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Schwarze Kinder sterben nach OPs häufiger als weiße

Studie

Schwarze Kinder sterben nach OPs häufiger als weiße

Laut einer Studie haben schwarze Kinder in den USA ein dreieinhalb Mal höheres Risiko, nach einer Operation zu sterben, als weiße Kinder. Ein weiterer Beleg für strukturellen Rassismus.

Daten aus fünf Jahren von mehr als 185 Krankenhäusern und über 170.000 Kindern werteten Forschende des Nationwide Children's Hospital in Ohio für ihre Studie aus. Alle Kinder waren bis zum Zeitpunkt der Operation relativ gesund und hatten keine chronischen Krankheiten oder andere Begleiterkrankungen. „Die Erwartung sollte eigentlich sein, dass die Komplikationsraten und die Sterblichkeit bei gesunden Kindern nicht je nach Hautfarbe variieren – wir haben aber festgestellt, dass sie dies tun", erklärt Olubukola Nafiu, Autor der Studie.

Schwarze Kinder sterben nach OPs dreieinhalb Mal häufiger als weiße

Das Ergebnis der Studie: Das Risiko, nach einer OP zu sterben, ist für schwarze Kinder dreieinhalb Mal so hoch wie für ihre weißen Altersgenossen. Generell ist die Zahl der Todesfälle nach einer Operation bei gesunden Kindern sehr gering, trotzdem liegt sie mit 0,07 % bei schwarzen Kinder deutlich über der Zahl der weißen Kinder (0,02 %). Auch die Wahrscheinlichkeit, nach der Operation Komplikationen zu haben, ist bei Kindern of color höher, als bei weißen: Zu Schwierigkeiten kam es bei ca. 17 % der schwarzen Kinder, bei weißen waren es etwa 14 %.

Ursachen offenbaren strukturellen Rassismus

Für die Ergebnisse sind laut den Wissenschaftler*innen verschiedene Ursachen verantwortlich: Dazu gehört z. B., dass in den Gegenden, in denen ein die Mehrheit der schwarzen Bevölkerung lebt, oft nur weniger qualifizierte Kliniken sind. Dazu kommt häufiger Armut und damit auch ein schlechterer Zugang zum Gesundheitssystem. Auch bewusste oder unbewusste Voreingenommenheit der Ärzte können laut Studie ein Grund sein.

Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

Rassismus ist tief verankert

Diese Studie zeigt erneut, wie tief Rassismus in den gesellschaftlichen Strukturen verankert ist. Bis sich das ändert, wird es wohl noch lange dauern – aber Studien wie diese lassen die Debatten immer wieder neu entfachen. Und das ist wichtig.

Bildquelle: Getty Images/Wavebreakmedia

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