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Periodenunterwäsche-Test 2020: Die besten Menstruationsslips im Vergleich

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Periodenunterwäsche-Test 2020: Die besten Menstruationsslips im Vergleich

Periodenunterwäsche soll eine nachhaltige, preisgünstige Alternative für Wegwerfbinden, Tampons & Co. sein. Wir Redakteurinnen von familie.de waren neugierig: Kann ein Periodenslip wirklich die üblichen Wegwerfprodukte ersetzen? Mehrere Autorinnen und Mamas mit unterschiedlich starker Periode probierten im Periodenunterwäsche-Test verschiedene Menstruationsslips bekannter Marken im Alltag aus.

Menstruationsunterwäsche: Eine Revolution?

Wir Frauen produzieren aufgrund unserer Periode monatlich sehr viel Müll. Bis vor ein paar Jahren gab es kaum Alternativen, sodass fast jede Frau seit ihrer Jugend Tonnen an Tampons und Binden verbrauchen musste. Ganze 4 kg Müll aus Wegwerfhygieneprodukten sammelt sich laut einer Rechnung der Marke Kora Mikino pro Jahr und Frau an. Um noch mehr Müll zu sparen, hilft eigentlich nur Free Bleeding.

Aber nicht nur der Abfall-Aspekt zählt, um nach Alternativen zu suchen, sondern auch die Tatsache, dass herkömmliche Menstruationsprodukte alle ihre Negativseiten haben: Nicht jede Frau trägt gerne Tampons  bzw. verträgt sie. Binden oder Slipeinlagen können verrutschen und häufig fühlt man sich nicht sicher und meistens ziemlich unsexy. Auch Menstruationstassen sind nicht für den Alltag  jeder Frau oder jedes Mädchens geeignet.

Periodenunterwäsche soll die perfekte und nachhaltigste Alternative sein: Sie wirken wie ein klassischer Slip und saugen durch eine spezielle Membran die Blutung auf. Nach dem Tragen wäscht man sie kalt aus und kann sie anschließend in der Maschine reinigen. So spart man sich die Wegwerfprodukte und braucht zukünftig nur noch diese Slips tragen, um sich während der Periode sicher zu fühlen. So die Theorie. Der Periodenunterwäsche-Test zeigt, ob die Markenversprechen der Hersteller zutreffen.

Periodenunterwäsche sind Unterhosen mit integrierter Einlage. Die wenige Millimeter dicke Sauglage transportiert das Blut sekundenschnell weiter und sorgt so für ein trockenes Tragegefühl.

koramikino.de
ooia Periodenunterwäsche 3 Models Hipster, Slip und Highwaist
Ooia Periodenslips (ooia.de)

Periodenunterwäsche-Test: Marken im Überblick

Neben den von uns persönlich getesteten könnt ihr auf dem deutschen Markt weitere Periodenslips kaufen. Hier eine Übersicht der beliebtesten Marken und die Preise.

Marke Material* Hygienehinweise* Preis (pro Stück)
Ooia (im Test) 93 % Baumwolle, 7 % Elasthan, Futter: Merinowolle, Mittelschicht Baumwolle-Polyester-Mischung kalt auswaschen, bei 40° C im Pflegeleicht-Waschgang, nicht trocknergeeignet Von 26,45 € bis 44,11 € je nach Modell
Taynie (im Test) teils BioBaumwolle STANDARD 100 by Oeko-TEX zertifiziert, innen Baumwoll-Elasthan-Mischung, außen 75 % Nylon kalt auswaschen, bei 60° C im ECO Waschprogramm, nicht trocknergeeignet Von 20,81 € bis 29,67 € je nach Modell
Femtis (im Test) Innenschicht aus zertifizierter Bio-Baumwolle und 5 % Elasthan, außen Viskose-Polyester-Baumwoll-Mischung kalt auswaschen, bei 40° C, nicht trocknergeeignet Von 23,80 € bis 29,40 € je nach Modell
Kora Mikino (im Test) 90% MicroModal aus Buchenholz, Elasthan kalt auswaschen, 40° Ce im Schonwaschgang, nicht trocknergeeignet Von 29 € bis 38 € je nach Modell
Snuggs 93 % Nylon, 7 % Elasthan, Innenmaterialien Polyester- Baumwoll- Elasthan-Mischung kalt auswaschen, 40° C ohne Weichspüler 32 € bis 42 € je nach Modell
Pourprées (im Test) 97 % Biobaumwolle, STANDARD 100 by OEKO-TEX, 3 % Elasthan, innere Schicht Viskose-Polyester-Polyurethan-Mischung kalt auswaschen, bei 30 ° C in der Maschine, nicht trocknergeeignet 34 € bis 44 € je nach Modell
MyLily 100 % Bio-Baumwolle, Polyester kalt auswaschen, bei 30 ° C in der Maschine 34,95 €
Selenacare (Rossmann, DM) 94% Polyester, 6 % Elasthan, innen Baumwoll-Elasthan, Polyester-Polyurethan, Nylon-Mischung kalt auswaschen, bei 30 ° C in der Maschine, lufttrocknen 17,98 €  bei Rossmann

