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Studie zeigt: So ging es Familien in den letzten Monaten wirklich

Wie wars bei euch?

Studie zeigt: So ging es Familien in den letzten Monaten wirklich

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hat in einer Studie untersucht, wie Eltern die Herausforderungen in den letzten Monaten gemeistert haben. Und wir alle wussten es schon, aber nun haben wir es auch schriftlich: Wir haben das alles großartig gemacht. Das BiB lobt uns für unseren "bemerkenswerten Einsatz". Und die Folge davon? Unklar. Aber die Idee von Norbert Schneider, Direktor der BiB ist, mehr auf Familien zu schauen. 

Steckt euch die Corona- Zeit von März, April und Mai auch noch in den Knochen? So schnell wird wohl kein Elternteil die Anstrengungen vergessen, die es hieß Familie und Beruf von jetzt auf gleich in den eigenen vier Wänden unter einen Hut zu bekommen. Selbstverständlich hatten alle mit der neuen Situation zu kämpfen. Doch auch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat erkannt, dass Eltern oder Familien besonders betroffen waren.

Zu den einschneidenden Veränderungen, die viele in ihrem beruflichen Alltag erfuhren – Kurzarbeit, Homeoffice, besondere Belastungen – kam hinzu, dass sie sich durch die weitgehende Schließung von Schulen und Betreuungseinrichtungen praktisch aus dem Stand um die Beschulung oder Betreuung ihrer Kinder kümmern mussten. Diese neue Situation, das ist die dritte Herausforderung, erforderte bei vielen eine weitgehende Neugestaltung der bisherigen partnerschaftlichen Arbeitsteilung.

Norbert Schneider

Eltern denken erst an Familie und Beruf und dann an sich

Und wie haben wir alle das so gut gemeistert? Indem wir uns selbst an die letzte Stelle gepackt haben, hinter unsere Kinder und unseren Beruf. Das ist auch eine zentrale Erkenntnis dieser Studie. Der Direktor der BiB erklärt, dass die meisten Eltern ein "wirklich hohes Improvisationsvermögen gezeigt [haben] und einen bemerkenswerten Einsatz, um sowohl den Kindern als auch ihrem Arbeitgeber oder ihrer Berufstätigkeit gerecht zu werden – und sich selbst erst einmal hintangestellt."

Unterschiedlich starke Belastung

Natürlich haben wir das nicht alle auf die gleiche Art und Weise geschafft, einige hatten bessere oder schlechtere Voraussetzungen als andere. Die Studie machte deutlich, was viele schon ahnten: Alleinerziehende waren am stärksten belastet, Familien mit mehreren Kleinkindern waren anders betroffen als Einkindfamilien mit Eigenheim und Garten.

Erstens die berufliche Situation. Zweitens die partnerschaftliche Situation - wir können zum Beispiel feststellen, dass Alleinerziehende in extremer Weise belastet wurden, sehr viel mehr als Elternpaare. Drittens die familiäre Situation - hat man zwei, drei Kinder im Betreuungsalter ist die Wirkung noch sehr viel größer. Und ganz wesentlich als vierter Punkt die Wohnsituation. Eltern in beengten Wohnverhältnissen oder ohne Zugang zu einem Garten etwa waren sehr viel stärker belastet als Menschen in großzügigen Wohnverhältnissen.

Norbert Schneider

Situation von Eltern stärker in den Fokus

Was aber folgt aus den Erkenntnissen dieser Studie? Der Direktor der BiB gibt die klare Empfehlung, die Situation der Eltern stärker zu priorisieren. Und gleichzeitig ist es wichtig, langfristig zu schauen, dass die Entgrenzung von Privat- und Arbeitsleben nicht weiter vorangetrieben wird. Wir alle brauchen ab und zu eine Pause.

Wir müssen uns auf den Weg begeben, digitale Angebote, aber auch digitale Kompetenzen an den Schulen auszuweiten. Das umfasst eine bessere Ausstattung mit IT, aber auch zukunftsfähige pädagogische Lehrkonzepte an einer digitalen Schule. Daneben müssen wir langfristig die Eltern mit mehr Flexibilität an der Schnittstelle von Erwerbsarbeit und Familienarbeit ausstatten – mit dem Ziel, eine Verstetigung der Corona-bedingten Belastung von Eltern zu vermeiden.

Norbert Schneider

Quelle: Bundesregierung

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Meine Meinung

Ich glaube, ich habe wirklich lang und breit darüber geschrieben, wie es mir in den letzten Monaten so ergangen ist, mit drei kleinen Kindern und zwei Vollzeitarbeitenden Eltern. Das hat unsere Familie schon sehr belastet. Deswegen wünsche ich mir sehr, dass in Zukunft mehr auf die Situation von Eltern, von Familien generell geschaut werden soll.

Was mir aktuell fehlt ist ein Aufarbeiten der letzten Zeit. Schnell soll es mit dem "new normal" weitergehen. Aber wann ist denn die Zeit zum Innehalten? Zum Aufarbeiten?

Bildquelle: getty images / iStock / Getty Images Plus/ monkeybusinessimages

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