FSME-Impfung für Kinder: Guter Zeckenschutz?

Mit wärmeren Temperaturen kommen leider auch wieder Zecken, die mit ihren Bissen schlimme Krankheiten verursachen können. Eine FSME-Impfung kann zumindest vor Hirnhauterkrankung schützen

Im Unterschied zu harmlosen Mückenstichen, die einfach nur jucken, sind die Zeckenbisse wesentlich gefährlicher, denn in ihnen sind Krankheitserreger enthalten. Unbehandelt können sie gefährliche Krankheiten wie  FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Lyme-Borreliose übertragen. Das FSME-Virus wird über den Speichel der Zecken übertragen. FSME kann zu einer Entzündung der Hirnhaut, des Gehirn oder des Rückenmarks führen. Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Symptome sind: Fieber, Kopfschmerzen, Bindehautentzündung, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen. In seltenen Fällen kommt zu schweren Verläufen wie zum Beispiel Arthritis. Wenn sich ringförmige Hautrötungen bilden, deutet das auf eine Borreliose hin. Eine Borreliose lässt sich mit Antibiotikum behandeln. Gegen Lyme-Borreliose, kann man sich nicht impfen lassen, gegen FSME aber schon. Und da gerade Kinder besonders anfällig für Zeckenbisse sind, solltest du es dir überlegen, deinen Nachwuchs impfen zu lassen, um eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute auszuschließen.

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FSME-Impfung: Ab wann kann man Kinder impfen lassen?

In Deutschland sind besonders die süddeutschen Bundesländer wie Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen von hohem Zeckenbefall betroffen. Das Robert-Koch-Institut rät gerade in diesen Gebieten zur Impfung von Erwachsenen und Kindern, auch wenn letztere seltener von einer gefährlicheren Gehirnentzündung, sondern eher von einer Hirnhautentzündung befallen sind. Wohnst du in einem Risiko-Gebiet, kannst du deinen Nachwuchs ab einem Alter von einem Jahr impfen lassen.

Wie erfolgt die FSME-Impfung?

Leider ist es mit einer einzelnen Impfung nicht getan: Man muss sich dreimal innerhalb von neun bis zwölf Monaten impfen lassen, um einen vollständigen Schutz für die nächsten Jahre zu haben. Nach der ersten Impfung erfolgt die zweite Impfung nach drei Monaten und dann noch einmal nach neun Monaten. Bei manchen. Impfungen geht es auch schneller. Wenn du zum Beispiel gar nicht in einem Risikogebiet wohnst, dort aber deine Ferien verbringen willst, kannst du auch nach einem Schnellschema geimpft werden. Der Schutz hält nicht so lang, sondern nur ein bis anderthalb Jahre, dafür kannst du dich aber innerhalb von drei Wochen impfen lassen. Eine FSME-Impfung muss – je nach Impfstoff – alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.
 

Bezahlt die Krankenkasse die Zecken-Impfungen?

Für Menschen in den Risiko-Gebieten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die sogenannte Zecken-Impfung. Zum großen Teil tun sie es auch bei Menschen, die in ein Risikogebiet reisen und sich impfen lassen wollen. Erkundige dich bei deiner zuständigen Krankenkasse, ob dies der Fall ist.
 

FSME-Impfung: Gibt es Nebenwirkungen?

Wie bei allen Impfungen sollen Antikörper aufgebaut werden, das kann aber zu Nebenwirkungen führen. Laut des Robert-Koch-Instituts tritt bei 15 Prozent der ein- bis zweijährigen Kinder Fieber auf, bei Kindern von drei bis elf Jahren sind es fünf Prozent. Deshalb solltest du schauen, wie hoch das Risiko tatsächlich ist: Lebt ihr in einem von Zecken verseuchten Gebiet und springen deine Kinder oft im Freien herum und können gebissen werden? Oder reicht es dir, sie jeden Abend nach Zecken abzusuchen und die kleinen Blutsauger zu entfernen. Wenn du dir unsicher bist, sprich am besten mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Schutzmaßnahmen gegen Zecken

Eine FSME-Impfung gibt Beruhigung, aber da Zecken auch Borreliose übertragen können, solltet ihr trotzdem wachsam bleiben. Es gibt ein paar Vorsichtsmaßnahmen, die man in den Risikogebieten auf alle Fälle beachten sollte:

  • Bleibt auf festen Wegen: Auch wenn es schwerfällt, aber Zecken lieben das hohe Gras und das Unterholz.
  • Helle Kleidung: So erkennt man die Zecken besser.
  • Festes Schuhwerk: Da können sich die Insekten gar nicht erst festsaugen.
  • Anti-Zeckenspray: Tragt es auf der ganzen Haut auf, das bietet zumindest für ein paar Stunden Schutz.

Nach jedem Ausflug ins Freie den Körper absuchen: Schaut dabei genau auf den Kopf, den Hals und den Haaransatz. Aber auch zwischen den Beinen, in den Kniekehlen und unter den Armen sind beliebte Aufenthaltsorte für die kleinen Blutsauger Habt ihr Zecken entdeckt, entfernt ihr sie mit einer Pinzette oder Zeckenzange, dabei setzt ihr dicht an der Haut an und dreht sie heraus. Doch tränkt sie nicht mit Alkohol, Öl oder Klebstoff - damit könnt ihr nämlich das Gegenteil erreichen, denn die Zecke könnte dann erbrechen und die Krankheitserreger übertragen.

Aber du siehst: Du bist den Zecken nicht schutzlos ausgeliefert, eine FSME-Impfung schützt dich und deinen Nachwuchs vor einer schlimmen Hirnhautentzündung und sorgsame Vorsichtsmaßnahmen erlauben euch auch weiterhin viel Spaß in der Natur.

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