Happy Birthday, Baby! Tipps für den ersten Kindergeburtstag

Es braucht gar nicht viel Aufwand, um den ersten Geburtstag für das Baby zu etwas ganz Besonderem zu machen. Im Gegenteil: weniger ist mehr.


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Wir feiern 1. Kindergeburtstag!


Der erste Kindergeburtstag ist in erster Linie für die Eltern ein besonderes Ereignis. Für sie ist er ein bedeutsamer Einschnitt: der Rückblick auf ein in jeder Hinsicht ereignisreiches Jahr, der Stolz darauf, wie sich das Baby entwickelt hat, die Freude an seinen Fortschritten – aber auch ein bisschen Wehmut darüber, dass mit dem ersten Geburtstag das Babyalter so langsam ins Kleinkindalter übergeht.

Natürlich ist es für Eltern Ehrensache, ihrem den ersten Kindergeburtstag besonders schön zu gestalten. Und das geht ganz einfach. Das Einzige, was sie dafür tun müssen: überlegen, was ihr Kleines wirklich gerne mag. Und daraus entsteht dann wie von selbst das Programm für die erste Geburtstagsfeier.


1. Geburtstag feiern


© Thinkstock

Den 1. Geburtstag möglichst im kleinen Rahmen feiern
Auch wenn die meisten Kinder sich jetzt für Gleichaltrige zu interessieren beginnen, als Gäste sind diese noch weitgehend überflüssig. Denn Mama und Papa sind die wichtigsten Bezugspersonen. Mit anderen Worten: Die größte Freude macht man seinem Kind, wenn man ihm ganz viel Zeit und Aufmerksamkeit widmet.

Zu viele Gäste – Omas, Opas, befreundete Mütter, „Kollegen“ aus der Krabbelgruppe – und die damit verbundene Lautstärke und Unruhe lösen irgendwann Überforderung und Reizüberflutung aus, und dann schlägt die gute Laune schnell in Quengeligkeit um.

Die bekannte Regel „so viele Kindergeburtstags-Gäste wie Lebensjahre“ ist dabei eine ganz gute Richtschnur, ob es nun der bevorzugte Spielkamerad aus der Krabbelgruppe ist oder die Patentante. Mehrere Gäste gleichzeitig einzuladen, überfordert rasch das Konzentrationsvermögen der Kleinen. Zu den vielen Gesichtern und Stimmen kommen ja allermeist noch die Geschenke, die dann alle gleich auspackt werden müssen, damit der stolze Schenker auch ein Foto davon machen kann. Keine Frage, das kann einem kleinen Geburtstagskind schnell zu viel des Guten werden.

Interview mit Dr. Anne Henning, Entwicklungspsychologin
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    baby&co: Wie viel Programm verträgt ein Kind zu seinem ersten Kindergeburtstag?

    Dr. Anne Henning: Das hängt von seinem Entwicklungsstand ab. Ein wichtiger Punkt ist, ob es schon laufen kann. Wenn ja, dann ist es wahrscheinlich, dass es diese Fähigkeit auch nutzen und nicht irgendwo still sitzen möchte.

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    baby&co: Ist es schon in diesem Alter eine Typfrage, wie viel Trubel ein Kind verträgt?

    Dr. Anne Henning: Man stellt sogar schon bei vier Monate alten Babys fest, dass manche neugierig auf unbekannte Dinge reagieren und dass bei anderen Neues zunächst einmal Scheu auslöst. Es gibt auch deutliche Unterschiede darin, wie stark ein Kind durch neue Eindrücke im positiven wie im negativen Sinne erregbar ist.

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    baby&co: Wie kann man den Kindergeburtstag für das Kind zu einem besonderen Tag machen?

    Dr. Anne Henning: Indem man es nicht überfordert, sondern seinen Interessen folgt. In diesem Alter beginnt die Interaktion mit einer Person in Bezug auf ein Objekt. Dazu gehört auch das Zeigen, mit dem es den anderen auf etwas aufmerksam machen möchte. In dieser Phase kann daher zum Beispiel ein Ausflug in den Zoo, wo man die neuen Eindrücke mit seinen wichtigsten Bezugspersonen teilen kann, den Tag besonders schön machen.

