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Drittes Kind: Sollen wir wirklich? Und wann ist eigentlich der beste Zeitpunkt?

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Drittes Kind: Sollen wir wirklich? Und wann ist eigentlich der beste Zeitpunkt?

Ein drittes Kind ist in immer mehr Familien inzwischen sehr willkommen. Gleichzeitig gibt es viele Fragen rund um das Thema, weil sich das Leben mit (mindestens) drei Kindern ja noch mal ganz neu auf den Kopf stellt.

Momentan gibt es in der familie.de Redaktion nur eine Familie mit drei Kindern, meine eigene. Aber ich bin gespannt, ob und wann sich das vielleicht bei meinen Kolleg*innen noch mal ändert. Bis es soweit ist, kann ich euch ja ein bisschen vom Leben mit drei Kindern berichten und die drängendsten Fragen beantworten.

Wann sollte ein drittes Kind kommen?

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt treibt vermutlich alle Eltern um. Das war beim ersten und beim zweiten Kind aber irgendwie auch nicht anders. Den richtigen Altersabstand gibt es nicht, es gibt nur den, der zur jeweiligen Familie am besten passt. Es gibt, auch wenn monetäre Anreize keine Rolle spielen sollten, einen Geschwisterbonus beim Kindergeld, wenn drei Kinder in einer Familie leben.

So, wie ein kurzer Altersabstand zwischen den Geschwistern kein Garant dafür ist, dass sie auf jeden Fall miteinander spielen, so muss ein größerer Abstand nicht bedeuten, dass die Kinder keinen Bezug zueinander haben. Für mich war immer klar: Ich fange nicht noch mal neu mit dem Wickeln an, wenn ich all die Babysachen verräumt habe. Und ich wollte auch nie ewig die Babykleidung aufbewahren. Zufällig haben meine Kinder alle ungefähr einen ähnlichen Altersabstand zueinander, das war nicht geplant aber sehr willkommen.

Alter der Mutter beim dritten Kind

Ihr könnt beim dritten Kind 25 oder 45 Jahre alt sein, das habt ihr ja nicht unbedingt in der Hand, wie schnell es klappt. Statistisch betrachtet heißt es, dass Frauen bis 30 Jahre leichter schwanger werden und die Chancen auf ein Baby mit zunehmendem Alter geringer werden. Ab 35 Jahren und als Mehrfachgebährende handelt es sich um eine Risikoschwangerschaft, das bedeutet, dass ihr im Zweifelsfall öfter zur Hebamme oder zur Gynäkologin gehen müsst. Letztlich müsst ihr entscheiden, wie fit ihr euch fühlt und wie die vorangegangenen Schwangerschaften waren. Das Leben mit drei Kindern ist recht turbulent, da solltet ihr genug Ausdauer haben.

Ich hatte mir eine Grenze gesetzt, bis zu der ich für ein drittes Kind bereit war. Das lag vor allem an den vorangegangenen Schwangerschaften, die nicht so ganz einfach waren. Mir war klar: Mein Körper wird nicht jünger. Zufällig hat es geklappt. Wir haben es nicht darauf angelegt, uns aber sehr gefreut.

Warum ein drittes Kind?

Die Antwort auf diese Frage ist sehr individuell. Denn so, wie es eine persönliche Entscheidung für oder gegen ein drittes Kind gibt, so sind die Gründe dafür, warum es überhaupt ein weiteres Kind in der Familie geben sollte, verschieden.

Viele Familien, die sich für ein drittes Kind entscheiden, fühlten sich vorher nicht "komplett", es gab da eine Leerstelle, ein Platz im Herzen, der noch frei war. Andere hatten eine Fehlgeburt und wissen, dass sie es mit einem dritten Kind doch noch mal versuchen möchten. Manche Familien haben zwei Kinder und ein Sternenkind, auch das kann, je nach Familien als drittes Kind gelten.

Für mich war es gar keine echte Frage, ob wir ein drittes Kind bekommen. Ich habe mich einfach gefreut, dass es passierte. Ich hatte nie eine Anzahl von Kindern im Kopf, aber ich bin froh, dass alles so kam, wie es gekommen ist.

Drittes Kind klappt nicht

Es kann sein, dass euer Wunsch nach einem dritten Kind sehr groß ist, und es einfach nicht klappt. Das Beruhigende ist: Ihr habt schon zwei Kinder bekommen, euer Körper weiß also wie es geht. Gleichzeitig kann es natürlich enorm frustrieren, wenn die dritte Schwangerschaft auf sich warten lässt. Wichtig ist, beim Gynäkologen abklären zulassen, ob organische Ursachen der Grund sind, warum es diesmal nicht klappen will.

