Babypflegeprodukte - wie schädlich sind sie?

Nur das Beste ist gut genug für die zarte Haut deines Kindes? Dann solltest du bei der Auswahl seiner Pflegeprodukte vor allem das Kleingedruckte lesen, denn viele der üblichen Inhaltsstoffe sind schädlich.

Körperlotion, Gesichtscreme, Feuchttücher, Schaumbad, Sonnencreme oder Zahnpasta: Geht es um Pflegeprodukte für den Nachwuchs, wird selten gespart. Doch nicht alles, was teuer ist, ist auch immer gut. Nicht jedes Produkt, das eine ansprechende Werbung macht, ist optimal für zarte Kinderhaut, und nicht jeder Artikel, der als "natürliche Pflege" deklariert wird, hat nur Inhaltsstoffe aus dem Bio-Kräutergarten. Stattdessen kommt das meiste davon direkt aus dem Chemielabor und kann sogar schädlich für dein Kind sein. Die Substanzen können negativen Einfluss auf die Hormone haben, gelten nicht selten als allergieauslösend und sollen sogar krebserregend sein.

Mutter cremt ihr Baby ein.

Kannst du sicher sein, dass deine Babypflegeprodukte schadstofffrei sind?


Warum sind gerade die Jüngsten durch Babypflegeprodukte gefährdet?

Vor allem bei Produkten für Kinder lohnt sich ein mehr als kritischer Blick auf die Inhaltsstoffe. Denn bei solch zarten Organismen genügen schon geringe Mengen, um ihnen Schaden zuzufügen. Ihr Körper ist längst nicht so widerstandsfähig gegen Umweltgifte, wie der eines Erwachsenen. Das Immunsystem der Kleinen ist noch nicht vollständig ausgereift und bietet keine undurchlässige Schutzbarriere für eventuelle Schadstoffe, die normalerweise von den Immunzellen erkannt und unschädlich gemacht werden. Das fördert Allergien und die Infektanfälligkeit. Die Haut, als äußere Barriere, ist bei den Jüngsten anders aufgebaut, als bei Erwachsenen: Sie ist viel dünner und nicht so fest in ihrer Zellstruktur. Aus der obersten Hautschicht gelangt deshalb jeder Stoff, der aufgetragen wird, sofort ins darunterliegende Bindegewebe und wird von dort in den gesamten Organismus, also in die Organe, verteilt. Auch die schädlichen Substanzen werden somit im Körper gespeichert. Dort können sie die physiologischen Stoffwechselprozesse, die für die Entwicklung deines Kindes wichtig sind, blockieren oder natürliche Funktionen – wie zum Beispiel bei den hormonell wirksamen Substanzen – unkontrolliert übernehmen und so deinem Kind schaden.

Besonders hormonell wirkende Stoffe sind für Babys und Kinder schädlich

Hormonell wirksame Stoffe übernehmen die Funktion natürlicher Hormone, wie zum Beispiel des Östrogens, und bewirken Veränderungen, die nicht der normalen Entwicklung entsprechen. Diese Inhaltsstoffe sind für den Nachwuchs besonders bedenklich, wie eine Studie des BUND zeigt. So werden diese Substanzen unter anderem mit einer verfrühten Pubertät, mit Missbildungen der Geschlechtsorgane, aber auch mit gestörter Fruchtbarkeit im Erwachsenenalter und einem Anstieg hormonell bedingter Krebserkrankungen in Zusammenhang gebracht. Aus der Studie wird außerdem ersichtlich, dass auch der Anstieg an Allergien, Asthma und sogar Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS, autistischen Störungen und Lernschwierigkeiten auf die zunehmende Einwirkung künstlicher Hormone zurückzuführen ist. Diese Substanzen können in herkömmlichen Pflegeprodukten vielfältig vorhanden sein.