17,85 € bei DM

*alle Angaben laut Hersteller-Website

Bewertung: So schnitten die Slips bei uns ab

Das Ergebnis des Periodenunterwäsche-Vergleich überrascht wenig: Die Meinungen sind sehr verschieden, so wie eben auch jede Frau eine andere Periode hat und Unterschiedliches von ihrer Monatshygiene erwartet. Wir waren jedoch insgesamt in unserem Periodenunterwäsche-Test alle überrascht, wie gut das Prinzip Periodenslip funktioniert und dass man sich damit wirklich sicher fühlen kann. Jede von uns konnte einem Modell eher mehr abgewinnen als dem anderen, doch im Durchschnitt hatte keine Marke die Nase vorn. Getestet wurden von uns eher die klassischen Slip-Modelle, wir konnten natürlich nicht jedes Modell tragen.

Eine unterschiedliche Meinung hatten wir beim Periodenunterwäsche-Vergleich vor allem in Sachen Optik und Tragekomfort. Insgesamt waren wir echt zufrieden und über die Hälfte von uns wird ihre Menstruationsslip sehr gern weiter tragen. In die Bewertung sind die Optik, Tragekomfort, Sicherheit und Pflege eingeflossen. Da die Tragegewohnheiten von Slips und die individuelle Periode so verschieden sind, konnte sich insgesamt kein Modell deutlich hervorheben. Wir waren insgesamt sehr positiv überrascht beim Testen.

Ooia: Der Sicherheitssieger mit optischen Mängeln

Die von uns getesteten Ooia-Modelle konnte uns in Sachen Sicherheit und Hygiene überzeugen. Auch einer stärkeren Blutung halten sie stundenweise gut stand. Doch leider ließ für drei der Redakteurinnen die Optik der von uns getesteten Modelle (Highwaist und zu wünschen übrig. Ooia würden drei von uns also eher weitertragen, jedoch käme dann für einige Redakteurinnen eher eines der anderen Modelle im Ooia-Shop in Frage. Dort gibt es eine große Auswahl.

Femtis: Optischer Sieger mit durchschnittlichem Tragekomfort

In Sachen Ästhetik und Tragegefühl waren wir uns bei den Femtis-Modellen sehr uneinig. Doch die Optik gefiel uns hier bei einigen Modellen weitaus am besten. Einige fühlten sich beim Tragen sehr "windelig" und hätten Angst, dass man die Abdrücke bei engen Kleider bzw. Hosen sieht. Doch auch Femtis bietet viele verschiedene Modelle, die ganz verschieden sitzen. Einige Modelle der Femtis-Slips würden wir alle auf jeden Fall wieder tragen, denn sie gaben im Periodenunterwäsche-Test insgesamt ein sicheres Gefühl.

Taynie: Nichts für sehr starke Blutungen

Bei der Bewertung der Taynie-Modelle hat sich wieder gezeigt, dass Tragegefühl und Optik einfach Geschmackssache sind. Mir persönlich hat sie am wenigsten gefallen, doch eine Redakteurin trug ihre Taynie am liebsten. In Sachen Sicherheit ist das von uns getestete Modell im Periodenunterwäsche-Test sehr starker Blutung durchgefallen. Hier muss man in jedem Fall öfter wechseln und braucht eine größere Anzahl Slips. Daher wäre dieses eher bei leichterer Blutung zu empfehlen.