Abwarten und Tee trinken, das ist ja oft ein Ratschlag. Aber der kann extrem verletzen, gerade dann, wenn der Kinderwunsch für ein drittes Kind so groß ist. Deswegen solltet ihr bei Fachpersonen nachfragen, ob es medizinische Gründe gibt, die euren Kinderwunsch behindern.

Drittes Kind mit 40

Ja, warum denn nicht? Wenn ihr euch fit fühlt, dann spricht da absolut nichts dagegen. Es ist und bleibt eine persönliche Entscheidung in welchem Alter frau das erste, zweite oder dritte Kind bekommt. Vielleicht sind die älteren Geschwister jetzt aus dem Gröbsten raus und der kleine Nachzügler bekommt noch mal die ungeteilte Aufmerksamkeit. Oder das dritte Kind kommt kurz nach den älteren Beiden, weil die erste Schwangerschaft mit 35 Jahren klappte und nun alle zwei, drei Jahre Nachwuchs kommt. Ist doch toll, wenn es euch damit gut geht.

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Ob der Wunsch nach einem Nesthäkchen oder der generell aufgeschobene Kinderwunsch dahintersteckt ist vollkommen unerheblich für ein drittes Kind. Wenn ihr euch gut fühlt, dann vertraut auf euer Bauchgefühl. Klar seid ihr vielleicht älter als andere Mütter in der Kita. Aber vermutlich habt ihr eben im Gegensatz zu ihnen auch das dritte Kind an der Hand und sie ihr erstes. Außerdem: Umso älter wir werden, umso gelassener werden wir in der Mehrheit doch. Von dieser elterlichen Gelassenheit kann auch unser drittes Kind enorm profitieren.

Für mich persönlich lag die Altersgrenze fürs dritte Kind früher. Aber auch das ist eine ganz private Sache.

Was spricht für ein drittes Kind

Alles! Was sollte denn auch dagegen sprechen? Wenn ein Kinderwunsch besteht, dann besteht der. Aber wenn ihr Beispiele braucht, wieso ein drittes Kind das Familienleben bereichert, dann nenne ich euch gern einige:

  • Es ist immer jemand da zum Spielen. Hat das eine Geschwisterkind keine Lust, ist das andere vermutlich Feuer und Flamme.
  • Gemeinsam die Eltern überzeugen geht zu dritt leichter als zu zweit. Denn es gibt zwei Elternteile aber drei Kinder. (Patchworkfamilien sorgen hier zahlenmäßig oft für mindestens Gleichstand.)
  • Die Liebe wird größer. Klingt nach einem Klischee, aber es stimmt einfach. Mehr Kinder, mehr Liebe.
  • Kompromisse aushandeln wird leichter, umso öfter man es übt. Bei drei Kindern handelt immer irgendwer mit irgendwem irgendetwas aus.
  • Ihr werdet mit jedem Kind entspannter. Weil ihr die großen und kleinen Sorgen schon mindestens einmal durchlebt habt. Natürlich ist jedes Kind anders, aber die aufgeschürften Knie, hohes Fieber oder schlechte Schulnoten schocken euch nicht mehr so, wie beim ersten Kind.
  • Nachhaltigkeit: Die schönen Babyklamotten, das Spielzeug, die Bücher, alles wird von drei Kindern abgeliebt, bevor es dann eine weitere Familie glücklich macht. Vertraut mir, nichts treibt Eltern so die Tränen in die Augen, als Jahre später den Babybody vom ersten Kind am dritten Spross zu sehen.
  • Ihr seid DIE Frageinstitution für alle anderen Eltern. Gerade Eltern von einem Kind freuen sich über eure Tipps und Tricks, denn ihr habt einen großen Wissensvorsprung. Das fühlt sich zunächst komisch an, wir kochen alle nur mit Wasser. Aber mit der Zeit werdet ihr merken: Ihr habt einfach doch mehr Erfahrung als andere. Und das gibt euch selbst jede Menge Sicherheit.

Was spricht gegen ein drittes Kind?

