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Das Kind muss ins Krankenhaus? Das solltet ihr jetzt wissen

© iStock, familie.de-Redaktion
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Euer Kind muss ins Krankenhaus: Eine Situation, der Eltern meist mit gemischten Gefühlen entgegensehen, vor allem wenn es das erste Mal ist. Wir haben Tipps, wie der Krankenhausaufenthalt seinen Schrecken verliert und für Kind und Eltern entspannt verläuft. Plus: Packliste für den Krankenhausaufenthalt.

Ab wann müssen Kinder allein im Krankenhaus bleiben?

Ob und ab wann Kinder allein im Krankenhaus bleiben müssen, hängt von ihrem Alter, der Art des Eingriffs bzw. eventuell anschließender längerer Behandlung und/oder eventueller Therapie und dem Bettenangebot des Krankenhauses ab. Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. empfiehlt für Kinder im Alter unter 9 Jahren ein Rooming-in. Das heißt, die Eltern übernachten im Zimmer der Kinder. Es kann für sehr kleine Kinder zu beängstigend sein, die Nacht alleine im Krankenhaus zu verbringen und die Trennung von den Eltern kann zu einer großen psychischen Beanspruchung werden.

Daher klärt ihr am besten vorher, sobald der Eingriff besprochen wird und ihr wisst, dass euer Kind ins Krankenhaus muss, ob und wer mit übernachten darf. Rooming-in für Kinder unter neun Jahren wird für Eltern von den Krankenkassen übernommen.

Rooming-In: Wann Eltern mit ins Krankenhaus dürfen

Mussten Kinder früher ganz alleine im Krankenhaus bleiben, ist es heutzutage meist kein Problem, dass Mama oder Papa bei ihrem kranken Kind im Krankenhaus sind und auch dort übernachten. Teilweise steht dem betreuenden Elternteil sogar ein Eltern-Kind-Zimmer zur Verfügung.

Wenn ein Elternteil im Krankenhaus übernachten möchte, ist dafür formal eine "medizinische Notwendigkeit" erforderlich – dann übernimmt die Krankenkasse die anfallenden Kosten. Diese medizinische Notwendigkeit wird vom Krankenhaus bescheinigt, sie ist bei Säuglingen und Kindern bis zum 9. Lebensjahr meist völlig problemlos zu bekommen. In Notfällen oder bei behinderten Kindern gehört sie auch bei älteren Kindern zum Standard der Krankenhäuser. Gibt es Probleme, berät der Bundesverband "Aktion Kind im Krankenhaus".

Jennifer Kober

Wichtig zu wissen

Wichtig zu wissen, bevor ihr in Corona-Zeiten zur Behandlung in die Klinik fahrt: Hier darf in den allermeisten Fällen nur ein Elternteil dabei sein, auch in der Notaufnahme. Für alle Klinikbesuche außerhalb der Notaufnahme braucht man als Begleitperson meistens einen aktuellen negativen Test aus dem Testcenter, bevor man das Gelände betreten darf. Wenn Zeit ist (also nicht in Notfällen!), schaut am besten schnell auf die Klinik-Seite, um Überraschungen am Eingang zu vermeiden.

Wenn ein älteres Kind allein im Krankenhaus bleiben muss

Kinder über neun Jahren können ebenfalls noch Eltern als Begleitpersonen haben. Die Kosten dafür werden jedoch nicht mehr von den Krankenkassen getragen. Vor allem bei schweren Krankheiten bieten Krankenhäuser diese Möglichkeit an. Ihr solltet daher vorher fragen, ob die Kapazitäten vorhanden sind, dass ein Elternteil zeitweise mit übernachten darf. Vor allem in den ersten Nächten eines längeren Aufenthalts kann das helfen, hängt aber wie gesagt sehr von der Art der Erkrankung und dem Raumangebot vor Ort ab. Viele Kinderkliniken und pädiatrische Abteilungen erlauben Eltern ihre Kinder rund um die Uhr zu besuchen und haben.

Tipp: Die Ronald McDonald-Stiftung hat in ganz Deutschland Häuser für Eltern kranker Kinder direkt auf dem Gelände der pädiatrischen Kliniken. Sie unterstützen benachteiligte Familien, während der Krankheit zusammen sein zu können und den Heilungsprozess gemeinsam durchzustehen.

