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Hyponatriämie

Wasservergiftung: Warum Wasser für Babys tatsächlich schädlich sein kann

Wasser zu trinken, kann doch eigentlich nicht schaden? Bei Säuglingen sieht das leider anders aus: Wenn sie zu viel Wasser bekommen, laufen die Kleinen sehr schnell Gefahr, eine Wasservergiftung zu erleiden und können daran sogar sterben.

Dieser tragische Tod eines Babys rückt Wasservergiftung ins Bewusstsein

Ein tragischer Vorfall aus Georgia in den USA hat 2015 das Thema Wasservergiftung wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt: Die junge Mutter Lauren Fristed hatte damals nicht genug Muttermilch für ihre frischgeborene Tochter. Aus finanziellen Gründen entschied sie sich wohl gegen Milchpulver und verdünnte ihre Muttermilch mit Wasser. Das führte zu einer Vergiftung ihres Babys und kostete die kleine Nevaeh sogar das Leben.

Lauren Fristed und ihr Mann George Landell mussten sich im Anschluss an den schrecklichen Vorfall wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Nicht nur, weil sie ihr Kind unzureichend gefüttert hatten, sondern auch, weil sie sich aus religiösen Gründen geweigert hatten, rechtzeitig ein Krankenhaus mit ihrer kleinen Tochter aufzusuchen. Das Ehepaar wurde zu jeweils 20 Jahren Haft verurteilt.

Warum sind Babys besonders gefährdet für eine Wasservergiftung?

Der Fall der kleinen Nevaeh ist (zum Glück) ein Extremfall, dennoch: Eine Wasservergiftung (Hyponatriämie) kann für Babys eine reelle Gefahr darstellen. Vor allem in den Sommermonaten müssen nicht wenige Kinder mit den erschreckenden Symptomen einer Hyponatriämie in die Notaufnahme. Wohl weil viele Eltern denken, das Kind müsste bei dem warmen Wetter durstig sein und deshalb viel Wasser geben.

Besonders anfällig für Wasservergiftungen sind Säuglinge, weil ihre Nieren noch nicht vollständig entwickelt sind. Nehmen sie zu viel Wasser auf, wird der empfindliche Natriumhaushalt des kleinen Körpers gestört und der Natriumgehalt im Blut zu sehr verdünnt.

Gefahr für Babys: Was passiert im Körper bei einer Wasservergiftung?

Normalerweise reagiert der Körper auf einen niedrigen Natriumwert im Blut, indem er versucht, den Überschuss an Wasser mit Hilfe der Nieren über die Blase wieder auszuscheiden, damit sich der der Elektrolythaushalt wieder stabilisieren kann.
Da die Nieren von Babys unter einem Jahr allerdings noch nicht ausgereift sind, können sie größere Mengen Wasser nicht schnell genug verarbeiten und ausscheiden.

Die verheerende Folge: Da die Flüssigkeit nicht ausgeschieden werden kann, aber aus dem Blut muss, wird sie in den Körper- und Gehirnzellen abgelagert. Das Gehirn kann anschwellen und ein lebensbedrohliches Hirnödem bilden. Auch die Organe können auf diese Weise geschädigt werden.

Woran erkennt man eine Wasservergiftung beim Baby?

Hat ein Baby zu viel Wasser zu sich genommen und zeigt folgende Symptome, könnte es eine Wasservergiftung haben:

  • Das Kind ist lethargisch und apathisch.
  • Gesicht und Körper wirken aufgedunsen und geschwollen.
  • Die Körpertemperatur sinkt.

Besteht der Verdacht auf eine Wasservergiftung beim Baby, sollten Eltern sofort ein Krankenhaus aufsuchen. Dort kann den meisten Säuglingen schnell mit einer Gabe von Elektrolyten geholfen werden.

Säuglingsnahrung verdünnen? Keine gute Idee

Babynahrung sollte deswegen nie gestreckt, also mit extra Wasser verdünnt, werden – egal, ob es sich um Muttermilch oder künstliche Säuglingsnahrung handelt. Und auch unabhängig, ob es draußen warm oder kalt ist.

Experten raten Eltern grundsätzlich davon ab, Babys unter sechs Monaten mit extra Wasser zu versorgen. Die Flüssigkeitszufuhr sollte bei Säuglingen nur über die Mutter- oder Flaschenmilch erfolgen. Normalerweise trinken Babys von sich aus so viel Milch, wie sie brauchen.

Wenn ihr jetzt etwas verunsichert seid, könnt ihr hier noch einmal nachlesen, wie viel Flüssigkeit Babys trinken sollten oder ab wann ihr eurem Baby zusätzliche Getränke anbieten könnt.

In unserem Video, erhaltet ihr außerdem wertvolle Tipps, wie ihr euer Baby für jedes Wetter richtig anzieht:

Babys und Kleinkinder: So zieht ihr sie temperaturgerecht an Abonniere uns
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Still-Quiz: Was weißt du über Muttermilch und das Stillen?

Bildquelle: iStock / Getty Images Plus / Kiwis

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