Erste Periode: Wie sprichst du mit deiner Tocher darüber?

Zwischen Stolz, Scham und Schmerzen

Erste Periode: Wie sprichst du mit deiner Tocher darüber?

Blut in der Unterhose, ein bisher unbekanntes Ziehen im Unterleib, ein fremdes Gefühl im Körper: Bei manchen Mädchen folgt bei der ersten Periode auf den Schrecken Stolz, bei anderen Scham. Als Mutter oder Vater solltest du jedoch deiner Tochter dabei helfen, dass sie ihre Menstruation als etwas Schönes wahrnimmt.

Als Mutter oder Vater solltest du deiner Tochter dabei helfen, dass sie ihre erste Periode als etwas Schönes wahrnimmt.

An die Periode hat sich wohl jede Frau irgendwann gewöhnt – in manchen Monaten wird sie sogar sehnlichst erwartet, in anderen bitter verflucht. Sie als etwas Besonders zu bezeichnen, das machen wohl nur die wenigsten Frauen. Worte wie unangenehm, schmerzhaft oder nervig werden öfter damit in Verbindung gebracht – wenn überhaupt darüber geredet wird. Die Monatsblutung gehört nach wie vor zu den Tabuthemen. Die meisten Frauen würden sich nicht bei ihren Kollegen krank melden mit den Worten “Ich habe Regelschmerzen!” oder in der Bahn um einen Sitzplatz bitten, weil der Unterleib krampft.

Versuche, deiner Tochter von ihrer ersten Regel an einen ganz lockeren Umgang damit beizubringen. Sie sollte sie vor allem zunächst als etwas Positives wahrnehmen und nicht als “Krankheit”, bei der sie zwischen ihren Beinen blutet. Mit folgenden Infos kannst du deiner Tochter zeigen, wie besonders die erste Periode ist:

  • Das Einsetzen der Menstruation ist ein Zeichen dafür, dass deine Tochter sich jetzt vom Kind zu einer Frau entwickelt.
  • Mit der Periode zeigt der Körper, dass er in der Lage ist, eines Tages Kinder in die Welt zu setzen.
  • Die Regelblutung ist zwar anfangs ungewohnt, sie schränkt aber in keinem Punkt das Leben ein (außer bei extremen Regelschmerzen).
  • In manchen Ländern wird bei der ersten Periode sogar ein kleines Fest veranstaltet. In den USA beispielsweise planen manche Eltern für ihre Töchter Periodenpartys.

Neugier und Scham: Über die Periode reden

Mit der ersten Blutung tun sich ganz neue Fragen auf und jede möchte beantwortet werden. Zwar wissen Teenager oft schon eine ganze Menge über die körperlichen Vorgehen und Sexualität, du solltest dich aber nicht darauf verlassen, dass andere deiner Tochter alles erklären, was sie wissen muss. Es liegt in deiner Hand, ihr alles Wichtige zu vermitteln und ihr dabei auch Ängste zu nehmen.

Nicht jedes Mädchen sucht mit der ersten Periode gleich das Gespräch mit Mutter oder Vater. Manche sind erst mal peinlich berührt oder reagieren gar abwehrend auf ihre Blutung. Wenn die Beziehung zwischen Eltern und Tochter zum Zeitpunkt der ersten Regel etwas angespannt ist – was ist der Pubertät ja nicht ungewöhnlich ist – und es keinen angenehmen Rahmen gibt, um über das Thema Periode zu sprechen, kann vielleicht eine Tante oder Freundin, die einen guten Draht zu deiner Tochter hat, oder eine andere Vertrauensperson helfend einspringen. Auf keinen Fall solltet ihr eurer Tochter ein solches Gespräch aufdrängen.

Das sollte deine Tochter über die Menstruation wissen

Folgende Themen sind bei einem Eltern-Tochter-Gespräch über die Menstruation interessant und wichtig:

Was passiert im Körper?

Die Monatsblutung ist letztendlich einfach ein Teil des weiblichen Zyklus. Erkläre deiner Tochter, was im Körper einer Frau jeden Monat aufs Neue passiert und warum dieser Kreislauf mit der Regelblutung endet. Dabei kann es vorkommen, dass die Periode anfangs noch sehr unregelmäßig kommt,, da sich der Körper und sein Hormonhaushalt erst einmal einpendeln müssen.

Welche Monatshygieneartikel verwenden?

Sprecht über Binden, Tampons und Co. Die meisten Mädchen fangen mit der kleinsten Tampongröße in Kombination mit einer Binde an und probieren aus, was für sie letztlich am besten geeignet ist. Eine Menstruationstasse erfordert etwas mehr Geschick, daher ist sie für die ersten Regelblutungen nicht geeignet. Vielleicht möchte deine Tochter aber auch Menstruationsunterwäsche ausprobieren. Da kann schließlich nichts rausrutschen und sie gilt als sehr gemütlich.

Was sind die Folgen der Periode?

Über die Periode zu sprechen bedeutet auch, über Sexualität zu sprechen. Rede mit deiner Tochter darüber, dass sie jetzt auch schwanger werden kann. Aber Vorsicht, hier ist Feingefühl gefragt: Mach ihr keine Panik. Nur weil sie jetzt ihre erste Regel hatte, bedeutet das nicht, dass jedes intimes Erlebnis sofort zum Babybauch führt. Mache ihr einfach verständlich, wie wichtig es ist, bei der Verhütung besonders gewissenhaft zu sein. Natürlich musst du dabei abschätzen, inwieweit sich deine Tochter über Sex überhaupt schon Gedanken macht. Schließlich ist die Periode in erster Linie ein biologisches Signal. Mädchen bekommen die Tage heute zum Teil schon sehr früh: mit elf Jahren und jünger. In dem Alter sind sie noch weit davon entfernt, sich als Frau zu fühlen. Hier bist du also gefragt, die Situation richtig einzuschätzen. Eine Elfjährige steht vor anderen Problemen, wenn sie plötzlich aus der Scheide blutet, als eine 14-Jährige, die sehnsüchtig auf ihre erste Periode wartet.

Welche Sorgen und Ängste hat deine Tochter?

Manche Mädchen haben Angst, dass andere mitbekommen, dass sie ihre Tage haben oder dass sie aufs Schwimmen verzichten müssen. Auch kann es sein, dass sie sich Sorgen um die Blutmenge macht, die sie während ihrer Periode verliert, schließlich kann das nach ganz schön viel aussehen. Nimm deiner Tochter diese Ängste und zeige, dass sie all ihre Sorgen offen ansprechen kann.

Wie fühlt sich die Regel an?

Viele Frauen haben während ihrer Regelblutung Unterleibsschmerzen. Tipps, was dabei hilft, findet ihr hier. Sollte deine Tochter jedoch über sehr schlimme Schmerzen klagen, solltet ihr eine Frauenärztin aufsuchen. Genauso normal ist es aber auch, keine Schmerzen während der Regelblutung zu haben.

In jedem Fall gilt: Gib deiner Tochter das Gefühl, ganz normal zu sein und hilf ihr dabei, ein gesundes Körperbewusstsein zu entwickeln.

Bildquelle: Getty Images

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