Nichts. Aber natürlich gibt es einige Sachen, die im Familienalltag ganz schön stressen können. Auch hier folgen einige Beispiele:

  • Kein Familienrabatt. Leider ist vielerorts alles auf die Standardfamilie ausgerichtet, zwei Erwachsene, zwei Kinder. Mit drei Kindern kann so der Eintritt ins Freibad, in den Zoo oder eine Übernachtung im Hotel teurer werden. Deswegen immer vor Ort nachfragen.
  • Auto fahren wird komplizierter. Das liegt daran, dass in wenige Autos drei Kindersitze passen. Ein neues Auto kann ganz schön ins Geld gehen. Hier müssen Familien umdenken, wenn sich ein drittes Kind ankündigt.
  • Es ist immer laut. Es lässt sich nicht beschönigen, mit drei Kindern ist ordentlich Leben in der Bude. Wenn sich zwei Kinder schon oft streiten wird es nicht weniger, wenn noch ein drittes Kind mitmischt. Kinder sind eben Leben.
  • Die Logistik wird aufwändiger. Drei Kinder mit drei verschiedenen Hobbys, Kita und Schultermine koordinieren, das ist nicht immer alles so leicht unter einen Hut zu bekommen.
  • Eigene Ressourcen werden knapper. Das bedeutet auch, dass ihr, zumindest eine Zeitlang, weniger Zeit für euch selbst habt, weil eure Kinder eure Aufmerksamkeit enorm fordern.

Das dritte Kind läuft mit

Ein drittes Kind läuft genauso mit wie das erste oder zweite. Es wird Kindern schlicht nicht gerecht, wenn erwartet wird, dass irgendeins von ihnen mitläuft. Kinder sind Kinder und sie verdienen unsere Aufmerksamkeit.

Es ist allerdings so, dass ein drittes Kind oft durch seine Geschwister sehr viel lernt. Denn allein durchs Zuschauen und Nachahmen lernen Kinder enorm viel. Drei Kinder bilden auch miteinander ein kleines Dorf, dass gegenseitig aufeinander aufpasst und sich erzieht. Die Verantwortung für alle Kinder liegt aber selbstverständlich bei uns Eltern.

Mein drittes Kind orientiert sich sehr an seinen Geschwistern und darf natürlich auch mehr Dinge, als die älteren es im gleichen Alter durften. Das liegt daran, dass er eben immer dabei ist und ich ihm den Dinkel-Vollkornkeks nicht schmackhaft machen kann, wenn die Geschwister eine Kugel Eis essen. Immerhin galt bei uns die Regel: Keine Süßigkeiten vor dem ersten Geburtstag. Und an die habe ich mich auch beim dritten Kind gehalten.

Das dritte Kind: Buchtipps

Eigentlich sind Ratgeber beim dritten Kind ja beinahe überflüssig. Aber nur fast, denn natürlich gibt es immer noch Sachen, über die sich Eltern gern informieren. Und außerdem tut es auch gut zu sehen, dass wir Mehrfacheltern in unserem Chaos nicht allein sind.

Auch für Kinder ist es interessant, wenn sie in Kinderbüchern ihre eigene Wirklichkeit abgebildet sehen. Ein Buch, das ich allen Familien schenke, die das dritte Kind bekommen haben ist dieses hier:

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Drittes Kind: was ändert sich

Jedes Kind was neu in die Familie kommt, bedeutet eine Umstellung. Deswegen könnt ihr vorher nicht wissen, wie es werden wird. Zunächst wird die Liebe groß sein, dann vielleicht auch mal die Überforderung. Denn natürlich ist es nicht immer einfach, das Leben mit drei Kindern zu gestalten. Aber am Ende wird sich immer zeigen: Kinder sind etwas Wunderbares. Jeden Tag wachsen wir mit und an ihnen. Und das ist die größte und die schwerste und die schönste Aufgabe, die es gibt. Ein drittes Kind bedeutet also auch, dass euer Leben noch reicher, bunter und chaotischer wird, als ihr es bisher kanntet.

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Andrea Zschocher
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Mein Fazit

An manchen Tagen könnte ich zerspringen vor Glück über meine drei Kinder. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir alle gesund und munter auf dieser Welt sind. Ich bin dankbar dafür, dass es so ist. An anderen Tagen bin ich komplett am Ende, weil drei Kinder mit drei verschiedenen Bedürfnissen an mir zerren und ich weder ihnen noch mir selbst gerecht werde. Das Leben mit drei Kindern ist eine echte Achterbahnfahrt. Aber mit meinen Dreien würde ich immer wieder einsteigen und eine Runde drehen.

Bildquelle: getty images/ FatCamera

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