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Erfahrungsbericht

Was ist eine Doula? So unterstützt euch die Geburtsbegleiterin

© Getty Images/MangoStar_Studio
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Ihr habt schon öfter von einer Doula gelesen, aber fragt euch, was sie macht? Als emotionale und begleitende Unterstützung bei der Geburt kann sie für eine Schwangere enorm hilfreich sein. Wir haben mit der praktizierenden Geburtsbegleiterin Stephanie Johne gesprochen und verraten euch, worin ihre wertvolle Hilfe besteht und was sie von einer Hebamme unterscheidet.

Was ist eine Doula?

Als ich vor einigen Jahren schwanger war, war mir der Begriff "Doula" noch völlig unbekannt. Ihr seid also nicht die einzigen Frauen, die sich fragen: "Was ist eine Doula?". So geht es einigen Frauen, obwohl es diese Art der Geburtsbegleitung eigentlich schon seit dem Mittelalter gibt. Der Begriff "Doula" stammt aus dem Altgriechischen und heißt wortwörtlich "Dienerin" oder "Sklavin", natürlich wirkt dieser altmodische Begriff in der Ursprungsbedeutung sehr unterwürfig. Damals standen Frauen häufig Doulas zur Seite, wenn es im Dorf oder Umkreis keine Geburtshelferin gab. Diese Art der Geburtsbegleitung hat also eine sehr lange Tradition.

Was macht eine Doula?

Eine Doula ist eine nicht-medizinische Helferin. Sie ist also weder eine Geburtshelferin oder Hebamme, noch Krankenschwester. Sie übernimmt keine direkten medizinischen Aufgaben, sondern begleitet Frauen während Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett eher emotional.

Vor allem Frauen, die große Bedenken während ihrer Schwangerschaft haben und sich unsicher in Bezug auf die Geburt fühlen, können von dieser Unterstützung profitieren. Laut dem Verein Doulas in Deutschland e.V. sollte eine Doula jedoch eine qualifizierte anerkannte Ausbildung durchlaufen und kann sich zertifizieren lassen.

Zu ihren Aufgaben und Fähigkeiten gehören:

  • psychischer Beistand während der Schwangerschaft
  • Ergänzung des Geburtsteams im Kreißsaal oder Geburtshaus
  • geschult im Umgang mit verschiedensten Geburtsverläufen
  • praxiserfahren mit Entspannungs- und Schmerzlinderungstechniken
  • persönliche Ansprechpartnerin und Vertraute der Familie
  • schützt die Intimsphäre der Eltern während der Geburt
  • geschult in aktivem Zuhören, nonverbaler Kommunikation und besonders empathisch.

Darüber hinaus bieten manche Doulas Massagen an, Übungen mit dem Rebozo, also dem weiten mexikanischen Schulter-/bzw. Tragetuch, Yoga-Übungen oder teilweise auch Stillberatung. Sie möchten das Vertrauen der Schwangeren in ihren Körper stärken und informieren über Möglichkeiten und Angebote, die jungen Eltern zur Verfügung stehen.

Ich höre zu, versuche herauszufinden, welches Bild Frauen von der Geburt haben und was sie brauchen, um bestärkt und mit Selbstvertrauen in diese Erfahrung zu gehen. Es gibt mittlerweile viele Angebot – nicht alles ist etwas für jede Frau. Doulas unterstützen sehr individuell, wir schreiben einen Geburtsplan, wo wir verschiedene Szenerien durchspielen. Gerade in Zeiten von Corona gibt das Sicherheit. Die größte Angst der Frauen jetzt ist ganz klar, die Geburt alleine erleben zu müssen.

Doula Stephanie Johne

 

Emotionale Hilfe und psychische Unterstützung einer Doula

Doulas dürfen keine Geburten in Krankenhäusern durchführen, sondern sie begleiten die Frauen und Familien dabei emotional mit fundiertem Wissen. Zudem muss eine Doula selbst eine Geburt erlebt haben, um diese Qualifikation zu erhalten.