Gesundheitsrisiko für Babys und Kinder durch Pflegeprodukte

Mit der Verwendung solcher Produkte, vor allem im längerfristigen Gebrauch, setzt du dein Kind einer ganzen Reihe von Gesundheitsrisiken aus: Die Schadstoffe können den Weg für ernsthafte und chronische Erkrankungen ebnen. Dazu gehören:

  • Allergien und Heuschnupfen
  • Asthma
  • chronische Infektanfälligkeit
  • Hormonelle Störungen
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Krebs
  • Wachstumsstörungen
  • Nervenschädigungen
  • Hautreizungen und Erkrankungen wie Neurodermitis

Die Schadstoffe in Babypflegeprodukten und ihre Wirkung

Schädlich sind vor allem die Bestandteile, die ein Pflegeprodukt haltbar machen, aber auch diejenigen, die für besondere Reinigungsfähigkeit, eine geschmeidige Konsistenz und angenehmen Wohlgeruch sorgen. Auch zusätzlich ergänzte künstliche Farbstoffe und Vitamine sind eher schädlich, als nützlich. Die Liste der riskanten Inhaltsstoffe ist lang. Im Detail gehören unter anderem dazu:

  • Konservierungsmittel – die die Produkte haltbar machen.
  • Emulgatoren - die das Öl-Wasser-Gemisch in den Produkten zu einer gleichmäßigen Emulsion verbinden.
  • Duftstoffe – die für einen angenehmen Duft sorgen.
  • künstliche Vitamine – als zusätzliche Aufwertung der Produkte.
  • antibakteriell wirkende Substanzen – um Keime abzutöten.

Die wichtigsten schädlichen Inhaltsstoffe in Babypflegeprodukten

Herkömmliche Babypflegeprodukte kommen nicht ohne Chemie aus. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Substanzen wird dafür verwendet, ein Pflegeprodukt möglichst angenehm, nutzbringend und praktikabel zu machen – auch wenn das Ergebnis nicht immer ganz unschädlich ist. Wir haben die wichtigsten Kategorien und Stoffe für dich zusammengestellt.

Konservierungsmittel

Unter anderem DMDM Hydantoin und Parabene werden in der Kosmetikindustrie als Konservierungsmittel eingesetzt. DMDM Hydantoin gilt als allergieauslösend und krebserregend. Konservierungsmittel sind meist über die Endung "-paraben" in der Deklaration zu erkennen. Der am häufigsten verwendete Stoff dieser Art ist das Methylparaben. Diese Stoffe stehen im Verdacht, Allergien auslösen zu können. Parabene sollen vor allem hormonell wirksam sein. Das bedeutet, sie übernehmen die Rolle eines körpereigenen Hormons, zum Beispiel des Östrogens. Deshalb sind sie besonders für Schwangere, Kinder und Jugendliche in der Pubertät gefährlich. Sie sollen als Auslöser für schwere chronische Erkrankungen wie Diabetes, Unfruchtbarkeit, hormonbedingte Krebsarten wie Brust-, Hoden- oder Prostatakrebs und für das Einsetzten einer vorzeitigen Pubertät mit verantwortlich sein.

Emulgatoren und Tenside

Das sind Natriumlaurylsulfat, Natriumlaurethsulfat, Sodium-Lauryl-Sulfate und Polyethylenglykole. Diese Substanzen lassen Badezusätze und Shampoos so schön schäumen, sorgen für starke und zuverlässige Reinigungskraft und halten die Konsistenz von Körpermilch und Hautcreme geschmeidig und gleichbleibend feucht. Erkennbar sind sie in der Produktbeschreibung besonders an der Endung "-eth" oder am Zusatz "PEG". Sie kommen in vielen Pflegeprodukten vor: Neben Haarpflege-Artikeln auch in Zahnpasta, Gesichtscreme, Seife und Lotionen. Trotz der scheinbar vielen positiven Eigenschaften, schädigen diese Stoffe langfristig den Organismus. So sollen sie die Haut für Schadstoffe durchlässiger machen und stehen als stark reizend und als Allergieauslöser im Verdacht. Außerdem sollen sie hormonverändernd wirken und Krebs auslösen können.

