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FAQs rund um das erste Schuljahr

Kleinkind

FAQs rund um das erste Schuljahr

Der Schulstart ist für Kinder UND Eltern der Start in eine völlig neue Welt, in der sie sich erst zu Recht finden müssen. Eltern brennen jetzt viele Fragen unter den Nägeln. "Wie lange dürfen Hausaufgaben dauern?", "Was muss mein Kind zum Schulstart können?" und "Sollen wir gute Noten belohnen?" Hier finden Sie die Antworten auf viele, viele Fragen rund um den Schulstart.

Sollen wir vor dem Schulanfang schon Rechnen und Schreiben üben?

Nein, auf gar keinen Fall! Auch wenn die beste Freundin vielleicht sogar schon lesen kann: Vorher üben ist nicht Sinn der Sache. Und keine Lehrerin setzt das voraus. Ganz im Gegenteil: Wer schon zu viel Vorwissen mitbringt, läuft Gefahr sich schnell zu langweilen, denn das Tempo ist im ersten Schuljahr ganz gemächlich. Wer vorher schon schreiben übt, muss sich nach dem Schulstart möglicherweise mühevoll umgewöhnen, weil er nicht die korrekte Schriftführung hat. Auf der anderen Seite sollten Sie Ihr Kind aber auch nicht bremsen, wenn es sich schon für Zahlen und Buchstaben interessiert.

Bei uns im Kindergarten gibt es keine Vorschule. Wird mein Kind deshalb Nachteile in der Schule haben?

Nein! In der ersten Klasse ist genug Zeit fürs Lernen, die Kinder kommen auch ohne extra Vorwissen aus dem Vorschulprogramm gut mit. Die Vorschule ist zudem ein fakultatives Angebot der Kindergärten. Einige Einrichtungen bieten in ein oder zwei Stunden ein gesondertes Programm für die Kinder im letzten Vorschuljahr an und üben Zahlen, Mengen, Formen und Laute, einige arbeiten nach dem "Würzburger Sprachprogramm". In Form von Sprachspielen wird hier das genaue Hören geübt, es wird gereimt und erste Laute werden näher betrachtet. Andere Einrichtungen thematisieren die Lernthemen im Rahmen des Morgenkreises und machen dort Zähl- und Klatschspiele. Wichtiger als erste Zahlen und Buchstaben zu kennen ist das Training des Sozialverhaltens: Teilen, Konflikte lösen, Freundschaften aufbauen. Ein guter Kindergarten thematisiert das tagtäglich im Kindergarten-Alltag – und nicht in Form eines speziellen Programms.

Beginnt jetzt wirklich der Ernst des Lebens?

Wenn Sie und Ihre Umgebung sich sämtliche Sätze und Befürchtungen bezüglich des "Ernstes des Lebens" verkneifen, ist das extrem hilfreich. Denn Kinder können solche Aussagen nicht einordnen – und bekommen Angst. Zwar ändern sich jetzt der Tagesablauf, die freie Zeit wird weniger, die Aufgaben anspruchsvoller – aber dafür gibt es jetzt so viel Spannendes zu lernen, neue Herausforderungen und neue Freunde warten. Und unsere Erfahrung zeigt: Der Spaß bleibt in der Grundschule nicht auf der Strecke! Wichtig zu wissen: Kindern macht es Spaß groß zu werden. Sie haben das wunderbare Talent nach vorne zu schauen – und nicht zurück in die Kindergartenzeit. Verderben Sie Ihrem Kind die Vorfreude auf den Neustart nicht!
Unser Buchtipp zum Thema: "Der Ernst des Lebens"

Tipps für einen guten Schulstart

Tipps für einen guten Schulstart
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Welchen Füller sollen wir kaufen?

Auch wenn der Platzhalter im Mäppchen den Eindruck vermittelt, Kinder bräuchten für den Schulstart schon einen Füller: Dem ist nicht so! In den ersten Wochen und Monaten schreiben die ABC-Schützen mit dem Bleistift, der Füller wird meist erst in der zweiten Klasse eingeführt. Wenn es dann soweit ist, sollten Sie Ihr Kind auf jeden Fall zum Füllerkauf mitnehmen und es die speziellen Schreiblernfüller, die es für Rechts- und Linkshänder gibt, Probe schreiben lassen. Wichtig ist, dass Ihr Kind mit gutem Schwung schreiben kann und die Feder dabei nicht kratzt. Eine Edelstahlfeder macht Sinn, denn anfangs schreiben die Kinder mit viel Druck, dem nicht jede Feder Stand hält. Auch wichtig: Eine ergonomische Griffzone mit Ausformungen für die Finger unterstützt die richtige Stifthaltung.

