dann kannst du entweder ein Vlies aus Heilwolle auf das schmerzende Ohr auflegen und mit einem Tuch, Stirnband oder Schal festbinden. Oder ein kleines Knäuel aus Heilwolle zu einer Art Ohrstöpsel drehen und in den Anfang des Gehörganges schieben – aber ganz vorsichtig und nicht zu weit! Nach einigen Stunden Einwirkzeit kannst du es dann wieder entfernen. Gehen die Ohrenschmerzen nicht weg, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

4. Halsschmerzen

Tee, Bonbons, Lutschtabletten sind die bewährten Mittelchen. Und auch hier kann Heilwolle noch ein Übriges tun. Nimm ein Vlies aus etwa zwei oder drei Handvoll Heilwolle, lege es auf die schmerzenden Stellen auf und binde einen Schal darum; die entzündungshemmenden Wirkstoffe der Heilwolle gelangen dann durch die Haut an die gereizten Stellen im Hals. Zusätzlich unterstützt die durchblutungsfördernde Wirkung der Heilwolle den Genesungsprozess.

5. Husten und Bronchitis

Bei Erkältungen und Husten kannst du aus Heilwolle wohltuende Brustwickel machen. Einfach die Wolle großflächig auf der Brust verteilen und mit einem Tuch festbinden. Die heilende Wirkung kannst du verstärken, wenn du ein paar Tropfen ätherisches Öl wie Salbei-, Thymian-, Fichtennadelöl oder auch Ingwertee vorher auf die Wolle tröpfelst. Den Wickel kannst Du vor dem Wechseln ruhig zwei bis drei Tage tragen.

6. Gelenkschmerzen und Muskelverspannungen

Auch bei schmerzenden Gliedern und Gelenken kann Heilwolle dir gut tun. An den betroffenen Stellen direkt auf die Haut gelegt, kann sie ihre entzündungshemmende Wirkung entfalten. Sie fördert die Durchblutung, wodurch sich die Muskelverspannungen lösen. Nicht zuletzt bringt das angenehme Gefühl der Wolle auf der Haut Entspannung.

7. Nässende Wunden

Hier kann Heilwolle durch ihre feuchtigkeitsabsorbierende Eigenschaft wirken und helfen. Heilwolle ist, im Gegensatz zu Pflastern, besonders atmungsaktiv und kann gleichzeitig viel Feuchtigkeit aufnehmen. Für offene Wunden ist das ideal. Allerdings musst du darauf achten, dass keine Härchen in der Wunde kleben bleiben. Deswegen legst du am besten zuerst eine Schicht Mull auf die betroffene Stelle, und dann erst die Heilwolle oben drauf.

Was bei der Anwendung von Heilwolle zu beachten ist:

  • In seltenen Fällen kann Heilwolle Allergien auslösen. Wenn sich die Symptome bei deinem Kind nicht nach kurzer Zeit bessern oder ein Hautausschlag dazu kommt, gehe unbedingt zu eurem Kinderarzt respektive eurer Kinderärztin.
  • Für einwandfreie Hygiene sollte die Heilwolle nach jeder Anwendung ausgetauscht werden.
  • Die Heilwolle nicht direkt auf offene Wunden legen.
  • Heilwolle darf nicht gewaschen werden, da sonst das Lanolin verloren geht.
  • Die Wolle auf der Haut verursacht ein wärmendes und kribbelndes Gefühl auf der Haut, eventuell auch ein  leichtes Jucken. Das kommt durch die Anregung der Durchblutung - ein gutes Zeichen, dass die Heilwolle anfängt zu wirken.
  • Für akut entzündliche oder fieberhafte Erkrankungen ist Heilwolle nicht geeignet.

Wo gibt es Heilwolle zu kaufen?

Du bekommst Heilwolle in Apotheken, gut sortierten Reformhäusern, mittlerweile auch in manchen Drogeriemärkten und in Online-Shops*.

Heilwolle hat viele Vorzüge. Sie ist ein reines Naturprodukt, hilft heilen bei vielen Beschwerden, ist kostengünstig und nicht zu vergessen: Sie wirkt sehr schnell. Dabei darfst du aber nicht vergessen, dass die Anwendung von Heilwolle keinen Arztbesuch ersetzen kann. Wenn du dir also unsicher bist, Fragen hast oder sich der Gesundheitszustandes verschlechtert, dann solltest unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

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