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Fruchtwasser-Farbe: Was welche Verfärbung des Wunderelixiers bedeutet

Fruchtwasser-Farbe: Was welche Verfärbung des Wunderelixiers bedeutet

Rosa? Grün?

An der Fruchtwasser-Farbe lässt sich ablesen, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. Was welche Verfärbung bedeutet. 

Was kann Fruchtwasser eigentlich?

Zunächst einmal ein paar interessante Fakten zur Wunderflüssigkeit Fruchtwasser, die uns immer wieder staunen lassen. Kanntet ihr die meisten schon?

  • Indem er klare Flüssigkeit aus dem mütterlichen Blut filtert und in die Fruchthöhle befördert, bildet der Körper ab dem Beginn der Schwangerschaft Fruchtwasser.
  • Ab der 5. SSW ist der Embryo in der Fruchthöhle komplett mit Fruchtwasser umhüllt. So wird garantiert, dass er nicht mit der Plazenta verwächst.
  • Die Zusammensetzung des Fruchtwassers verändert sich im Laufe der Schwangerschaft: Am Anfang besteht es hauptsächlich aus Wasser und Elektrolyten. Später kommen Nährstoffe, zum Beispiel Eiweiße, Fette und Zucker, dazu. Gegen Ende nimmt der Anteil des Wassers immer mehr ab und es kommen immer mehr Zellbestandteile des Fötus hinzu.
  • Das Volumen wächst von ein paar Millilitern zu rund einem Liter an. Das ist um die 34. SSW herum erreicht. Danach nimmt die Fruchtwassermenge wieder ab und liegt dann in der Regel bei rund 800 ml: Das Baby nimmt dann fast den gesamten Platz ein.
  • Nach dem vierten Monat schluckt das Baby Fruchtwasser und scheidet es über die Niere wieder aus. Das alte Fruchtwasser wird von der Plazenta abtransportiert und neues nachgebildet. Am Ende der Schwangerschaft trinkt das Ungeborene rund 400 ml am Tag.
  • Kurz vor der Geburt wird das Fruchtwasser von der Plazenta alle drei Stunden ausgetauscht.

Wie sieht gesunde Fruchtwasser-Farbe aus?

Zu Beginn der Schwangerschaft ist das Fruchtwasser gelblich. Da es mit fortschreitender Schwangerschaft immer wieder von der Plazenta ausgetauscht wird, ist es dann normalerweise klar und fast farblos, allenfalls gräulich.

Manchmal kann es bei der Geburt Blutspuren enthalten und verfärbt sich dann ganz leicht rosa. Das ist normalerweise kein Grund sich Sorgen zu machen: Es stammt aus den kleinen Blutgefäßen rund um den Muttermund, die bei dessen Öffnung platzen können.

Was bedeutet grüne Fruchtwasser-Farbe?

Ist das Fruchtwasser grün verfärbt, bedeutet das: Das Baby hat Stress! Die grüne oder oft auch bräunliche Farbe kommt nämlich von einer Darmentleerung des Ungeborenen. Normalerweise scheidet ein Baby erst in den ersten beiden Tagen nach seiner Geburt das sogenannte Kindspech, oder in Fachsprache Mekonium, aus. Passiert das schon im Mutterleib, ist irgendetwas nicht in Ordnung.

Gründe für grüne Fruchtwasser-Farbe können beispielsweise sein:

  • ungenügende Sauerstoffversorgung, zum Beispiel durch eine Kompression der Nabelschnur oder eine Plazentainsuffizienz
  • Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck bei der Mutter
  • Drogen-, Nikotin- oder Alkoholmissbrauch der Mutter
  • ein vorzeitiger Blasensprung
  • Überschreitung des errechneten Geburtstermins um mehr als zwei Wochen
  • eine lange und schwierige Geburt

Grünes Fruchtwasser kommt bei rund 12 % aller Geburten vor. Ab der 42. SSW steigt das Risiko auf 20 % an.

Ist grünes Fruchtwasser gefährlich fürs Baby?

Gelangt das Kindspech in die Atemwege kann es zum sogenannten Mekoniumaspirationssyndrom (MAS) kommen: Lunge und Lungenbläschen verkleben, die Folge sind Atemnot, Sauerstoffmangel und Herzstörungen. Auch das Risiko, dass Keime Infektionen wie eine Lungenentzündung begünstigen, steigt an.

In der Obhut von Ärzten und Hebammen kann aber schnell und gut eingegriffen werden, zum Beispiel durch Antibiotika-Gabe bei der Mutter, Überwachung der Herztöne und Absaugung des Fruchtwassers, sobald der Kopf des Babys geboren ist.

Was bedeutet gelblich-trübe Fruchtwasser-Farbe bei der Geburt?

Oft ist das Fruchtwasser zum errechneten Geburtstermin auch gelblich und eingetrübt. Das passiert durch die Vernixflocken von der Käseschmiere, ist nicht gefährlich und deutet nur auf die Geburtsreife des Babys hin.

Gelbe Fruchtwasser-Farbe: Hinweis auf eine Blutgruppenunverträglichkeit

Stimmt die Blutgruppe von Mutter und Kind nicht überein, ist gelbes Fruchtwasser ein sichtbares Zeichen für die Blutgruppenunverträglichkeit. Die Folge: Ein verstärkter Abbau der roten Blutkörperchen, deren Abbauprodukte, das Bilirubin, für die gelbe Farbe des Fruchtwassers sorgen.

Am schwerwiegendsten sind die Folgen übrigens, wenn eine Rhesus-negative Frau ein Rhesus-positives Kind erwartet. Heutzutage wird das aber meist schon frühzeitig erkannt und prophylaktisch behandelt, so dass Komplikationen vermieden werden können.

Fleischfarbenes Fruchtwasser: Tod im Mutterleib

Eine fleischfarbene Färbung des Fruchtwassers geht mit dem Tod des Kindes nach der 24. SSW im Mutterleib einher.

Fruchtwasser oder Ausfluss? So kann man es unterscheiden

In der Regel tritt das Fruchtwasser schwallartig aus. Manchmal aber sind es auch nur ein paar Tropfen. Die Schwangere ist sich dann oft unsicher: Ist es nur Ausfluss oder doch schon Fruchtwasser? Weil man bei abgehendem Fruchtwasser schnell reagieren sollte, muss diese Frage geklärt werden. Das geht zum Beispiel mit dem sogenannten Lackmus-Test. Der misst den pH-Wert der Flüssigkeit. Liegt er mit über 7 sehr hoch, handelt es sich um Fruchtwasser.

Zusätzlich verunsichernd: Auch Ausfluss kommt in verschiedenen Farben vor. Es gibt im Laufe der Schwangerschaft bräunlichen, gelblichen und weißen Ausfluss. Was welche Färbung bedeutet, lest ihr hier:

Video: Erstuntersuchung beim Baby nach der Geburt

Quellen: 
Wikipedia.de
Baby-und-familie.de
Dr-gumpert.de
Praxisvita.de

Bildquelle: Science Photo Library - IAN HOOTON / Getty Images

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