Geplanter Krankenhausaufenthalt: Tipps zur Vorbereitung

  • Spielerisch erklären, was passiert: Mit einem Arztkoffer lässt sich anschaulich erklären, was den kleinen Patienten erwartet. Und er darf selbst als Herr oder Frau Doktor den Teddy oder die Puppe untersuchen und verbinden. Hier findet ihr Arztkoffer, die sich dafür super eignen.
  • Dem Krankenhausaufenthalt durch Bücher die Angst nehmen: Es gibt auch jede Menge Bilderbücher, die kleinen Kinder erklären, wie der Alltag im Krankenhaus aussieht. Unsere Favoriten: "Conni im Krankenhaus" und "Wieso? Weshalb? Warum?: Was passiert im Krankenhaus?"
  • Ideen für den Zeitvertreib im Krankenhaus: Da gibt es sicher jede Menge Bücher, die ihr schon immer mal vorlesen wolltet und Spiele, für die jetzt endlich mal genug Zeit ist. Weitere Ideen: Gemeinsam Fotoalben vom Urlaub anschauen, einfache Bastel-Projekte oder Beschäftigungshefte mit Rätseln, Stickern etc. oder je nach Alter ein Spieletablet oder die Nintendo-Switch-Lite einpacken. Das hängt aber sehr davon ab, wie es eurem Kind nach der Behandlung und/oder OP geht und wie lange es dort bleiben muss. Fragt am besten vorher nach, worauf ihr euch einstellen müsst.
  • Arbeitgeber informieren: Informiert euren Arbeitgeber so früh wie möglich. Wenn euer Kind im Krankenhaus ist, habt ihr das Recht, freigestellt zu werden. Dafür benötigt ihr nur ein Schreiben vom behandelnden Arzt bzw. dem Krankenhaus.
  • Übernachtungsmöglichkeiten und Verpflegung im Krankenhaus: Informiert euch vorab über die Möglichkeiten, die das Krankenhaus bietet und fragt, was ihr alles mitbringen sollt bzw. dürft.
  • Wer kümmert sich um das Geschwisterkind? Wenn Geschwisterkinder (unter zwölf Jahren) zu betreuen sind, gibt es die Möglichkeit, dass die Krankenkasse eine Haushaltshilfe finanziert. Erkundigt euch bei der Krankenkassen nach den geltenden Richtlinien.
  • Sonderregeln während Corona: Durch die Coronapandemie sind viele Krankenhäuser leider überlastet und es gelten strengere Besuchs- und Hyigeneregeln. Informiert euch genau, wer zu Besuch kommen darf und was dabei beachtet werden sollte.
  • Kind bei Schule und Kita abmelden: Eltern sollten in jedem Fall den Kindergarten oder die Schule informieren, dass und aus welchen Gründen euer Kind ins Krankenhaus muss.

Euer Kind darf sein Tablet mitnehmen? Hier kommen schöne Kinderfilme zum Zeitvertreib im Krankenhaus.

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Packlisten für den Krankenhausaufenthalt

Als kurze Checkliste haben wir hier für euch zusammengestellt, was ihr einpacken solltet:

Packliste fürs Krankenhaus - für Mama & Papa

Kind im Krankenhaus: Das ist jetzt wichtig

Wenn es euch irgendwie möglich ist, bleibt so lange wie möglich bei eurem Kind: Für ein Kind ist ein Krankenhausaufenthalt eine neue und schwierige Situation, die sogar traumatisierend sein kann, wenn es sich im Krankenhaus alleine gelassen fühlt. Vor allem für kleine Kinder ist es wichtig, dass die Eltern möglichst rund um die Uhr bei ihnen sind, sie sich geborgen und behütet fühlen und jederzeit ihre Fragen und Ängste loswerden können. Anders ist die Situation bei älteren Kindern, die durchaus über Nacht und teilweise auch am Tag alleine bleiben können. Ihr als Eltern könnt am besten einschätzen, wie gut euer Kind mit der Situation im Krankenhaus klar kommt.