Kora Mikino: Bequeme und sichere Periodenslips

Die Kora Mikino testeten nur zwei von uns Redakteurinnen und fanden sie beide sehr bequem. Doch beim Tragen hatte ich persönlich weniger Probleme als meine Kollegin mit eher schwächerer Periode. Die fühlte sich etwas an "Omas Unterhosen" erinnert und das Knistern des Stoffes waren ihr etwas unangenehm. Diese Marke würde ich wieder tragen, meine Kollegin eher nicht.

Pourprées: Der Klassiker aus Frankreich

Die Periodenslips aus Frankreich stehen den deutschen Marken in nichts nach. Wir waren beide positiv überrascht vom Tragekomfort und fühlten uns damit sicher. Vom Design her war meine Kollegin etwas mehr begeistert als ich. Für mich darf es optisch eher schlicht und sportlich sein, die Spitze störte mich eher. Aktuell gibt es bei Pourprées auch nur drei Modelle zur Auswahl. Doch das kann sich in Zukunft ja noch ändern.

Markenversprechen: Die Vorteile von Periodenslips

Neben dem Aspekt, dass jeder Hersteller auf dem Markt der erste seiner Art in Deutschland sein möchte und sich für Nachhaltigkeit und natürliche Produkte einsetzt, gibt es einige große Versprechungen:

  • Ooia: "genau so schön und gemütlich wie in deiner Lieblingsunterwäsche", "Berge an Müll vermeiden", keine "Sorge vor dem Auslaufen"
  • Femtis: "einzig­artige Auswahl sicherer und stylisher Perioden-Panties", "fair hergestellten Perioden­slips (...) wie normale Unter­wäsche, nur viel besser", nicht nur "gut für die Umwelt, sondern auch gut für Deine Gesundheit",
  • Taynie: "perfekte Ergänzung oder der Ersatz zu Binden, Tampons und Cups", "sicher und bequem, nachhaltig, reduziert Müll", "ein sauberes und trockenes Gefühl ohne Geruchsbildung", "wohlig trockenes Hautgefühl und trotzdem ein diskreter Look"
  • Kora Mikino: "bequeme Perioden-Produkte, die Dir Sicherheit geben", "vegan, super weich und sehr bequem", "wiederverwendbar und somit viel nachhaltiger als herkömmliche Wegwerfprodukte"
  • Pourprées: "perfekte Unterwäsche", schön, gesundheitlich unbedenklich, umweltfreundlich, sehr bequem und absolut zuverlässig"

Doch halten Periodenslips, was sie versprechen? Das erfahrt ihr in unserem Periodenunterwäsche-Test.

So verlief unser Periodenunterwäsche-Test

Unabhängig voneinander haben vier Redakteurinnen jeweils vier verschiedene Marken während ihrer Periode getestet. Die Slips wurden uns dafür von den jeweiligen Herstellern zur Verfügung gestellt. Keine von uns hatte vorher bereits Erfahrungen mit diesem Hygieneprodukt, also waren wir alle umso gespannter, was der Slip wirklich kann. Einige der Firmen engagieren sich ebenfalls sozial oder lassen ausschließlich in Deutschland produzieren. Wer sich darüber informieren möchte, schaut am besten auf die verlinkten Websites.

Wir alle vier sind Mütter und haben sehr verschieden starke Perioden. Im Periodenunterwäsche-Test hat sich also gezeigt, ob die Unterwäsche sich im Alltag bewähren kann, wenn man eine schwache oder auch einer eher starke Periode hat. Da wir nur bestimmte Modelle erhalten haben, bezieht sich unsere Meinung auch nur auf jene Slips. Alle Marken haben eine größere Auswahl verschiedenster Modelle. Bei unserem Test ging es vor allem darum, ob wir uns beim Tragen der Periodenunterwäsche sicher fühlten und diesen ab sofort als Alternative wieder tragen würden. Wir waren echt erstaunt und die Meinungen gingen recht weit auseinander.

