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Zykluslänge und Schwankungen: Wie lange dauert ein normaler Zyklus?

Zykluslänge und Schwankungen: Wie lange dauert ein normaler Zyklus?

Alles normal

Im Biologieunterricht lernen Schüler*innen häufig, dass ein weiblicher Zyklus so und so lang ist. Aber unser Körper hält sich natürlich nicht ans Lehrbuch. Der Begriff "Zyklus" suggeriert eine gewisse Regelmäßigkeit. Doch er ist alles andere als immer regelmäßig. Warum unser Zyklus oft Schwankungen unterworfen ist und welche unterschiedlichen Zykluslängen normal sind.

Die durchschnittliche Zykluslänge

Der Monatszyklus einer Frau dauert meist zwischen 24 und 35 Tagen. Alles was dazwischenliegt sind keine Abweichungen einer Norm oder ungewöhnlich. Mehrere Studien haben laut Zyklusexperte Daysy bereits nachgewiesen, dass nur sehr wenige Frauen einen immer gleichen Zyklus von 28 Tagen haben. Denn wann die Periode oder der Eisprung einsetzen, kann von Frau zu Frau sehr verschieden sein. Die lehrbuchmäßige Angabe, war lange Zeit, ein weiblicher Zyklus habe 28 Tage, doch das trifft nur auf eine kleine Anzahl an Frauen.

Nach einer Zyklusumfrage unter 1,5 Millionen Zyklus-App-Nutzerinnen zwischen 18 und 25 Jahren kamen folgende Zykluslängen heraus:

  • 16,32 % der Frauen hatten ihre Periode alle 28 Tage
  • 12,05 % der Frauen hatten ihre Periode alle 27 Tage
  • 12,11 % der Frauen hatten ihre Periode alle 29 Tage
  • 0,17 % der Frauen hatten ihre Periode alle 21 Tage oder kürzer
  • 8,60 % der Frauen hatten ihre Periode alle 35 Tage oder länger

"Nur bei einem Viertel der Frauen waren alle erfassten Zyklen fast gleichlang, sie variierten um höchstens 1,5 Tage. Schwankungen von bis zu 6 Tagen pro Teilnehmerin zeigten sich oft. (...)"

Daysy.me

Was die Zykluslänge beeinflusst

Um zu verstehen, weshalb die Länge unseres Zyklus so variieren kann, muss man wissen, wie der Zyklus überhaupt aufgebaut ist und was ihn beeinflusst.

Aufbau des Zyklus:

  • Menstruationsphase: Ab dem ersten Tag der Periode bis zu ihrem Ende: Gebärmutterschleimhaut wird abgebaut und abgestoßen.
  • Proliferationsphase: Ca. ab dem fünften Zyklustag beginnt der neue Follikel und in ihm die Eizelle zu reifen und die Gebärmutterschleimhaut wird dank steigendem Östrogenspiegel wieder aufgebaut. Zwischen 12. und 14. Zyklustag erfolgt meist der Eisprung. Der Follikel springt auf und die Eizelle wird in den Eileiter gespült. Wird diese nicht befruchtet, stirbt sie ab.
  • Sekretionsphase: Ab dem 15. Zyklustag ca. entsteht der Gelbkörper, der das Hormon Progesteron produziert. Die Gebärmutterschleimhaut wird umgebaut, um eine befruchtete Eizelle aufnehmen zu können. Der Gebärmutterkanal verengt sich und der Zervixschleim wird fester. Daran schließt sich die ischämische Phase an, in der der Gelbkörper zurückgebildet wird, wenn sich keine befruchtete Eizelle eingenistet hat. Darauf folgt dann meist nach dem 21. Zyklustag die Menstruation und der nächste Zyklus beginnt von vorn.

An all diesen Phasen sind Hormone beteiligt, ohne diese es keinen weiblichen Zyklus geben würde. Vor allem Östrogen und Progesteron sind wichtig für die Zyklusphasen, wenn eines dieser beiden mal mehr mal weniger produziert wird, kann es zu Schwankungen im Zyklus kommen. Das ist vollkommen normal. Schon daher hat keine Frau dieselbe Zykluslänge und diese kann auch monatlich wechseln.