Teilweise reagieren Kinder extrem auf die ungewohnte und beängstigende Situation im Krankenhaus: Die einen weinen viel, andere ziehen sich ganz in sich zurück, wieder andere werden aggressiv. Immer wieder machen Kinder in der Zeit im Krankenhaus auch kleine Rückschritte in der Entwicklung: Sie nässen wieder ein oder brauchen ihren Schnuller wieder.

Was euer Kind im Krankenhaus jetzt braucht:

  • Geborgenheit & Sicherheit: Ein Krankenhaus ist eine sterile Umgebung mit seltsamen Instrumenten, komischen Knöpfen, es riecht seltsam und viele fremde Leute in weißen Kitteln und Mundschutz sind dort. Versucht eurem Kind daher Dinge mitzugeben, die ihm vertraut sind und fragt im Krankenhaus nach, was erlaubt ist. Dürft ihr ein Knuddelkissen, Schmusetuch mitbringen? Vielleicht sogar eigene Bettwäsche? Ein getragenes Shirt oder Gegenstand der Eltern kann viel Geborgenheit vermitteln. Lieblingskuscheltier, Spielzeug und Co. dürfte als selbstverständlich gelten und auch so was wie der Lieblingsschlaf- oder Jogginganzug oder Bademantel.
  • Elternliebe vermitteln: Nicht immer geht es, dass ihr als Eltern rund um die Uhr anwesend sein könnt. Ihr versucht natürlich so viel wie möglich bei eurem Kind zu sein und die Besuchszeiten auszudehnen. Damit ihr euren Kindern nah seid, auch wenn ihr nicht da seid, könntet ihr Bilder von eurer Familie aufs Tischchen stellen oder die Geschwister bitten, etwas zu basteln.
  • Offen alle Fragen beantworten: Wichtig ist jetzt, dass ihr offen und ehrlich mit dem Kind seid, aber ihm nur so viel verratet, wie es von seiner Entwicklung her auch verarbeiten kann. Versucht seine Fragen möglichst nah zu beantworten bzw. sprecht vorher mit den Ärzten, was und wie viel ihr dem Kind sagen sollt. Ihr kennt euer Kind am besten und wisst, wie ihr Dinge kommuniziert. Es kann auch helfen, dass ihr dabei seid, wenn die behandelnden Ärzte und Ärztinnen eurem Kind erklären, was genau passieren wird.
  • Liebevolles Krankenhauspersonal: Die Sterilität des Krankenhauses kann nur durch warmherziges Personal gemildert werden. Leider kann man sich das nicht immer aussuchen und nur hoffen, dass ihr an kinderfreundliche Ärzteteams geratet. Fragt euer Kind auf jeden Fall, ob es sich wohlfühlt und wie es sich mit den Pflegenden und Ärztinnen versteht. Sollte es mit bestimmen Personen große Probleme haben, solltet ihr da auch ernst nehmen und im Krankenhaus ansprechen.
  • Unterhaltung und Ablenkung: Je nachdem, wie es eurem Kind geht und ob es viel schläft und/oder Schmerzen hat, wird es ihm vielleicht auch langweilig sein. Bücher oder Games können da helfen und lenken auch vom Schmerz ab. Ob ein Tablet oder eine Nintendo Switch erlaubt ist, müsst ihr auf Station nachfragen. Wir haben für euch auf jeden Fall einige Bücherempfehlungen für verschiedenste Altersgruppen:

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Krankenhausaufenthalt als Notfall

Wenn ihr mit eurem Kind in die Notaufnahme des Krankenhauses fahrt, solltet ihr vorsichtshalber immer eine Tasche mit den allerwichtigsten Übernachtungs-Utensilien mit. Denn nicht selten werden die Ärzte und Ärztinnen euer Kind zur Beobachtung dabehalten wollen. Was ihr auf jeden Fall dabei haben solltet: Die Versicherungskarte, das Lieblingskuscheltier und Lieblingsspielzeug. Denn Wartezeiten gehören in der Notaufnahme dazu.

