Symphysenlockerung: Ab wann treten die Schmerzen im Becken während der Schwangerschaft auf?

Die Symphyse ist mit dem Schambein verbunden und kann in der Schwangerschaft für ein unangenehmes Ziehen sorgen. Nicht selten treten aber auch starke Schmerzen im unteren Becken auf, die behandelt werden müssen.

symphyse schwangerschaft

Symphysenschmerzen in der Schwangerschaft können alltägliche Bewegungen unmöglich machen.


Was ist die Symphyse?

Eine Symphyse ist eine knorpelige Verbindung zweier Gelenke und kommt im menschlichen Körper häufiger vor: In den Bandscheiben, zwischen Brustbein und Rippen und im Schambein. Während die ersten beiden weniger bekannt sind, ist im Bezug auf eine Schwangerschaft von letzterer Symphyse, der Symphysis pubica, sehr häufig die Rede.

Wo liegt die Symphyse und was ist ihre Funktion?

Auch Schambeinfuge genannt, hält die Symphyse als Faserknorpel beide Beckenknochen zusammen. Somit spielt sie bei unserem aufrechten Gang eine Rolle, indem sie unsere Organe am Platz und unser Becken flexibel hält. Ihre wichtigste Funktion hat sie aber bei der Geburt: Der Hormonanstieg in der Schwangerschaft sorgt dafür, dass die Bandscheiben in der Symphyse im letzten Trimester weicher werden und diese sich dehnt. Der Anstieg an Relaxin sorgt dafür, dass sich das Becken genug weitet, um den Kopf deines Babys passieren zu lassen. Steigt Relaxin vermehrt und vorzeitig an, weitet sich das Becken zu stark und zu früh, sodass starke Schmerzen bei den Betroffenen auftreten können. 

Wie häufig ist eine Symphysenlockerung?

Offiziell tritt die vorzeitige Lockerung bei 1 von 300 Schwangerschaften auf. Experten gehen aber davon aus, dass etwa ein Viertel aller Schwangeren unter einer Form der Symphysenlockerung leidet, es aber nicht bei allen erkannt wird

Wie kann man eine Symphysenlockerung feststellen?

Eine Symphysenlockerung zu erkennen kann schwierig sein, denn im Verlauf der Schwangerschaft gewöhnst du dich an allerlei Ziehen und Schmerzen im Beckenbereich. Denn dass dieser sich in Vorbereitung auf die Geburt stark dehnt und auch das wachsende Gewicht von Baby und Gebärmutter stärkeren Druck ausübt, ist normal. Schwerere Symptome bei bestimmten Bewegungen deuten aber auf Probleme mit der Symphyse hin.

Symptome einer Symphysenlockerung 

Die häufigsten Anzeichen sind Schwierigkeiten beim Gehen und Bücken, die mit einem schmerzhaften Ziehen im Becken verbunden sind. Normalerweise treten die Schmerzen im Schambereich auf, können aber auch in die Oberschenkel und den After ausstrahlen. Besonders schlimm werden die Schmerzen beim Tragen und Heben und allen Aktivitäten, bei denen jeweils nur ein Bein belastet wird, wie beim Aussteigen aus dem Auto, beim Treppensteigen oder auch beim Umdrehen im Bett.

Schwanger: Ab wann die Symphysenlockerung auftritt

Die schmerzhafte Lockerung der Symphyse kann schon ab der 16. SSW auftreten, bei anderen Frauen macht sie sich erst im dritten Trimester bemerkbar. Wichtig ist, dass du dich deiner Ärztin und deiner Hebamme anvertraust, wenn du Schmerzen im unteren Beckenbereich feststellst. 

Was sind die Folgen einer Symphysenlockerung?

So unangenehm sie ist, geht die Symphysenlockerung nach der Schwangerschaft meist von allein vorbei. In seltenen Fällen kann sich das Becken so weit dehnen, dass sehr starke Schmerzen auftreten, die nach der Geburt operativ behandelt werden müssen. 

Symphysenlockerung und Geburt: Was muss ich beachten?

Bestimmte Geburtspositionen und Praktiken sind bei der Symphysenlockerung besonders hilfreich, indem sie den Druck aufs Becken reduzieren, z. B.  das Beckenkreisen und die Geburt  im Vierfüßlerstand. Auch eine Wassergeburt wird oft empfohlen. Manchmal ist es möglich, dass die Symphysenlockerung eine vaginale Geburt ausschließt und ein Kaiserschnitt nötig wird. Das ist aber sehr selten. Deine Ärztin und deine Hebamme können dich hierbei beraten und die Stellung deines Beckens überwachen, um diese Situation auszuschließen bzw. frühzeitig zu erkennen. 

Was tun bei einer Symphysenlockerung?

So unangenehm die Symphysenlockerung ist, kannst du einiges tun, um die Symptome zu lindern:

  • Einen Stützgürtel tragen. Der Gürtel unterstützt dein Becken und kann Schmerzen lindern, indem er die Symphyse am Platz hält. Einen regulären Stützgürtel wie den Bauchgürtel von Herzmutter kannst du z. B. hier über Amazon selber bestellen.* Bei starken Schmerzen kann dir deine Ärztin auch eine Beckenbandage verschreiben, die noch stärkeren Halt gibt.
  • Deine Kegel-Übungen machen. Regelmäßige Einheiten tragen zur Stärkung des Beckenbodens bei und helfen bei Beschwerden.
  • Schmerzauslösende Bewegungen vermeiden. Wenn möglich, setze dich hin zum Anziehen, vermeide schweres Tragen und sei vorsichtig beim Sport. Beim Schlafen hilft ein Stillkissen zwischen den Oberschenkeln, das dein Becken stabil hält und dich gleichzeitig vor schnellem oder unbewusstem Umdrehen bewahrt. Von meiner Hebamme empfohlen und von mir geliebt ist das Still- und Schwangerschaftskissen von Theraline, hier erhältlich über Amazon.* 
  • Schmerzmittel. Sprich mit deiner Ärztin, welche Schmerzmittel du in welcher Dosis einnehmen kannst. Auch deine Hebamme kann dich zu Schmerzmitteln und alternativen Methoden wie Akupunktur oder homöopathischen Mitteln beraten.
  • Physiotherapie. Während der Schwangerschaft und auch im Anschluss kann deine Ärztin dir Physio verschreiben. Diese hilft dir auch im Alltag mit Kind und kann einer schlimmeren Symphysenlockerung in einer Folgeschwangerschaft vorbeugen. 

Quellen:
Heidi Murkoff: What to Expect When You’re Expecting, original hier erhältlich über Amazon*

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