Ooia im Periodenunterwäsche-Test

Ooia (früher Ooshi) ist ein Startup aus Berlin und lässt seine Periodenwäsche in Portugal und Litauen fair produzieren. Die Gründerinnen möchten "female empowerment durch innovative female centric products in tabubehafteten Bereichen" vorantreiben. Wir durften vier verschiedene Modelle testen, die leider in Sachen Optik und Tragegefühl etwas durchfielen. Das liegt sicherlich auch an den Modellen, denn Ooia hat eine große Bandbreite im Angebot. Die Marke gefällt uns gut, doch die Trageerfahrungen sind durchwachsen.

1. Optik

Die Modelle Highwaist und Shorty sind leider im Optiktest nicht so gut weggekommen: Die Meinung unserer Redakteurinnen war hier eindeutig: "Riesenteil, das meine Oma getragen hat" und "Die Form ist halt eher gewöhnungsbedürftig weil schon sehr Windel ähnlich, durch die Dicke der Einlage". Auch der Ooia Slip wurde ehr als "Omas Schlüppi" beschrieben. Ich habe die Hipster getestet, die mir in ihrer klassischen Slipform ganz gut gefallen hat, weil ich jetzt auch keine super-sexy Variante erwartet habe. Ooia hat jedoch auch deutlich elegantere Slips im Angebot. Hier kommt es auf euren Geschmack und die Modellauswahl an.

ooia Slip Highwaist schwarz Hüften liegend
Ooia-Periodenslips (Ooia.de)

2. Tragekomfort & Sitz

Den Ooia Slip empfand die Testerin als "sehr hoch geschnitten, zwischen den Beinen eher knapp". Die Hipster hatte in meiner Größe einen guten Halt, die würde ich als Variante für die Nacht empfehlen. Die Shorty empfand unsere Redakteurin als "sehr bequem und an den Beinen etwas weit, aber fühlte sich gut an". Doch bei einer Redakteurin gab es leider wenig Tragekomfort: Sie bemängelt das "Plastikgefühl auf der Haut" und sie kam sich bei diesem Modell "wie im Krankenhaus nach der Geburt" vor.

Sicherheitsgefühl war voll da, aber das Modell gefällt mir gar nicht - so hatte ich befürchtet, dass Periodenunterwäsche wäre: riesig und unsexy.

familie.de-Redakteurin über die Ooia Highwaist

3. Hygiene und Sicherheit

In Sachen Sicherheit wurden die Ooia-Slips eher recht gut bewertet. Die Shorty wurde von einer Redakteurin mit starker Blutung getragen, denn sie verspricht vier Tampons aufzusaugen. In ihrem Fall hat sie ganze fünf Stunden ausgehalten, im Gegensatz zu den anderen, ist dieses Modell hier der Sieger bei der Sicherheit. Auch Highwaist und Slip gaben ein sicheres Gefühl.

Die Hipster hält in Sachen Saugkraft auch einiges aus, doch ich musste nachts einmal wechseln, weil sie doch sehr voll war und ich mich unsicher fühlte. Zudem riecht sie nach fünf Stunden etwas, was im Homeoffice noch okay ist, mir aber im Büro unangenehm wäre. Die Aussage des Hersteller, man könne also einen Slip pro Tag tragen, können wir so nicht bestätigen, aber das liegt eben auch am persönlichen Empfinden und der Periodenstärke.

4. Pflege

Beim Auswaschen haben wir festgestellt, dass man ordentlich Wasser benötigt, wenn man sie bei starker Blutung mehrere Stunden getragen hat. Wir fragen uns dann, wie umweltbewusst das ist, wenn man mehrmals täglich mehrere Minuten unter fließendem Wasser ausspült, denn das sollte man tun, bevor man sie dann in der Maschine waschen kann. Das widerspricht ein wenig dem Nachhaltigkeitsgedanken. Zudem dauerte das Trocknen mindestens einen Tag bei Sonnenschein. Im Winter würde hier nur Trocknen über der Heizung helfen.

