Fruchtwasser oder Ausfluss - wie erkenne ich den Unterschied?

Die Sorge, ob es starker Ausfluss ist oder doch schon Fruchtwasser, hat jede Schwangere mindestens einmal in den neun Monaten. Doch wie erkennt man den Unterschied?

Auch wenn man immer hört, dass der Fruchtblasensprung meistens nicht unbemerkt bleibt und das Fruchtwasser dabei in aller Regel schwallartig kommt, ist doch jede schwangere Frau natürlich beunruhigt, wenn ihr Höschen immer wieder nass wird. Ist es nur Ausfluss oder doch schon Fruchtwasser? Das ist dann immer die bange Frage. Denn während der Ausfluss überwiegend harmlos ist, muss man bei abgehendem Fruchtwasser schnell reagieren.

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Was ist es, wenn das Höschen nass wird: Fruchtwasser oder Ausfluss?


Fruchtwasser oder Ausfluss - was ist der Unterschied?

Grundsätzlich ist es völlig normal, dass eine Frau während der Schwangerschaft vermehrt Ausfluss hat, weil die Scheide stärker durchblutet wird. Ist der Ausfluss durchsichtig bis etwas trübe, so ist das völlig harmlos.
Fruchtwasser ist nicht Ausfluss – die drei Arten von Ausfluss:

Bräunlicher Ausfluss
In den ersten Wochen der Schwangerschaft bekommt fast jede fünfte Frau bräunlichen Ausfluss. Häufig treten dabei auch ziehende Schmerzen auf, ähnlich wie Menstruationsbeschwerden. Meistens ist die Blutung jedoch so schwach, dass sie kaum bemerkt wird. Die Ursache ist in den überwiegenden Fällen harmlos. Bei starken Blutungen und sehr starken Schmerzen oder wenn der Ausfluss länger anhält, solltest du aber unbedingt zum Arzt gehen, um die Ursache zu klären, zur eventuellen Behandlung und um mögliche Komplikationen abzuwenden.

Gelblicher Ausfluss
Zwischen Pubertät und Wechseljahren sondert die Scheide ein Sekret ab - als Abwehr- und Selbstreinigungsmechanismus. Dieser Scheidenausfluss besteht aus Schleim aus der Gebärmutter sowie aus Schleimhautzellen der Vagina. Farblich ist dieser Ausfluss zumeist hellgelb, die Konsistenz kann von wässrig bis dickflüssig gehen. Auch Menge und Geruch können von Frau zu Frau und während der Menstruation unterschiedlich sein.

Weißer Ausfluss
Eine Schwangerschaft bewirkt, dass von Woche zu Woche der gesamte Körper stärker durchblutet wird, dadurch die Temperatur rund um die Gebärmutter steigt und der Unterleib mehr gelockert wird. In der Folge wird ein weißlicher Ausfluss, den die Vagina absondert, schneller nach außen abgesondert. Dieses Sekret ist ein Begleitprodukt der permanenten hormonellen wie physischen Veränderungen im Körper, von der Befruchtung bis zur Geburt, und kann daher durchgängig auftreten. Der farblose und geruchlose Ausfluss besteht hauptsächlich aus Wasser und Schleimhautzellen von Gebärmutter und Vagina; durch sein Entstehen werden beide Bereiche gereinigt. Starker Ausfluss ist ganz normal und muss keine Frau beunruhigen.
Ausfluss als Warnsignal

Eine Veränderung des Ausflusses kann jedoch ein Hinweis auf eine eventuelle Erkrankung sein und du solltest sicherheitshalber mit deinem Gynäkologen sprechen.

Mögliche Veränderungen beim Ausfluss:

• er riecht unangenehm
• die Konsistenz ist anders
• die Farbe ist bräunlich oder grünlich
• andauernder Juckreiz
• Schmerzen

Ursachen für stärkeren Ausfluss

Es gibt eine Reihe von möglichen Ursachen, die vermehrten Scheidenausfluss hervorrufen können:

Stress oder seelische Belastungen
Hormonumstellungen, etwa durch Antibabypille oder Schwangerschaft
Reizungen durch die Spirale oder einen vergessenen Tampon
Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Viren
Feigwarzen oder Entzündungen der äußeren Geschlechtsorgane
Eileiter- oder Eierstock-Entzündungen
Tumoren, gut- oder bösartig, in Eierstock, Scheide oder Gebärmutter
Ungeschützter Geschlechtsverkehr

Es kommt bei vielen Frauen vor, dass sich der Ausfluss nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr verändert. Eine Erklärung dafür ist, dass dann für eine kurze Zeit der saure pH-Wert der Scheide durch das alkalische Sperma angehoben wird. Für eine gesunde Vagina stellt das jedoch kein Problem dar. Zusätzliche Hygieneaktionen solltest du auf keinen Fall einleiten. Seifen und Duschgels können die Flora von Vagina und Scheide angreifen und sie für Krankheiten anfälliger machen. Es ist völlig ausreichend, den Intimbereich mit klarem, lauwarmen Wasser zu reinigen. Auch die werdenden Väter sollten auf ihre Hygiene achten, nicht durch übertriebene, aber durch gründliche Reinlichkeit - und eventuelle Entzündungen oder Krankheiten von einem Arzt untersuchen lassen.

Ausfluss oder Fruchtwasser?

In den letzten Wochen der Schwangerschaft verstärkt sich der Ausfluss und wird zumeist dickflüssiger – ein Hinweis darauf, dass die Geburt bald bevorsteht. Viele Frauen sind dann extrem verunsichert, ob sie nicht bereits Fruchtwasser verlieren.

Fruchtwasser oder Ausfluss – so erkennst du, ob es Fruchtwasser ist

Fruchtwasser unterscheidet sich vom normalen Scheidenausfluss deutlich in mehreren Punkten:

es kommt häufig schwallartig, nach einem vorzeitigen Blasensprung
es ist dünn wie Wasser, nicht dickflüssig
es ist durchsichtig, manchmal leicht rosa
es riecht nicht
man kann es mit der Beckenmuskulatur nicht aufhalten
es hat einen extrem hohen pH-Wert von über 7

Den pH-Wert kann man leicht mit dem so genannten Lackmustest bestimmen. Dazu gibt es Lackmuspapier aus der Apotheke oder Lackmus-Teststreifen im Internet*. Der normale pH-Wert im Scheidenmilieu liegt in etwa bei 4.

So funktioniert der Lackmustest

Der pH-Wert, also der Säure- bzw. Basengehalt einer Lösung, kann mit Hilfe des Farbstoffs Lackmus ermittelt werden. Lackmus besitzt die Eigenschaft, seine Farbe zu verändern, abhängig davon, ob er mit sauren oder basischen Stoffen zusammengebracht wird. Bei pH-Werten unter 4,5 erscheint Lackmus rot, bei Werten größer als 8,3 blau und dazwischen violett.

Normaler Scheidenausfluss oder doch schon Fruchtwasser? Grundsätzlich gilt natürlich auch hier: Wenn du nicht ganz sicher bist, ob du Fruchtwasser oder Ausfluss verlierst, solltest du dich umgehend mit deiner Hebamme oder deinem Arzt besprechen. Sie können am besten beurteilen, wie kurz die Geburt bevorsteht. Wenn es tatsächlich Fruchtwasser nach einem Blasensprung ist, müssen sie ohnehin sogleich die nächsten Schritte, sprich die Geburt einleiten, da sonst die Gefahr einer Infektion besteht.
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