Milchstau: Symptome und richtige Behandlung

Ein Milchstau ist ein typisches Problem von stillenden Mamas: unangenehm und schmerzhaft, aber an sich harmlos. Wir erklären, wie Sie einen Milchstau erkennen und richtig behandeln.

Ein Milchstau ist ein ganz typisches Problem beim Stillen. Anders als Stillprobleme, die zu den üblichen Anfängerproblemen gehören - z.B. Probleme beim Anlegen - , kann der Milchstau während der gesamten Stillzeit auftreten. Manchmal entsteht er sogar recht kurzfristig. Mit der richtigen Behandlung kann er aber auch rasch wieder gelöst werden.Grundsätzlich entsteht ein Milchstau immer dann, wenn die Milch aus der Brust nicht richtig abfließen kann und sich schließlich in den Milchgängen staut. Die Brust schwillt daraufhin etwas an, schmerzt und ist druckempfindlich. An den betroffenen Stellen rötet sich Ihre Haut und Sie können Verhärtungen ertasten. Oft fühlen Sie sich bei einem Milchstau zudem fiebrig und erschöpft.
Milchstau-Symptome im Überblick:
• geschwollene, schmerzende Brust
• sichtbare Rötung der Brust
• spürbare Verhärtungen in der Brust
• leicht fiebrig
• allgemeines Erschöpfungsgefühl
Diese Symptome sollten Sie auf jeden Fall ernst nehmen. Wird der Milchstau nämlich nicht rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann sich daraus eine ernsthafte Brustentzündung entwickeln. Deutliches Warnsignal: anhaltendes hohes Fieber. In diesem Fall sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt aufsuchen. Weitere Infos dazu finden Sie hier ➤ Brustentzündung richtig behandeln

Milchstau, was tun?

Frau mit Milchstau stillt Baby

Regelmäßiges Stillen hilft, den Milchstau zu lösen


Um den Milchstau zu lösen, muss der Milchfluss wieder angeregt werden. Am besten hilft dabei: regelmäßig stillen. Saugt das Baby an der Brust, regt das automatisch den Milchfluss an. Das kann zu Beginn durchaus schmerzhaft und unangenehm sein. Sobald sich der Stau langsam löst, verspüren Sie jedoch sofort eine Erleichterung. Um zusätzlich gezielt die verhärteten Stellen zu behandeln, versuchen Sie Folgendes: Legen Sie Ihr Baby so an, dass sein Kinn die betroffene Brustpartie beim Saugen sanft massiert. Am besten lassen Sie sich das einmal von Ihrer Hebamme zeigen! Will das nicht so recht klappen oder fühlen Sie sich damit unwohl, können Sie sich mit kreisenden Bewegungen und leichtem Druck selbst massieren. Ebenso stimulierend wirkt Wärme. Duschen Sie Ihre Brust vor dem Stillen warm ab, lassen Sie sie von einer Wärmelampe bestrahlen oder legen Sie ein Wärmekissen auf. Das fördert die Durchblutung des Gewebes und weitet die Milchdrüsen etwas.

Bei einem Milchstau sollten Sie außerdem unbedingt auf eine richtige Stillposition achten und das Baby an beiden Brüsten gleich lang trinken lassen. Nehmen Sie den oft gehörten Ratschlag also ernst, sich für das Stillen Zeit zu nehmen. Hat das Baby aufgehört zu trinken und nuckelt nur noch an Ihrer Brustwarze, lösen Sie es sanft. Kontrollieren Sie, ob das Baby die Brust ganz entleert hat. Streichen Sie Ihre Brust gegebenenfalls aus oder pumpen Sie die überschüssige Milch ab. Danach sollte sich die Brust deutlich erleichtert anfühlen. Vielleicht schmerzt sie noch und ist immer noch gerötet, aber sie sollte auf jeden Fall nicht mehr hart und geschwollen sein. Um zu verhindern, dass gleich wieder Milch einschießt, können Sie die Brust kühlen. Verwenden Sie kalte Umschläge oder Kühlpads. Kühlende Quarkwickeln wirken außerdem entzündungshemmend. Bestreichen Sie dafür eine Mullbinde oder Küchenrolle dick mit kaltem Quark. Diese Quark-Päckchen legen Sie dann für einige Minuten auf die betroffene Brust.

Milchstau sollte sich nach wenigen Tagen lösen

Behalten Sie Ihre Körpertemperatur auf jedem Fall im Blick. Nach diesen Behandlungstipps sollte das Fieber (sofern Sie welches hatten) merklich gesunken sein. Halten Rötungen und Schmerzen noch ein paar Tage an, ist das kein Grund zur Sorge. Wichtig ist jetzt, regelmäßig zu Stillen und die Brust gut zu entleeren, um einem Rückfall vorzubeugen. Ist der Milchstau trotz der Behandlung nach drei Tagen immer noch nicht deutlich besser geworden, sollten Sie bitte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Es könnte bereits eine Brustentzündung vorliegen. Rechtzeitig erkannt, lässt sich aber auch diese gut behandeln.

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