Femtis im Periodenunterwäsche-Test

Femtis war die nächste Marke im Periodenunterwäsche-Test, die wir ausprobieren durften. Wir bekamen Kari, Alwa, Insa und Lene. Die deutsche Firma lässt ihre Unterwäsche in Asien produzieren und gibt an, dass die Produktion derzeit GOT zertifiziert wird d.h. die guten Arbeitsbedingungen werden nachgewiesen. Der Firma ist ihr Engagement wichtig: Sie fördert die Endometriose-Vereinigung Deutschland und unterstützt Aufklärungsprogramme für Jugendliche. In Bezug auf Tragekomfort uns Sitz schnitt sie eher schlechter ab, die Meinungen waren eher nachteilig.

1. Optik

Ich habe Insa und Lene getragen. Beide wirken optisch wie ein klassischer Slip, was für mich vollkommen okay ist. Eine weitere Trägerin durfte die Variante Alwa mit Spitze testen, die sie als "ganz schick" empfand. Bei der vierten Testerin kam die klassische Optik von Insa und Lene gut an. Bei Kari störte das "Synthetikgefühl".

Femtis Kari Periodenunterwäsche
Femits Periodenslip Karia (Femtis.de)

2. Tragekomfort & Sitz

Ich habe Insa und Lene getragen. Beide saßen gut, eher recht eng und knapp. Hier könnte man auch eine Nummer größer wählen. Ähnlich sahen es auch meine Mittesterinnen: Meine Kollegin empfand Insa sogar als unbequem und zu eng und gab Modell Kari den Vorzug. Der vierten Trägerin fiel auf, dass sie "nicht gerade einen kleinen Po" machen würde und sie die Verstärkung stören würde, die ja dazu da ist, die Blutung gut aufzufangen. Manche Modelle sind daher eher für Frauen mit stärkerer Blutung geeignet. Das solltet ihr bei der Auswahl bedenken.

Femtis Lene gefällt mir von der Form, sitzt bequem und hat ganz gut durchgehalten. Könnte ich mir für die schwächeren Tage auf jeden Fall als Alternative vorstellen.

familie.de-Redakteurin

3. Hygiene und Sicherheit

Die Testerinnen mit eher schwacher bis mittlerer Blutung fühlten sich sicher und es ging nichts daneben. Doch die Redakteurin mit der starken Blutung stellte fest, dass sie nach drei Stunden den Slip auf jeden Fall wechseln musste. So ging es mir mit mittlerer Blutung beim Testen auch, ich fühlte mich nach 4 Stunden nicht mehr so sicher beim Tragen. Femtis selbst gibt die Saugfähigkeit mit 2,5 Tampons an, das kommt so in etwa hin.

4. Pflege

Beim Auswaschen gab es bei diesen Modellen wenig Probleme und das Wasser wurde relativ schnell klar. Die Modelle mit Polyesteranteil blieben sogar nach mehrmaligem Waschen noch aus wie neu, nur die Baumwollvarianten flusen etwas und laufen geringfügig ein.

Taynie im Periodenunterwäsche-Test

Taynie ist es besonders wichtig, auf ihre Ökozertifizierung für den Baumwollstoff hinzuweisen und dass sie frei von Bioziden und ohne Silber produziert würden. Sie sei zudem als einzige Marke in Deutschland von Peta als "tierfrei und vegan" bestätigt. Doch auch die anderen Marken machen diese bzw. ähnliche Angaben. Taynie sollen saugstark sein wie 2-3 normale Tampons, also braucht man über den Tag bei mittlerer Periode mindestens zwei Periodenslips. Hat das so funktioniert?

1. Optik

Trotz der Spitze beim Modell Deluxe gefiel mir hier die Optik wie auch bei Feeling am wenigsten. Ich mochte den Gummibund zudem nicht. Meine Kollegin sah das jedoch anders und lobt "die dezenten Nähte" und den "Look einer sportlichen Alltags-Unterhose". Doch bei den zwei weiteren Testerinnen kam ebenfalls nicht so große Freude auf.