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    baby&co: Geht eine „klassische“ Geburtstagsfeier an den Bedürfnissen des Kindes vorbei?   

    Dr. Anne Henning: Insofern ja, als einem Kind in diesem Alter noch die Zeitdimension fehlt und auch das Ich-Verständnis. Weil es sich noch nicht als gesonderte Person wahrnehmen kann, versteht es auch nicht, wieso es im Mittelpunkt stehen soll. Auf Kinder, die vom Temperament her eher zurückhaltend sind, kann es sogar beängstigend wirken, wenn auf einmal das Haus voll ist und viele verschiedene Personen, mit denen sie möglichweise wenig vertraut sind, ihre Aufmerksamkeit suchen.


Versuchen Sie daher, die Feier in einem möglichst kleinen Rahmen zu halten und nur mit den engsten Familienmitgliedern zu feiern. Das klingt in der Theorie gut, ist praktisch aber nicht immer umsetzbar, das wissen wir. Oma und Opa kommen nun mal zu zweit, ebenso wie Tante und Onkel, die noch die beiden Cousinen mitbringen. Unser Tipp: Strecken Sie die Feierlichkeiten über den Tag, notfalls auch über ein paar Tage, und laden Sie die Gäste zu verschiedenen Terminen ein. 
Wie sieht es mit Geschenken aus?

Baby öffnet ein Geschenk


© Thinkstock
So schön ein neues Fühlbuch, ein Stofftier oder ein Spielzeug, das Musik macht, sein mögen – sie sind nicht der Hauptzweck der Feier. Zumal für ein Kind von zwölf Monaten die gedankliche Vorstellung „Kindergeburtstag“ noch viel zu abstrakt ist. Was gefeiert wird, ist dem Einjährigen also herzlich egal – aber dass gefeiert wird, merkt es natürlich und freut sich über die besondere Stimmung dieses Tages.

Besonders heißt aber nicht völlig anders. In gewohnter Umgebung seinen Lieblingsbeschäftigungen nachgehen zu können, das ist ganz sicher das Schönste für einen  frischgebackenen Einjährigen. Und das ist nur zu einem geringen Teil eine Typfrage: Selbst die entdeckungsfreudigsten Kinder brauchen in gewissen Abständen die Möglichkeit, sich zurückziehen zu können.
Für große Partys ist später noch genug Zeit
Grundsätzlich gilt: Der Verzicht auf ein aufwendiges Party-Programm ist der sicherste Weg, Stress und Tränen am Kindergeburtstag zu vermeiden. Und auch Eltern sind nun einmal dann am entspanntesten, wenn sie sich durch die Geburtstagsfeier nicht ein Übermaß an zusätzlicher Arbeit aufladen und dadurch womöglich stressen lassen. Fühlen sich die Eltern wohl, überträgt sich das direkt auf das Baby und sorgt für die gewünschte Harmonie.

Und die Eltern sollten nicht vergessen: Das Kind steht im Mittelpunkt und nicht ihre eigenen Vorstellungen, was alles zu einer „perfekten“ Kindergeburtstagsfeier gehört. Das bedeutet, dass man den Ablauf des Tages an den Grundbedürfnissen des Kindes ausrichtet, also Schlafen, Essen und Spielen. „Immer mit der Ruhe“ ist daher das beste Motto für den ersten Jahrestag.

Natürlich haben viele Eltern dennoch den Wunsch, den 1. Geburtstag ihres Kindes zu einem kleinen Event zu machen, manche sogar mit professioneller Hilfe. Tipp: Üben Sie sich einfach noch etwas in Geduld, denn dieser Aufwand bringt Ihrem Kind frühestens zum zweiten Geburtstag ein Mehr an Spaß und Freude; für Motto-Partys und dergleichen ist im Kindergarten- und Grundschulalter noch reichlich Zeit. Wer den ersten Kindergeburtstag aber als einen Moment des Innehaltens und der Konzentration auf das Wesentliche, den Zusammenhalt der Familie, nutzt, hat einfach mehr davon. Denn das schönste Geschenk gibt es ohnehin nicht zu kaufen: Aufmerksamkeit und Zuwendung.


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