Wenn es eurem Kind sehr schlecht geht (Atemnot, Bewusstlosigkeit, Krampfanfall o.ä.), solltet ihr den Notarzt rufen. Denn wenn ihr selbst sehr nervös und zittrig vor Sorge seid, könnt ihr kaum noch selbst fahren. Wenn euer Kind durch einen Unfall daheim liegt und sich nicht bewegen kann, ist es immer richtig, erst den Notarzt zu rufen und beim Kind zu bleiben. Wenn ihr es bewegt, kann das negative Auswirkungen haben. Wartet auf den Notarzt bzw. die Notärztin, die wissen, was zu tun ist.

Bei undramatischen Krankheitsbildern müsst ihr nicht gleich ins Krankenhaus fahren, sondern könnt zu eurem Kinderarzt bzw. der Kinderärztin gehen, wenn es während der Öffnungszeiten passiert. Eine normale Erkältung, der Verdacht auf Windpocken oder Fieber sind erstmal kein Grund für die Fahrt ins Krankenhaus. Wenn der Arzt keine Sprechstunde mehr hat, ruft ihr den Bereitschaftsarzt, den es in fast allen Regionen Deutschlands gibt. In vielen Großstädten gibt es zudem einen kinderärztlichen Notdienst oder sogenannte Notfallpraxen, die auch abends und an den Wochenenden geöffnet haben.

Micky Moses

Fit für den Kindernotfall

"Ruhe bewahren und die Situation richtig einschätzen", das hilft erfahrungsgemäß in vielen Lebenslagen – vom Chaos im Kinderzimmer über Ehestreit bis hin zum medizinischen Notfall. In diesem Buch von Dr. med Katharina Rieth (ihres Zeichens Kindernotärztin, Intensivmedizinerin, familie.de-Autorin und Video-Star bei mapadoo) geht's um letztere und wie sie vermieden werden können.

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Für die eigene Familie oder auch als Geschenktipp für (werdende) Eltern – mit Mini-Vorwort zum 3. Kapitel von mir. (Okay, ja, das ist nur ein sehr kleines Zutun zu diesem Werk, aber ich freue mich, dass ich etwas beitragen konnte!)

Wann ihr in die Notaufnahme fahren oder einen Rettungswagen rufen solltet

  • Euer Kind ist nicht richtig bei Bewusstsein oder sogar ohnmächtig.
  • Das Kind hat Atemnot.
  • Das Kind läuft bläulich an. (= Zeichen für Sauerstoffmangel)
  • Das Kind hat Krampfanfälle.
  • Euer Kind hat etwas Giftiges gegessen oder getrunken.
  • Das Kind hat starke Verbrennungen.
  • Ihr befürchtet nach einem Sturz einen Bruch oder eine Gehirnerschütterung.
  • Ihr seht eine eingesunkene Fontanelle bei Neugeborenen (= Anzeichen für Flüssigkeitsmangel).
  • Euer Kind hatte einen Unfall und klagt über starke Schmerzen.

Dies sind nur Beispiele und kann bei jedem Kind und jeder Situation nochmal unterschiedlich sein. Seid aber besser vorsichtig, vor allem bei Babys und kleinen Kindern.

Wann ihr mit dem Kind zum Kinderarzt gehen könnt

  • Fremdkörper im Ohr oder in der Nase (nicht lebensbedrohlich)
  • Durchfall (> 12 Stunden)
  • Fieber (>zwei Tage)
  • Starkes Erbrechen
  • Unklarer Ausschlag
  • Starker Husten / plötzlicher Hustenfall (evtl. Pseudokrupp)
  • Starke Ohrenschmerzen
  • Atembeschwerden
  • Lang anhaltende Krankheitssymptome, die mehr als eine Woche anhalten

Natürlich gilt das nicht, wenn es Wochenende oder Feiertags ist oder euer Kind mitten in der Nacht einen schlimmen Hustenanfall bekommt. Dann werdet ihr natürlich nicht warten können, bis euer Arzt Sprechstunde hat, sondern müsst den Weg zur nächsten Notaufnahme suchen. Es hängt auch vom Alter des Kindes ab, bei einem Säugling kann man nicht vorsichtig genug sein.

Folgende Kinderkrankheiten können auf euch zukommen. Darüber sollten Eltern einen Überblick haben:

7 Kinderkrankheiten, die man kennen sollte Abonniere uns
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