Auf den ersten Blick ganz hübsch mit diesem durchsichtigen Teil. Angezogen ist das dann gar nicht mal so sexy. Und sie raschelt immer beim Tragen, wenn sie mit anderem Stoff (z.b. von Rock oder Flatterhose) in Kontakt kommt.

familie.de-Redakteurin über die Taynie Panty
Taynie Periodenslip
Taynie Periodenslip (taynie.de)

Das Modell Deluxe und Classic kam dann wieder optisch besser an, weil es "nicht wirke wie Periodenunterwäsche".

2. Tragekomfort & Sitz

Bei einer Redakteurin kam die Taynie richtig gut an und war "vom Stoff und Tragekomfort her ihr Sieger". Bei einer weiteren Testerin saß vor allem das Modell Feeling sehr gut und bequem. Die Deluxe wurde von mehreren Trägerinnen als "sehr hoch am Bauch" empfunden und die Classic schnitt an den Beinen eher ein. Diese Meinung kann ich auch eher bestätigen. Mir gefiel hier am wenigsten das Tragegefühl, da ich dieses glänzende Nylongefühl gar nicht mag. Der Baumwollslip saß bei der anderen Trägerin zudem nach dem Waschen deutlich enger. Hier gingen unsere Meinungen jedoch auseinander.

Fühlt sich von allen am baumwolligsten/natürlichsten und am wenigsten windelmäßig an.

familie.de-Redakteurin über Taynie

3. Hygiene und Sicherheit

Mit der Taynie fühlte ich mich persönlich am unsichersten, denn das Blut zieht eher langsam ein und man kann es beim Toilettengang bereits entfernen. Das wird nicht jeder mögen. Bei der Testerin mit schwacher Blutung aufgrund Hormonspirale hat Taynie gut gehalten und sie hat diese Variante als Slipeinlagen-Ersatz verwendet. Dabei fühlte sie sich jedoch eher unsexy. Doch unsere Testerin mit sehr starker Blutung konnten die Modelle Deluxe und Classic leider nicht überzeugen. Vor allem bei der Taynie Deluxe ging die Periode im wahrsten Sinne direkt in die Hose. Sehr unangenehm.

Taynie hat allerdings auch Slips für stärkere Tage im Angebot. Diese haben wir zum Zeitpunkt des Tests jedoch nicht getragen.

4. Pflege

Taynie lässt sich als einzige Marke bei 60° Grad in der Waschmaschine waschen. Das finden wir sehr gut, denn so kann das Blut und andere Körperflüssigkeiten wirklich restlos ausgewaschen werden. Doch dadurch passierte es eben auch, dass manche Slips bei uns danach auch eher einliefen.

Taynie Panty

Taynie Panty

Taynie Queen

Taynie Queen

Taynie String Periodenslip

Taynie String Periodenslip

Kora Mikino im Periodenunterwäsche-Test

Als letzte Marke folgt im Periodenunterwäsche-Test die Menstruationswäsche des Startups Kora Mikino, die ihre Ware in der Schwäbischen Alb herstellen lässt. Bei dieser Brand gefällt mir gut, dass sie sich ebenfalls gesellschaftlich engagiert und sich gegen Period Poverty einsetzt und mit lokalen Partnern in Ländern zusammen arbeitet, wo sich Frauen keine ausreichende Periodenhygiene leisten können. Zudem verwendet diese Marke ein Material namens MicroModal, das aus europäischem Buchenholz gewonnen wird. Da wir hier zwei Testmodelle zur Verfügung hatten, konnten diesen Periodenslip nur zwei von uns ausprobieren. Mich persönlich hat das Modell Sivvy überzeugt. Was sagt meine Kollegin?

1. Optik

Optisch konnte das Modell Sivvy meine Kollegin nicht wirklich begeistern. Ich fand sie vom Look her auch eher klassisch, doch das störte mich persönlich gar nicht, ich fühlte mich dadurch sicher. Denn sexy heißt ja nicht, dass es auch was aushalten kann. Im Shop der Marke findet ihr auch eleganter geschnittenere Varianten und welche mit Spitze – je nach eurem Geschmack.

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Kora Mikino Periodenslip (koramikino.de)

2. Tragekomfort & Sitz

Den Stoff empfand meine Mittesterin als "angenehm und elastisch", sie störte jedoch das "extreme Knistern". Vor allem die verstärkte Mitte sei besonders geräuschvoll, das empfindet manche Trägerin vielleicht als unangenehm. Am Bauch sitzt sie eher hoch, doch das kann auch sehr unterschiedlich empfunden werden, je nach Modell.