Worauf müssen wir bei der Stifthaltung achten?

Die korrekte Stifthaltung

Viele Kinder halten den Stift von alleine richtig, einige tun sich allerdings lange Zeit schwer mit der korrekten Stifthaltung. Auch wenn das zu vielen Diskussionen führt: Achten Sie von Anfang an auf die korrekte Stifthaltung. Die Praxis im Schulalltag zeigt: Die Lehrer können hier nicht bei jedem einzelnen Kind hinterher sein. Die korrekte Stifthaltung ist der sogenannte Dreipunktgriff: Der Stift liegt parallel zum Zeigefinger in der Hand, der Daumen liegt leicht auf und unterstützt beim Lenken und der Mittelfinger dient als Auflage. Tipp: Im Schreibwarenhandel gibt es Gummiaufsätze für Blei-, Bunt- und Farbstifte, mit denen die richtige Stifthaltung automatisch richtig gemacht wird.

Was soll mein Kind zum Essen und Trinken mitnehmen?

Für Erstklässler sind das Spielen und die neuen Freunde in der Pause häufig wichtiger als das Essen. Deshalb sollte Ihr Kind nach Möglichkeit mit einem guten Frühstück im Magen das Haus verlassen. Denn nur wer gut gegessen hat, kann auch gut lernen und sich konzentrieren. Fürs Frühstück eignen sich Müsli oder ein lecker belegtes (Vollkorn-)brot. Ist Ihr Kind ein Frühstücksmuffel, ist der Pausensnack natürlich umso wichtiger. Der Klassiker, das Pausenbrot, schmeckt besser, wenn es mit Gurke, Tomate oder Möhre aufgepeppt wird. Dazu noch ein paar mundgerecht geschnittene Obststücke, fertig ist die Stärkung für die Pause! Zum Trinken geben Sie Ihrem Kind am besten Wasser in einer ausflaufsicheren Trinkflasche mit. Auch Tees und Saftschorlen sind okay, Limonaden sind tabu!

Mein Kind ist Linkshänder – was muss ich beachten?

Egal ob links oder rechts – Schreiben lernen funktioniert mit beiden Händen.Wenn ein Kind automatisch mit links malt und schneidet, sollten Sie es nicht motivieren, die andere Hand dafür zu verwenden. Thematisieren Sie das Thema zu Hause nicht groß, nicht dass Ihr Kind das Gefühl hat, sich von den anderen Kindern zu unterscheiden.
Entspanntes Schreiben funktioniert für Linkshänder, wenn sie das Heft oder Blatt schräg nach rechts geneigt auf den Tisch legen. Dann verkrampft die Hand nicht – und das Geschriebene wird nicht verwischt. Darauf sollten Eltern und die Lehrer von Anfang an achten. Bei Schere, Spitzer, Lineal und Füller gibt es extra Produkte für Linkshänder.

Immer wieder anspruchsvoll: Das Timing!

Grundschuleltern merken schnell: Die Zeit verfliegt jetzt noch schneller. Morgens pressiert es, die Nachmittage vergehen dank Hausaufgaben wie im Flug – und abends muss man noch mehr darauf achten, dass die Kinder rechtzeitig ins Bett kommen. Nichts destotrotz: Runter vom Gas! Statt Ihrem Kind permanent zu sagen, dass es sich beeilen soll, sollten Sie realistischer planen. Auf die Uhr schauen: Zähne putzen, anziehen, Frühstücken – das braucht alles seine Zeit. Setzen Sie Ihr Kind nicht unter den Druck, unter dem wir Erwachsene permanent stehen: Ständig muss alles schnell gehen und schnell erledigt sein. Kinder lieben es Dinge langsam zu machen, sie haben ein völlig anderes Zeitgefühl als wir Erwachsenen. Was in stressigen Phasen, zum Beispiel morgens und abends hilft: Ein Zeiteinteiler oder die Morgenmuffeluhr. Beide Produkte haben wir für Sie getestet:

Test Zeiteinteiler

Test Morgenmuffeluhr

Darf ich mein Kind zur Schule bringen?

