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Abschied

Wenn die Erzieherin den Kindergarten verlässt & was das für Kinder bedeutet

Erzieherin verlässt Kindergarten
© Getty Images/ PeopleImages

Ob sie nun in Rente geht, den Job wechselt oder sich in die Babypause verabschiedet: Es kommt oft vor, dass ein*e Erzieher*in den Kindergarten verlässt. Was es für Kinder bedeuten kann, wenn die Bezugserzieherin oder der -erzieher geht, wie der Abschied leichter fällt und mit welchen Sprüchen ihr "Tschüss" und "Danke" sagen könnt.

Wie fühlt sich das Kind, wenn die Erzieherin den Kindergarten verlässt?

Kindergartenkinder verbringen mit ihren Erzieher*innen eine ganze Menge Zeit. Für viele ist vor allem die Bezugserzieherin nicht einfach nur eine Betreuungskraft, sondern viel mehr als das: Sie spendet Trost bei Kummer, ist die erste Anlaufstelle bei Problemen und Streitereien und auf ihrem Schoß finden die Kids Geborgenheit. Sie oder er sind die wichtigste Bezugsperson, wenn die Kleinen im Kindergarten sind. Deswegen ist es für Kinder oft ein einschneidendes Erlebnis, zumindest immer ein emotionales Ereignis, wenn der liebgewonnene Erzieher oder die Erzieherin die Betreuungseinrichtung verlässt. Vor allem in der Eingewöhnungszeit kann es einen Rückschritt bedeuten, wenn die Bezugserzieherin wechselt. Die Kids bleiben dann erstmal zurück und müssen sich notgedrungen an die Nachfolgerin oder den Nachfolger gewöhnen. Auch für die Eltern bedeutet der Wechsel dann oft wieder einen Neubeginn, denn schließlich müssen auch sie erst Vertrauen in die neue Fachkraft fassen.

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Charoline Bauer

So besser nicht

Wir mussten bei unserem Sohn leider die Erfahrung machen, wie eine Erzieherin ihren Abschied NICHT gestalten sollte. Bei uns gab es den Fall, dass die Haupterzieherin, die die Kinder in dieser Gruppe von ihrem ersten Tag in der Kita als Bezugsperson betreut hat, einfach von einem auf den anderen Tag nicht mehr kam, ohne den Kindern (und den Eltern) Bescheid zu geben. Auch die Kitaleitung hat uns Eltern erst NACH dem Weggang informiert, obwohl dieser natürlich vorher bekannt war. Die Kinder waren zu diesem Zeitpunkt etwa vier oder fünf Jahre und kannten diese Erzieherin seit sie gerade mal ein Jahr alt waren.

Das hat uns Eltern sehr geärgert, weil wir unsere Kinder nicht darauf vorbereiten  und auch unsere eigenen Erklärungen zuhause nicht aufeinander abstimmen konnten. Mein Sohn hing glücklicherweise nicht extrem an dieser Erzieherin und wir konnten ihn mit unserer Begründung, dass sie einen neuen Job angenommen hat, ganz gut abholen. Aus Gesprächen mit anderen Eltern der Gruppe weiß ich aber, dass es Kinder gab, die sehr sensibel auf diesen unangekündigten und durchaus einschneidenden Abschied der Erzieherin reagiert haben. So sollte man seinen Weggang aus dem Kindergarten als verantwortungsvolle*r Erzieherin oder Erzieher auf jeden Fall nicht gestalten. 

Charoline Bauer

So verkraften Kinder den Abschied von der Erzieherin leichter

  • Offen und direkt: Optimal ist es, wenn die scheidende Erzieherin den Kindern ihren Abschied selbst mitteilt und ihnen offen und kindgerecht erklärt, warum sie geht. So haben die Kids die Chance, nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstehen und keinesfalls das Gefühl, sie seien schuld am Weggang. Wenn die Erzieherin selbst mit den Kindern spricht, bekommen sie auch die Möglichkeit, sich von ihr zu verabschieden.
  • Nahtloser Übergang: Vor allem für kleinere Kinder ist es wichtig, dass der Nachfolger oder die Nachfolgerin direkt auf die scheidende Erzieherin folgt und keine Lücke entsteht, in der sie "niemanden" haben.
  • Persönliche Worte: Manche scheidenden Erzieher*innen schreiben "ihren" Kindern einen kleinen individuellen Abschiedsbrief und lassen ihn dann im Portfolio. Eine schöne Art, sich zu verabschieden und vor allem eine tolle Erinnerung für später.

