Stillpille: Stillen und verhüten

Die normale Pille schadet mit ihren Hormonen der Muttermilch, deshalb greifen viele Frauen auf die sogenannte Stillpille zurück. Wirkt sie genauso und was muss man beachten?


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Kurz nach der Geburt sind Frauen wahrscheinlich zu müde und ausgelaugt für Sex, aber irgendwann kommt die Lust zurück. Wenn man vorher mit der Pille verhütet hat, jetzt aber stillt, steht man vor dem Dilemma, was man machen soll. Die normale Pille schädigt mit ihren Hormonen der Muttermilch. Als Alternative gilt die Stillpille, die geringer dosiert ist.

Stillpille

Stillpille: Verhütung und Stillen


© Getty Images

Was macht die Stillpille aus?

Diese Pille hat keine Östrogene, die sich sonst in der Anti-Baby-Pille befinden Sie gehört zu den Minipillen, weil sie geringer dosiert ist und sich so nicht auf die Qualität der Muttermilch auswirkt. Ihre Wirkstoffe verdicken den Gebärmutterhalsschleim, sodass es Spermien schwer haben, zur Eizelle zu kommen. Die Gebärmutterinnenseite wird zudem so verändert, dass sich eine befruchtete Eizelle erst gar nicht einnisten kann - in 90 Prozent der Fälle wird so der Eisprung unterdrückt, frau kann also dann nicht schwanger werden.

Keine Pillenpause bei der Stillpille

Anders als bei der herkömmlichen Pille, bei der es eine Pillenpause von sieben Tage gibt, nimmt man die Stillpille jeden Tag ein. Man beginnt mit dem ersten Tag des Zyklus; nimmt man sie später ein, gilt der Verhütungsschutz erst nach sieben Tagen und man muss zwischenzeitlich anders verhüten. Auch wenn man die Pille vergessen hat und sie nicht innerhalb von zwölf Stunden einnimmt, gelten für die nächsten sieben Tage Kondom oder andere Verhütungsmethoden. Allerdings muss man die Stillpille nach so einer vergessenen Einnahme nicht absetzen. Man lässt den einen vergessenen Tag aus und nimmt danach weiter täglich die Pille ein - am besten zu einer bestimmten Zeit.

Nebenwirkungen der Stillpille

Der Körper muss sich nach der Geburt hormonell erst einmal einpendeln, deshalb kann es sein, dass es zu Blutungen kommt. Sollte diese nicht zu heftig und allzu lange anhalten, ist das kein Grund zur Besorgnis. Weitere Nebenwirkungen können sein:

•  Hautunreinheiten
•  verringerte Libido
•  Übelkeit
•  Stimmungsschwankungen
•  Kopfschmerzen
•  Gewichtszunahme
•  Brustschmerzen

Dies sind auch mögliche Nebenwirkungen einer normalen Antibabypille, deshalb sollte man bei einer zu hohen Unverträglichkeit auf eine andere Verhütungsmethode zurückgreifen.

Keine Stillpille für Diabetikerinnen

Die Stillpille verhindert eine Schwangerschaft, aber mit ihren Wirkstoffen kann sie auch den Blutzuckerstoffwechsel beeinflussen und ist deshalb für Diabetikerinnen nicht geeignet. Die Pille kann auch den Blutdruck steigen - für Frauen mit Bluthochdruck ist sie deshalb ein Tabu. Ebenso darf man sie nicht einnehmen, wenn man vorher an Brustkrebs, Leberkrebs oder Tuberkulose erkrankt war und auch bei einer ehemaligen Thrombose ist Vorsicht geboten. Auch Epileptikerinnen sollten sie nicht nehmen und Frauen mit einer Laktoseintoleranz sollten sich vorher informieren, da die meisten Stillpillen Laktose enthalten.

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Dass Stillen für Babys gesund ist, ist hinlänglich bekannt. Aber auch Mütter profitieren davon, wenn sie ihr Baby stillen. Sogar noch Jahrzehnte später.



Wann sollte man sie absetzen?

Es gibt Warnzeichen, auf die man hören sollte und dann die Pille sofort absetzt:

• Ungewöhnlich starke Blutungen
• bei einer Schwangerschaft
• Migräne oder zu heftigen Kopfschmerzen
• starken Schmerzen im Unterleib (da könnte eine Eierstockzyste das Problem sein)
• Thrombose-Anzeichen: Atemnot, Schmerzen beim Atmen, Engegefühl im Brustbereich und Anschwellen und Schmerzen der Beine
Auch wenn eine Operation in nächster Zeit ansteht, sollte man auf die Stillpille verzichten.

Das sind aber alles verhältnismäßig seltene Erscheinungen. Am besten spricht man mit der Frauenärztin oder Frauenarzt und lässt sich beraten. Sollte die Stillpille nichts sein, gibt es immer noch die Möglichkeit, mit Diaphragma, der Spirale oder Kondomen zu verhüten. Temperatur messen als Verhütungsmethode ist dagegen ungeeignet, da der Zyklus nach der Geburt eher unregelmäßig ist.



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