3. Hygiene und Sicherheit

Meine Kollegin mit schwacher Blutung empfand die Einlage der Sivvy als zu dick. Für mich mit stärkerer Blutung war sie genau richtig, da ich dadurch ein sicheres Gefühl hatte. Ich würde sie Frauen eher als Nachtwäsche empfehlen. Unangenehm fand ich auch hier, dass sie nach 5 bis 6 Stunden etwas riecht und ich dann dennoch nachts aufgestanden bin und einmal gewechselt hab. Das stört natürlich den Nachtschlaf.

Für mich mit stärkerer Blutung war sie genau richtig, da ich dadurch ein sicheres Gefühl hatte.

Katja

4. Pflege

Reinigen lässt sich diese Panty bei 40° Grad im Schonwaschgang. Bei kalter Handwäsche dauert es auch hier lange, ehe das Blut ausgewaschen ist. Meine Mittesterin empfand zudem, dass sie nach dem Waschen etwas schnell "oll" aussieht.

Pourprées im Periodenunterwäsche-Test

Vor kurzem noch meldete sich die französische Marke Pourprées mit dem Angebot ihre Slips auch testen zu dürfen. Wir freuten uns daher drei der aktuellen Modelle auch noch im Periodenunterwäsche-Test tragen zu dürfen. Pourprées bietet ihre Periodenslips aus Baumwolle jetzt auch in Deutschland an. Das Unternehmen betont, dass sie fair in Frankreich produzieren und weder Silber-Nanopartikel noch gesundheitsgefährdende Stoffe verwenden.

Ihr könnt sie direkt im Shop bestellen und aktuell aus drei Modellen wählen, die wir auch testen konnten: Die Dahlia für die sehr starken Tage, die Cattleya für die mittleren und die Rose für die leichteren Tage. Beim Kauf solltet ihr meist mindestens eine Nummer größer nehmen, denn die französische Mode fällt etwas enger aus. Preislich liegen die Menstruationsslip im Mittelfeld und haben uns beim Tragen echt gut gefallen.

Pourprees Periodenslip

1. Optik

Ich habe die Modelle Rose und Cattleya getragen. Optisch hat mir Cattleya zunächst besser gefallen, obwohl ja Spitze so gar nicht mein Ding ist. Meine Kollegin mit sehr starker Blutung hat zudem das neue Modell Dahlia getestet, das Schutz auch an sehr starken Tagen verspricht. Optisch gefielen ihr vor allem die Dahlia und Cattleya gut. Das Modell Rose ist bei uns beiden nicht so gut angekommen.

2. Tragekomfort & Sitz

Obwohl Modell Rose mir optisch weniger gut gefallen hat, empfand ich die Passform als angenehmer. Cattleya ist sehr hoch am Bauch, was mich gestört hat. Insgesamt wirkten beide zunächst sehr groß, passten jedoch gut. Meine Mittesterin störte an Cattleya auch nur etwas der hohe Schnitt am Bauch, fühlte sich für sie jedoch angenehm und eher wie Shape-Unterwäsche an. Die Dahlia empfand sie als schön weich und angenehm. Eher unangenehm empfand meine Kollegin jedoch das "starke Knistern" des Mittelteils, das sie beim Tragen sehr störend empfand.

Die Passform ist bei allen drei Modellen gut, das hatte ich überhaupt nicht erwartet. Ich fühle mich nicht eingezwängt, alles sitzt ganz angenehm und schneidet nicht ein.

familie.de-Redakeurin über Pourprées-Periodenslips

3. Hygiene und Sicherheit

Von der Sicherheit beim Tragen waren wir sehr begeistert: Die Dahlia hielt an den starken Tagen tatsächlich wie von Pourprées versprochen viele Stunden durch. Doch wir würden beide die Slips auf jeden Fall mehrfach am Tag wechseln, auch wenn sie alle bis zu einem Tag trocken halten sollen. Die Rose verschaffte mir tagsüber bei mittelstarken Tagen ein trockenes Gefühl, ich wechselte meist nach 5 Stunden. Die Cattleya würde ich persönlich eher nachts tragen, weil mich der Schnitt am Bauch eher störte. Meine Mittesterin würde Cattleya und Rose auf jeden Fall nur an schwächeren Periodentagen empfehlen.