Duftstoffe

In den meisten Pflegeprodukten sind Duftstoffe enthalten, die künstlich hergestellt werden. In der Zutatenliste stehen sie meist als "Fragrance". Eine ausführlichere Hinweispflicht besteht nicht. Trotzdem verbirgt sich hinter der Bezeichnung meist kein harmloses natürliches, sondern ein künstlich hergestelltes Aroma wie Coumarin (das übrigens auch viel in Naturkosmetik verwendet wird), nitro- und polyzyklische Moschusverbindungen oder der Weichmacher Diethylphthalat (DEP). Oftmals sind diese Zusätze auch noch auf Petroleumbasis hergestellt. Die Duftstoffe sollen stark allergieauslösend sein, aber auch Haut- und Schleimhautreizungen, Kreislaufprobleme, hormonelle Störungen und Schädigungen des Immunsystems können sie verursachen.

Künstliche Vitamine

Um ihre Schutzfunktion leisten zu können, braucht die Haut Vitamine. Deshalb sind vielen Pflegeprodukten Vitamine zugesetzt. Diese müssen aus Haltbarkeitsgründen jedoch künstlich sein und sind in der Regel eher schädlich als nützlich. Als Zusatz vor allem in Sonnencremes beliebt, ist unter anderem Vitamin A-Retinol. Eine Überdosierung soll zu Schädigungen des Erbgutes führen und sogar als Auslöser für Krebs gelten.

Antibakterielle Pflegeprodukte

Vor allem der Werbung ist es geschuldet, dass der Gebrauch von antibakteriell wirkenden Wasch- und Pflegemitteln stetig zunimmt. Alles sollte möglichst keimfrei sein, damit das Kind ja nicht krank wird. Dabei ist jedoch das Gegenteil der Fall: Das kindliche Immunsystem braucht Matsch und Dreck in Maßen, um sich auszubilden und gegen potentielle Erreger gefeit zu sein. Die zunehmend sterile Umgebung unterbricht diesen natürlichen Prozess und fördert damit Allergien und Infektanfälligkeiten.

UV Filter

Die chemischen UV-Filter Bezophenone, Ethylhexil und Methoxycinnamat, zum Beispiel in Sonnencremes, gelten als stark allergieauslösend. Sie sollen die Haut sogar empfindlicher für Sonnenlicht machen und außerdem auf den Hormonhaushalt einwirken und krebserregend sein.

Erdöl

Basisbestandteile fast aller konventionell hergestellten Baby- und Kindercremes sind Abfallprodukte aus der Mineralölverarbeitung wie Paraffin, Glycerin oder Silikon. In der Inhaltsstoffangabe erscheinen sie unter anderem als Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Mineral Oil, Wax oder Vaseline. Doch statt die Haut zu nähren, wie sie sollten, trocknen sie sie eher aus. Außerdem stehen diese Substanzen in Verdacht, sowohl allergieauslösend, als auch krebserregend zu sein.

Wie vermeidest du giftige Kinderpflegeprodukte?

Aufklärung ist der erste Schritt. Ab sofort gilt es, die Zutatenliste der in Frage kommenden Pflegeprodukte für dein Kind genau zu studieren und die Produkte mit schädigenden Inhaltsstoffen strikt zu meiden oder abzuwägen, welche wirklich wichtig sind, so dass du nicht zu viele auf einmal verwendest. Bitte bedenke auch, vor allem, wenn du schwanger bist oder stillst: Was für dein Kind wichtig ist, solltest du auch für dich tun. Denn viele Schadstoffe, die du über deine Kosmetika und Pflegeprodukte aufnimmst, können, zum Beispiel über die Muttermilch, auch in dein Kind gelangen. Wenn du ganz auf der sicheren Seite sein möchtest, greifst du zu zertifizierter Naturkosmetik. Denn hier sind schädigende Inhaltsstoffe weitestgehend verboten. Von ihnen benötigst du meist auch viel kleinere Mengen, um dein Kind zu pflegen. In manchen Fällen kannst du vielleicht sogar ganz auf Pflegeprodukte verzichten.

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