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Grünes Fruchtwasser: Gefährlich fürs Baby?

Grünes Fruchtwasser: Gefährlich fürs Baby?

Ursache & Folgen

Grünes Fruchtwasser bedeutet: Hier stimmt was nicht! Welche Risiken sich fürs Baby ergeben und wie im Fall der Fälle reagiert wird. 

Was ist Fruchtwasser eigentlich genau und für was ist es gut?

Fruchtwasser ist eine wahre Wunderflüssigkeit! Schon wenn das Ungeborene noch winzig klein ist, wird es von einer geringen Menge davon umgeben. In den folgenden Monaten wächst die Fruchtwasser-Menge auf ganze zwei Liter an. Erst ganz am Ende der Schwangerschaft wird sie wieder weniger – dann nimmt das Baby fast den gesamten Raum ein. Fruchtwasser wird von der Fruchthöhle gebildet. Alle drei Stunden tauscht es die Plazenta komplett ausgetauscht.

Das Fruchtwasser wird übrigens sowohl von der Mutter als auch vom Baby hergestellt. Verbrauchtes Fruchtwasser wird von beiden aufgenommen. Reguliert wird dieser Austausch durch die Plazenta, die Nieren des Kindes, Lunge, Nase und Mund. Ist das Kind bereit für die Geburt, bricht die Fruchtblase auf, sie "platzt", und das Fruchtwasser fließt heraus.

Zusammengesetzt ist die normalerweise gräuliche, klare Flüssigkeit zum Beispiel aus Natrium, Proteinen, Glukose und Laktat, womit der Embryo bestens versorgt wird. Auch für seine Sicherheit ist Fruchtwasser sehr wichtig: So kann er sich im Bauch bewegen und wird von Außeneinwirkungen wie Stößen oder Temperaturschwankungen geschützt.

Da das Fruchtwasser überlebenswichtig fürs Baby ist, kontrolliert der/die GynäkologIn bei den Vorsorgeuntersuchungen immer auch die Menge des Fruchtwassers: Weder zu wenig (das nennt man Oligohydramnie), noch zu viel (Polyhydramnie) ist gut fürs Ungeborene. Auch eine Grünfärbung kann gefährlich werden.

Grünes Fruchtwasser: Warum kommt es zu der Verfärbung?

Um das Schlucken und Atmen zu üben, schluckt das Baby während der Schwangerschaft die ganze Zeit Fruchtwasser. Schon ab dem zweiten Trimester lagern sich die Abfallprodukte dieses Vorgangs im Darm des ungeborenen Babys ab. In den ersten zwei Tagen nach der Geburt werden diese ausgeschieden: Das sogenannte Kindspech, oder in der Fachsprache Mekonium, ist der erste, tiefschwarze Stuhlgang des Neugeborenen und hat schon so manche unwissende Neu-Mama erschreckt.

Es kann aber auch dazu kommen, dass das Baby dieses Mekonium noch im Mutterleib ausscheidet. Dadurch entsteht grünes Fruchtwasser.

Was sind die Ursachen für grünes Fruchtwasser?

Bei 12 % aller Geburten wird grünes Fruchtwasser festgestellt. Gründe dafür gibt es einige:

  • Das Kind wird nicht richtig mit Sauerstoff versorgt. Dazu kann es zum Beispiel durch eine Plazentainsuffizienz oder eine Kompression der Nabelschnur kommen.
  • Die Mutter leidet an einer Erkrankung, wie zum Beispiel Diabetes oder Bluthochdruck.
  • Die Mutter nimmt Drogen oder konsumiert Nikotin und/oder Alkohol.
  • Auch nach einem vorzeitigen Blasensprung kann es zu grünem Fruchtwasser kommen. Kommt die Wehentätigkeit nicht selbst in Gang, wird dann meist eingeleitet.
  • Wird der Geburtstermin (erheblich) überschritten (länger als 42. SSW) steigt die Wahrscheinlichkeit für grünes Fruchtwasser auf bis zu 20 %.
  • Häufig kommt grünes Fruchtwasser auch bei langen und schwierigen Geburten und bei Mehrlingsgeburten vor.

Wie kann grünes Fruchtwasser erkannt werden?

In den allermeisten Fällen wird grünes Fruchtwasser erst bei der Geburt nach dem Blasensprung entdeckt. Während der Schwangerschaft lässt sich nur dickflüssiges,  grünes Fruchtwasser beim Ultraschall nachweisen.

Welche Auswirkungen hat grünes Fruchtwasser auf das ungeborene Baby?

Durch das Einatmen des grünen Fruchtwassers gelangt das Kindspech in die Atemwege. Das kann zur Folge haben, dass die Lunge und die Lungenbläschen verkleben und es so zu Sauerstoffmangel, Atemnot und Herzstörungen kommt. Das nennt man Mekoniumaspirationssyndrom  (MAS) .

Diese Symptome deute auf MAS hin:

  • Das Baby hat Schwierigkeiten zu atmen.
  • Es wirkt schlapp.
  • Es ist mit Kindspech bedeckt und seine Haut ist verfärbt.

Eine weitere Gefahr von grünem Fruchtwasser: Die proteinreichen Teilchen des Mekoniums begünstigen Keime und Infektionen und können nach der Geburt zum Beispiel eine Lungenentzündung verursachen. Beides kommt aber zum Glück sehr selten vor. Und kann im Notfall auch gut therapiert werden.

Wie reagiert man auf grünes Fruchtwasser?

Da grünes Fruchtwasser meist erst unter der Geburt sichtbar wird, sind im Normalfall ja auch direkt Hebammen und ÄrztInnen zur Stelle, die sofort handeln können. Das wird im Fall der Fälle getan:

  • Der Herzschlag des Kindes wird engmaschig überwacht.
  • Bei der Mutter wird die Körpertemperatur kontrolliert und die Entzündungswerte im Blut beobachtet.
  • In manchen Fällen verabreicht man der Mutter direkt Antibiotika, wenn das grüne Fruchtwasser erkannt wird, um Entzündungen vorzubeugen.
  • Das Fruchtwasser wird abgesaugt, sobald Kopf und Schultern geboren sind, damit es vom Baby nicht weiter eingeatmet wird.
  • Kommt es zu Atemproblemen und Sauerstoffmangel beim Kind, wird es sofort nach der Geburt behandelt.

Video: Erstuntersuchung nach der Geburt

Ist bei grünem Fruchtwasser ein Kaiserschnitt notwendig?

Normalerweise nicht. Allerdings kann es sein, dass die ÄrztInnen dazu raten, falls die Geburt zu lange dauert und weitere Komplikationen auftreten.

Quellen: wikipedia.deardo.denetdoktor.de

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Bildquelle: Science Photo Library / Getty Images

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