Vor allem für Frauen, die unter Geburtsangst leiden kann eine solche Geburtsbegleiterin die richtige Hilfe sein. Es geht darum, die werdenden Mutter schon in der Schwangerschaft zu begleiten, trösten und ermutigen und ihr während der Geburt zur Seite zu stehen. Das kann auch schwangeren Frauen helfen, die nach einem Geburtstrauma Angst vor der zweiten Entbindung haben.

Eine Doula hat zwar ein medizinisches Verständnis, aber keine medizinische Kompetenz, sie arbeitet ausschließlich auf emotionaler Ebene und ersetzt nie eine Hebamme. Wir arbeiten also immer im Team und ergänzen uns in der Regel gut. Oft ist es so, dass Doulas vor allem dann extrem hilfreich sein können, wenn Frauen vorab keine eigene Hebamme haben. Es ist wichtig, dass zumindest eine vertraute Person die werdenden Eltern durchgehend begleitet.

Doula Stephanie Johne

 

Doula Stephanie Johne im Gespräch: "Wir sind Freundinnen auf Zeit"

Die Österreicherin Stephanie Johne ist Mutter eines kleinen Sohnes, nach dessen Geburt sie sich als Geburtsbegleiterin ausbilden ließ.

Welchen Weg bist du dann gegangen, um eine Doula zu werden?

"Die Geburt von meinem Sohn war ausschlaggebend dafür. Wir hatten eine Hausgeburt geplant, die wunderschön gestartet ist und mussten dann kurzfristig ins Krankenhaus verlegen. Darauf waren wir nicht vorbereitet und dementsprechend lief das nicht so gut – obwohl wir nicht lange dort waren. Ich hatte daraufhin das Gefühl, irgendwas an diesem System ändern zu wollen.

Zwei Monate später bot sich mir die Möglichkeit, die Doula Ausbildung bei Angelika Rodler (DiA) & Debra Pascali-Bonaro (DONA) zu machen und ich bin ohne zu zögern dem Ruf gefolgt. Das ging mit Still-Baby tatsächlich ganz gut, auch dank des Supports meines Partners."

Hier seht ihr Stephanie bei ihrer Arbeit mit einer Schwangeren:

Hebammen haben oft einen engen Terminkalender und es bleibt wenig Zeit für Emotionales: Wie kannst du als Doula Frauen nochmal ganz anders helfen als eine Hebamme das kann?

"Ohne dass ich hier pauschalisieren möchte, ist es trotzdem oft so, dass Hebammen natürlich nur bestimmte Zeitfenster haben und ihre Begleitungen auch feste Termine vorsehen, bei denen es ja nicht nur um die Bedürfnisse der Mamas geht, sondern vor allem um das Kind.

Frauen, die sich für eine Krankenhausgeburt entscheiden ohne eigene Hebamme, haben diesen Austausch gar nicht. Da ist der Arzt Ansprechpartner Nummer eins. In beiden Fällen reicht der dabei gebotene emotionale Support oft nicht aus – vor allem nicht, wenn wir uns anschauen, welche gesellschaftlichen Paradigmen wir rund um das Thema Geburt verinnerlicht haben. Ein positives, Frauen in ihrer Urkraft bestärkendes Bild sieht anders aus! Schon allein um das zu überschreiben, kann es nicht genug Doulas geben, die zuhören und aufklären.

Unser Gesundheitssystem ist so sehr auf die körperlichen Veränderungen fixiert, dass die Frauen selbst der Transformation auf psychischer Ebene erst sehr spät Bedeutung zumessen. Die Schwangerschaft ist so eine zauberhafte Zeit (wenn sie nicht gerade beschwerlich ist, auch da gibt es Ausnahmen – aber gerade dann braucht es ja nur noch mehr Zuspruch und Support) – und wir verbringen sie hauptsächlich damit, beim Arzt zu sitzen und zu kontrollieren, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. Das will ich per se nicht in Abrede stellen, aber es lässt eben wenig Spielraum für das große kleine Wunder, das diese Zeit ja auch ist."

Mit welchem Wissen stehst du einer Frau zur Seite?