Diese Faktoren können Einfluss auf unsere Zykluslänge haben:

  • Hormonelle Schwankungen
  • Störungen der Schildrüsenfunktion
  • seelischer und körperlicher Stress
  • das Unter- oder Übergewicht
  • Zeitumstellung
  • Zeitzonenwechsel beim Reisen
  • Schichtarbeit
  • hormonelle Verhütung

All diese Umstellungen können Einfluss auf euren Hormonhaushalt haben. Sicherlich trifft das nicht bei jeder Frau zu, aber bei manchen. Wenn euer Zyklus also mal 26 Tage und mal 29 Tage lang ist, braucht ihr euch keine Sorgen machen. Beides ist normal. Und wenn er regelmäßig auch kürzer als 25 Tage ist, ist auch das noch kein genereller Grund zur Sorge, wenn ihr sonst keine Schmerzen oder Probleme habt. Lediglich Frauen, die schwanger werden möchten, sind auf einen regelmäßigen Zyklus bedacht, damit sie ihre fruchtbaren Tage genau im Blick haben.

Katja Nauck

Keine Panik

Eine "normale Zykluslänge" ist nur im Schnitt 28 Tage und wie die Umfrage zeigt, betrifft das nur ein Viertel der Frauen. Ich selbst habe häufig eine Länge von 26 Tagen und auch das ist nicht ungewöhnlich.

Erst wenn eure Periode häufiger ausbleibt oder ihr Zwischenblutungen oder starke Unterleibsschmerzen habt, solltet ihr hellhörig werden. Ansonsten seid ihr überhaupt nicht "unnormal", wenn euer Zyklus z. B. schon alle 21 Tage kommt oder auch mal erst nach 30 Tagen erfolgt. Es gibt nicht den Modell-Durchschnittszyklus, den eine Frau haben muss, um normal oder gesund zu sein.

Wann eine Zyklusstörung vorliegen kann

Von einer Zyklusstörung oder Menstruationsstörung sprechen Frauenärzte erst, wenn eure Periode längere Zeit ganz ausfällt oder es häufig zu unregelmäßigen Zwischenblutungen kommt. Wenn eure Periode immer mal ein paar Tage eher oder später kommt, ist das kein Grund zur Sorge. Solltet ihr allerdings häufiger sehr starke Schmerzen vorher oder währenddessen haben, kann das ein Zeichen auf eine Erkrankung sein, muss es aber nicht. In jedem Fall solltet ihr bei all euren Fragen und Ängsten diesbezüglich direkt mit eurer behandelnden Ärztin sprechen, die euch dann auch genau untersuchen wird.

17 faszinierende Fakten über den weiblichen Zyklus und die Periode

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Den Zyklus beobachten mit Zyklustrackern

Um die Zykluslänge genau zu bestimmen und zu erkennen ob der eigene Zyklus regelmäßig oder unregelmäßig stattfindet, helfen Zyklusapps oder Tracker. So könnt ihr auch besser euren Zyklus beobachten und wisst genau, wie ihr euch wann gefühlt habt und in welcher Zyklusphase das war. Das hilft auch eurer Ärztin genauer herauszufinden, welche Abweichungen auftreten.

Ebenfalls nützlich ist das Wissen um die Zykluslänge und die fruchtbaren Tage, wenn ihr euch ein Kind wünscht oder schon länger versucht, schwanger zu werden. Die fruchtbaren Tage könnt ihr anhand des Eisprungs auch selber ermitteln oder eben viel exakter durch Verhütungscomputer oder Fruchtbarkeitstracker bestimmen. Hier stellen wir euch einige gute Geräte vor:

12 Fruchtbarkeits­tracker zur Erfüllung des Kinderwunsches

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Hier erläutern wir noch mal im Video, welche faszinierenden Vorgänge im weiblichen Körper beim Zyklus passieren:

Verhütungsquiz: Wie gut kennst du dich mit Spirale, Pille, Kondom & Co. aus?

Quellen: Daysy.me, Frauenärzte im Netz,

Bildquelle: Getty Images/Antonio_Diaz

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