Klar, weder die Eltern noch die Kinder haben einen Einfluss darauf, ob der Abschied von der Erzieherin in der Betreuungseinrichtung wirklich so abläuft. Meist erfahren die Eltern durch einen Aushang oder Elternbrief von dem Weggang. Wichtig: Ihr als Eltern könnt euren Kindern den Abschied immer leichter machen, wenn ihr mit ihnen sprecht und ihnen behutsam erklärt, warum die Erzieherin nicht mehr kommt. Wenn ihr merkt, dass euer Kind sehr traurig ist, sprecht dies bei den verbliebenen Kolleg*innen in der Einrichtung an. Sie werden sich sicher bemühen, das Kind gut aufzufangen. 

In einer Kita mit einem offenen Konzept, fällt Kindern der Abschied oftmals etwas leichter, weil sie hier meist mehrere zuständige Erzieher*innen haben. Dennoch ist es schön, wenn auch in diesem Einrichtungen der Weggang kindgerecht begleitet wird.

Daniela Hamburger

Babypause gut aufgenommen

Wir haben im Kindergarten unserer Tochter ganz aktuell auch die Situation, dass eine Erzieherin die Einrichtung verlässt, weil sie schwanger ist und wegen eines Beschäftigungsverbots schon früh nicht mehr arbeiten darf. Die Erzieherin konnte sich nicht selbst verabschieden, doch eine Kollegin hat die Kleinen informiert und ihnen alles genau erklärt. Ich habe meine Tochter gefragt, ob sie jetzt traurig ist, aber sie meinte: "Nein, das ist doch okay. Sie bekommt ein Baby und dann besucht sie uns. Da freue ich mich schon drauf!" Ich bin froh, dass meine Tochter sich im Kindergarten immer noch wohlfühlt, obwohl noch keine Nachfolge gefunden wurde und im Moment Personalmangel herrscht. Allerdings ist die scheidende Erzieherin auch nicht ihre enge Bezugsperson. Wie es aussehen würde, wenn die geht, möchte ich mir lieber nicht ausmalen...

Daniela Hamburger
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So könnt ihr den Weggang der Erzieherin schön gestalten

Wenn eine Erzieherin den Kindergarten verlässt, ist es den Eltern und den Kindern oft ein Anliegen, ihr nochmal Auf Wiedersehen und Danke für die geleistete Arbeit und die schöne gemeinsame Zeit zu sagen. Am besten überlegt ihr gemeinsam mit dem Elternbeirat bzw. Elternsprecher*innen, wie man der scheidenden Fachkraft eine Freude machen und ihr gute Wünsche mit auf ihren Weg geben kann. Eine schöne Möglichkeit ist immer ein kleines Geschenk. Die besten Ideen dafür findet ihr hier:

In Absprache mit der Kindergartenleitung könnt ihr als Eltern auch ein kleines Abschiedsfest für die Erzieherin oder den Erzieher organisieren. Ihr könnt zum Beispiel im Anschluss an die Abholzeit einen gemütlichen Umtrunk oder ein Grillfest veranstalten. Auch ein gemeinsamer Ausflug, zum Beispiel in den Tierpark, ist eine schöne Möglichkeit, die Erzieherin zu verabschieden.

Als Erinnerung bietet es sich auf jeden Fall an, eine schöne Karte, zum Beispiel mit den Handabdrücken aller Kinder, zu gestalten und diese mit ein paar netten Zeilen zu versehen. Hier kommen 5 Beispiele für schöne Sprüche, verbunden mit persönlichen Worte zum Abschied der Erzieher*in, die ihr natürlich ganz individuell abändern könnt:

  1. "Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder." (Dante Alighieri) Danke, dass Sie die Augen unserer Kinder jeden Tag zum Strahlen gebracht haben. Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft!
  2. "Die Eindrücke der Kindheit wurzeln am tiefsten." (Karl Emil Franzos) Sie haben bei unseren Kindern und uns wunderschöne, tiefe Eindrücke hinterlassen. Dafür möchten wir Ihnen danken und Ihnen viel Glück und Erfolg für Ihre nächsten Schritte wünschen. 
  3. "Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln." (Astrid Lindgren) Mit ihrer einfühlsamen Art haben Sie unsere Kinder immer gefördert und waren ihnen eine liebevolle Begleitung durch so viele Kindergartenjahre. Das werden wir Ihnen nie vergessen – ganz lieben Dank!
  4. "Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich." (Konfuzius) Sie haben es immer verstanden, unsere Kinder sehr liebevoll zu betreuen und ihnen die nötige Freiheit für ihre Entwicklung zu geben. Dafür möchten wir Ihnen von Herzen Danke sagen. Für Ihre Zukunft wünschen wir Ihnen alles Liebe!
  5. „Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen.“ (Maria Montessori) Vielen Dank, dass Sie unsere Kinder auf ihrem Weg ins Leben begleitet haben. Für Ihren weiteren Lebensweg wünschen wir Ihnen alles erdenklich Gute!
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Ein*e Bezugserzieher*in ist superwichtig, damit sich euer Kind in der Kita gut eingewöhnen kann. 6 weitere Tipps für einen gelungenen Start findet ihr in unserem Video:

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