U1-Untersuchung: Das passiert bei der ersten Vorsorgeuntersuchung

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U1-Untersuchung: Das passiert bei der ersten Vorsorgeuntersuchung

Kaum auf der Welt erfolgt für euer Neugeborenes auch schon die erste Gesundheitscheck. Die U1-Untersuchung wird direkt nach der Geburt durchgeführt und checkt neben Größe, Gewicht und Kopfumfang auch andere äußerlich erkennbare Merkmale, die auf den Gesundheitszustand eures Kindes schließen lassen.

Die U1-Untersuchung ist die erste Vorsorgeuntersuchung und erfolgt direkt nach der Geburt

Die U1, die erste Vorsorgeuntersuchung ihres Lebens, bekommt so kurz nach der Geburt weder euer Kind noch ihr richtig mit. Umso wichtiger ist es, sich vorher kurz schlau zu machen, was bei der ersten Früherkennungsuntersuchung gemacht wird. Wir können schon einmal vorwegnehmen: Nichts Schlimmes! In den ersten Minuten, ach was Stunden und Tage, nach der Geburt herrscht absoluter hormoneller und emotionaler Ausnahmezustand, da ist die erste U1-Untersuchung nichts Bemerkenswertes - sofern alles in Ordnung ist.

Kaum auf der Welt, schon durchgecheckt

Die U1 ist die erst von insgesamt neun Vorsorgeuntersuchungen, die euer Kind in regelmäßigen Abständen bis zum fünften Lebensjahr hat. Die darauf folgenden U10 und U11-Untersuchungen sind freiwillig und werden nicht, beziehungsweise nicht von allen, Krankenkassen übernommen. Danach geht es mit den J-Untersuchungen im Teenager-Alter weiter.

Die U1-Untersuchung ist schmerzfrei und kann lebensrettend sein

Im Krankenhaus, Geburtshaus oder bei der Hausgeburt führt euer Arzt oder eure Hebamme unmittelbar nach der Geburt einige kurze und schmerzfreie Untersuchungen am Neugeborenen durch, die den allgemeinen Gesundheitszustand eures Kindes mithilfe des APGAR-Tests beurteilen.

Diese Standard-Checks werden bei der U1 durchgeführt:

  • Herz- und Lunge werden abgehört

  • Atmung wird kontrolliert

  • Farbe und Durchblutung der Haut werden beurteilt

  • Muskelspannung und Reflexe werden getestet

  • Größe, Gewicht und Kopfumfang werden gemessen

Was ist der APGAR-Test?

Für die Untersuchungsergebnisse werden Punkte vergeben, die im sogenannten APGAR-Test erfasst werden. Die Endsumme zeigt die Anpassungsfähigkeit des Neugeborenen an. Ist der Wert zu niedrig, liegt häufig ein Sauerstoffmangel vor, der schnell ausgeglichen werden muss. Nach fünf bis zehn Minuten wird der APGAR-Test erneut gemessen, um definitiv einen Sauerstoffmangel auszuschließen. Zur letzten Sicherheit kann dafür auch etwas Blut aus der Nabelschnur entnommen werden.

Der APGAR-Test ist übrigens nach seiner Entwicklerin, der amerikanischen Kinderärztin Virginia Apgar benannt und wird seit den 50er Jahren durchgeführt - natürlich mit Anpassungen an die neuesten medizinischen Entwicklungen.

Zudem werden bei der Neugeborenen-Erstuntersuchung folgende Punkte abgeklärt:

  • Liegt eine Gelbsucht vor? (nicht ungewöhnlich: knapp 60 Prozent aller Neugeborenen haben Gelbsucht)

  • Gibt vorab nicht bekannte Fehlbildungen?

  • Sind Schwellungen zu beobachten?

  • Ist das Kind allgemein voll ausgereift?

  • Liegen Geburtsverletzungen vor?

Vitamin K-Gabe bei der ersten U-Untersuchung direkt nach der Geburt

Außerdem bekommt euer Kind bei der U1-Untersuchung Vitamin K verabreicht, dass innere Blutungen verhindern soll. Zum Thema Vitamin K-Gabe - ob überhaupt nötig und wenn ja wie, Stichwort Holländisches Modell - gab es in den letzten Jahren einige Diskussionen. Routinemäßig wird allen Neugeborenen direkt nach der Geburt die erste Vitamin K-Dosis gegeben. Wer dies nicht möchte, sollte dies im Vorfeld dem Geburtsteam mitteilen.

Wenige Tage nach U1-Untersuchung folgt schon die zweite Vorsorgeuntersuchung bei der euer Kind noch genauer untersucht wird. Alle relevanten Infos zur U2-Untersuchung findet ihr hier.

Quellen

kindergesundheit-info.de

GAÄD - Gesellschaft für Anthroposophisch Ärzte in Deutschland

aerzteblatt.de

 

Bildquelle: Getty Images

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