"Wir versorgen die Frauen mit Ressourcen, um vorab die richtigen Entscheidungen zu treffen, hören zu, sitzen Ängste und Sorgen mit den werdenden Eltern aus und verweisen im Zweifel weiter, wenn mehr psychischer Support gebraucht wird.

Wir spielen aber auch hier oft wieder eine Schlüsselrolle. Doulas kommen im Wochenbett oft über die Hebammen-Begleitung hinaus zu den Frauen nach Hause – Wochenbettdepressionen lassen sich so frühzeitig erkennen und abwenden, weil wir für diese Themen sensibilisiert sind und schnell Support dazu holen können.

Oft haben Doulas aber auch andere berufliche Hintergründe – je nachdem, was das ist, erweitert sich das Repertoire natürlich. Bei mir sind es beispielsweise Yoga, Reiki, Vaginal Steaming (ein Intim-Duschbad) und die ayurvedische Küche. Ich begleite auch mit Entspannungstechniken, Meditationen, Reiki, Intimdampfbädern, Prä- und Postnatal Yoga und koche für die Frauen im Wochenbett nach Wochenbettrezepten."

Was kostet eine Doula?

"In Deutschland wird die Unterstützung durch eine Doula nicht von den Krankenkassen übernommen. Die Kosten können von 500 bis 1.200 € reichen und müssen privat getragen werden. Viele bieten verschiedenste Pakete an, von einem ersten Kennenlernen bis zur vollumfänglichen Wochenbettbegleitung. Die Leistung umfasst dann zwei Vorgespräche, Rufbereitschaft (in der Regel 10 Tage vor bis 10 Tage nach dem errechneten Geburtstermin), telefonischen Kontakt, Erreichbarkeit, Anwesenheit während der Geburt und ein Nachgespräch. Weitere Vor- und Nachgespräche sowie Fahrtkosten werden extra berechnet."

Katja Nauck

Wertvolle Hilfe

Wenn ich höre, was Stephanie alles bietet, bin ich wirklich überrascht. Obwohl meine Geburt gut verlief und ich jetzt keine größeren Ängste hatte, wäre eine solche persönliche Ansprechpartnerin zusätzlich toll gewesen. Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt hatte meine Hebamme nicht wirklich Zeit für längere Gespräche bzw. ging es eher darum, dass es dem Baby gut geht und weniger um meinen emotionalen Zustand.

Zudem kann ich mir vor allem bei Schwangerschaftskomplikationen und Frauen, die psychisch sehr sensibel und schmerzempfindlich sind eine solche Begleitung sehr gut vorstellen. Es ist schade, dass man diesen Service komplett selbst finanzieren muss. Daher kann sich diese Unterstützung leider nicht jede Familie leisten. Doch was eine Geburtsbegleiterin bieten kann, ist sicherlich auch diese Kosten Wert.

Wie finde ich (m)eine Doula?

Geburtsbegleiterinnen arbeiten rein freiberuflich und sind nicht in Kranken- oder Geburtshäusern angestellt. Doch manche Geburtshäuser können euch eine Begleiterin vermitteln. In Deutschland kann man bei der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung - Familienbildung und Frauengesundheit Bundesverband e.V – eine Ausbildung zur Doula machen. Auch DONA International, die größte und älteste Doula-Vereinigung weltweit, bietet in Zusammenarbeit mit Doulas-in-Deutschland eine solche an. Ihr könnt also bei diesen Verbänden nach qualifizierten Geburtsbegleiterinnen fragen.

Wenn man selber keine Doula kennt und auch niemanden, der eine empfehlen könnte, kann man sich auf diesen Portalen informieren und unverbindlich umsehen:

Doulas in Deutschland
Doula-Info
Gesellschaft für Geburtsvorbereitung

Ihr werdet bald Mama und habt etwas Angst vor der Geburt? Hebamme Jana Friedrich nimmt euch diese und verrät euch, wie ihr eine positive Einstellung zur Geburt bekommt:

Birth Esteem: Empowered gegen die Angst vor der Geburt mit Hebamme Jana Friedrich Abonniere uns
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Welche Art der Geburt passt zu mir?

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