4. Pflege

Die Marke selbst empfiehlt, den Periodenslip vor dem Tragen unbedingt 12 Stunden in Wasser einzuweichen. Das würde seine Saugfähigkeit erhöhen. Das haben wir beide auch so gemacht. Das Auswaschen hat nach dem Tragen ähnlich lang gedauert, wie bei den anderen Marken. Waschen kann man sie in der Maschine leider nur bei 30° Grad, was vielleicht bei leichten Tagen ausreicht. An starken Tagen sollte man sie zudem unbedingt direkt nach dem Tragen auswaschen bzw. einweichen und am besten an der Luft trocknen.

Periode nach der Geburt: 7 häufige Fragen und Antworten

Periode nach der Geburt: 7 häufige Fragen und Antworten
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** Hinweis: Die familie.de-Redaktion hat die Produkte zum Periodenunterwäsche-Test kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Dies hatte keinerlei Einfluss auf die Berichterstattung. 

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Eine echte Alternative?

Die Periode ist echt eine sehr persönliche und sehr individuelle Sache. Sie begleitet uns monatlich und kann ganz schön nerven. Am liebsten wären mir persönlich Periodenprodukte, die wenig kosten, keinen Müll verursachen und nicht sichtbar sind. Doch all diese Eigenschaften erfüllt einfach keines der Produkte, die es so gibt. Doch ich bin positiv überrascht vom Tragegefühl und der Saugfähigkeit der getesteten Menstruationsslips.

Letztlich kann ich euch nicht empfehlen, zu welcher Marke ihr greifen solltet. Denn das hängt einfach wirklich davon ab, was ihr optisch von einem solchen Slip erwartet und wie stark eure Blutung ist. Preislich unterscheiden sich die verschiedenen Marken nur in vereinzelten Modellen. Insgesamt ist das recht ausgewogen.

Einige der Marken möchten Müll vermeiden und behaupten auch, man würde Kosten reduzieren. Doch wenn man eine mittel- bis starke Blutung hat, dann braucht man einfach mehrere Slips, bzw. mindestens 8 Stück, um sich wohl und sauer zu fühlen. Denn wer will schon stundenlang mit einem vollgesogenen Schlüpfer rumrennen? Zudem wäre mir das im Büro extrem unangenehm nicht zu wissen, ob man eventuell jetzt schon was riecht.

Was mich persönlich am meisten gestört hat, ist die Waschpraxis und Pflege: Man steht einfach ziemlich lange im Bad und wäscht kalt aus (enormer Wasserverbrauch!) und dann dauert es mindestens einen Tag, bis das Ganze trocknet. Da man nicht jede Marke gleich stark waschen kann, wegen unterschiedlicher Temperaturangaben, müsste man sich also für eine entscheiden. Andernfalls müsste ich wegen zwei Slips jetzt warten, bis ich wieder eine schwarze 30° Grad-Maschine voll habe. Andersfalls wäre es ja nicht mehr nachhaltig, wegen ein paar Teilen Unterwäsche die Maschine anzuschmeißen. Das mit der Nachhaltigkeit ist also ein wirklich guter Ansatz, aber in der Praxis nicht 100 % umsetzbar.

Insgesamt bin ich vom Periodenwäsche-Vergleich jedoch eher positiv erstaunt und diesen Eindruck machten auch meine Mittesterinnen: Die eine oder andere wird weiterhin Periodenslips tragen. Ich selbst trage sie auch weiter in Kombination mit anderen Produkten. So funktioniert es für mich ganz gut und ich kann dann doch etwas Müll sparen. Euch empfehle ich einfach, es mal mit einer Marke auszutesten und zu schauen, wie ihr euch dabei fühlt.

Bildquelle: © Kora Mikino, © Ooia, © Taynie, © Femtis, © Pourprées

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