Tagesmutter werden durch Qualifikation und Fortbildung

Wie sieht die Qualifizierung zur Tagesmutter aus? Hier gibt es keine bundeseinheitliche Regelung, von Jugendamt zu Jugendamt kann es große Unterschiede geben.

Tagesmutter werden durch Qualifikation und Fortbildung

Tagesmutter werden, so geht's!


„Die Tendenz geht eindeutig zur Qualität“, sagt Klaus-Dieter Zühlke, Geschäftsführer des Bundesverbands für Kinderbetreuung in Tagespflege e.V. Das heißt: Pflichtnachweise wie Führungszeugnis und Gesundheitsbescheinigung reichen meist nicht mehr - oft sind Schulungen, Lehrgänge und Seminare erforderlich. Der Bundesverband empfiehlt eine Qualifizierung von mindestens 160 Unterrichtsstunden - inklusive eines Kurses über Erste Hilfe bei Babys. Am Ende eines Lehrgangs steht das Zertifikat „Qualifizierte Tagespflegeperson“.
Und wer bezahlt eine solche Schulung? Auch hier gibt es keine Faustregel. Oft wird sie durchs Jugendamt und den Europäischen Sozialfonds bezuschusst. Auf einen Eigenanteil etwa zwischen 100 und 800 Euro muss man sich allerdings einstellen.

Tagesmutter: Mit Eltern zusammenarbeiten

Tagesmutter sein, das hat heute nicht mehr viel zu tun mit Babysitting in den eigenen vier Wänden, sondern bedeutet aktive Erziehungsarbeit - in engem Zusammenspiel mit den Eltern. Das gilt für den Erziehungsstil ebenso wie für Zeiten Umfang der Kinderbetreuung. Da muss zwischen Eltern und Tagesmutter ganz einfach die "Chemie" stimmen, denn gegenseitige Sympathie ist in der Tagespflege das A und O!
Die folgenden mündlichen Absprachen mit den Eltern des Tageskindes können Sie weitgehend schon im ersten Kennenlerngespräch festlegen:
• Fragen Sie die Eltern nach den Vorstellungen und Werten ihrer Erziehung.
Ihre eigenen Erziehungsvorstellungen sollten sich im Grundsatz damit decken.
• Vereinbaren Sie einen ständigen, kooperativen Austausch mit den Eltern -
in möglichst freundlicher, offener Gesprächsatmosphäre.
• Ganz wichtig für beide Seiten: Liegt Sympathie vor?
• Stellen Sie sich auch auf kritische Elternfragen ein: Wie verhalten Sie sich,
wenn z.B. ein Kind aggressiv wird, nicht essen oder schlafen will, weint
oder sich zwei Kinder streiten?
Alle schriftlichen Absprachen werden im so genannten "Vetrag zur Kinderbetreuung" getroffen, der die Grundlage der gesamten Kinderbetreuung darstellt:
• Festgelegt werden darin u.a. Ort und Zeiten der Kinderbetreuung, der Beginn
der Kinderbetreuung und Kündigungsfristen sowie das Betreuungshonorar und
die Art der Bezahlung.
• Ebenfalls vertraglich geregelt werden Urlaubs-, Ferien- und Ausfallzeiten, das
Verhalten bei Notfällen und Arztbesuchen sowie die Haftung bei Schäden im
Haushalt der Tagesmutter.
• Weitere Vereinbarungen betreffen u.a. Pünktlichkeit, Schweigepflicht,
Mitnahme-Erlaubnis mit Pkw/Fahrrad, Haustiere im Haushalt der
Tagesmutter, Rauchverbot bzw. rauchfreie Zonen

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