Natürlich dürfen Sie! Aber nur am Anfang… An den ersten Tagen ist es selbstverständlich, dass die Eltern noch mit zur Schule geben. Um den Schulweg einzuüben und um dem Kind ein bisschen Halt zu bieten. Dann sollten Sie aber schnell Ausschau nach Kindern halten, die denselben Schulweg haben – und sich möglichst bald zurückziehen. Der Schulweg gemeinsam mit den neuen Klassenkameraden macht Spaß, schweißt zusammen – und die zusätzliche Bewegung ist gesund. Wenn Sie Ihr Kind anfangs noch begleiten, ist für Sie grundsätzlich am Tor zum Schulgelände Stopp. Dahinter haben Eltern nur in Ausnahmefällen etwas verloren.

Wann muss mein Kind ins Bett?

Da hilft nur eins: Rückwärts rechnen! Und ein bisschen experimentieren. Erstklässler brauchen zehn bis elf Stunden Schlaf. Abweichungen sind – wie meist im Leben – völlig normal. Wenn Ihr Erstklasskind um 6:45 Uhr aufstehen muss, sollte es um spätestens 20 Uhr schlafen. Planen Sie ausreichend Zeit fürs Ausziehen, Zähne putzen, eine Gute-Nacht-Geschichte – und fürs Einschlafen ein. Gerade wenn die Tage anstrengend und aufregend sind, ist es völlig normal, dass Kinder 20 Minuten brauchen, bis sie wirklich tief und fest schlummern.

Buchtipps zum Weiterlesen und Üben

● Planet Schule: Gemeinsam und unbeschwert den Schulalltag meistern von Ingeborg Saval, erschienen bei TRIAS
● Gutes Übungsmaterial für Schreibmotorikübungen sind zum Beispiel die Hefte von Stabilo Education, in denen es in erster Linie darum geht, Druck, Tempo, Rhythmus und Form zu trainieren.

FAQs rund um das Thema Hausaufgaben

Hausaufgaben sind Aufgaben für zu Hause. So viel ist klar. Aber wie lange dürfen die Hausaufgaben bei Grundschülern dauern? Dürfen die Eltern helfen? Sollen sie die Aufgaben korrigieren? In unseren FAQs sind wir den wichtigsten Fragen auf der Spur.

In welcher Arbeitsumgebung lernt es sich am leichtesten?

Ein ruhiger Platz, an dem das Kind ungestört lernen kann, ist wichtig für die Hausaufgaben. Die beste Lösung: ein Schreibtisch im Kinderzimmer. Wenn der Platz dafür nicht reicht oder das Kind lieber in der Nähe von Mama oder Papa seine Hausaufgaben erledigen möchte, ist natürlich auch der Küchentisch okay. Wichtig ist aber eine ruhige Lernumgebung, alle anderen Familienmitglieder müssen Rücksicht nehmen und dürfen nicht stören.
Ein höhenverstellbarer Stuhl ist wichtig, damit das Kind die Füße auf dem Boden abstellen kann. Nicht vergessen: Gut lüften, frische Luft ist gut fürs Gehirn. Wie beim Schlafen gilt: Achten Sie darauf, dass es im Zimmer nicht zu warm ist.

Wann ist die beste Zeit für die Hausaufgaben?

Generell lautet die Empfehlung: 90 Minuten nach dem Essen funktioniert das Konzentrieren am besten.Aber wann für Ihr Kind die beste Hausaufgabenzeit ist, ist unterschiedlich. Das hängt vom individuellen Biorhythmus Ihres Kindes ab – und natürlich vom Betreuungssystem. Kinder, die erst um 14 Uhr aus der Mittagsbetreuung kommen, machen ihre Hausaufgaben vielleicht lieber erst nach einer ausgiebigen Runde Spielen und Toben.

Was tun, wenn die anfängliche Begeisterung abflaut?

"Schule ist doof!" Egal wie groß anfangs die Begeisterung ist, irgendwann wird dieser Satz fallen. Und das ist auch okay. Denn irgendwann setzt die Ernüchterung ein, dass Lernen doch ganz schön anstrengend ist. Und dass es im Kindergarten eigentlich auch ganz lustig war. Jetzt sind Sie als Eltern gefragt: Gehen Sie mit Ihrem Kind ins Gespräch und versuchen Sie herauszufinden, was das Kind genau "doof" findet. In vielen Fällen handelt es sich um Kleinigkeiten, die sich beheben lassen. Nehmen Sie Ihr Kind ernst – und vereinbaren Sie auch ohne zu lange zu zögern einen Termin mit der Lehrerin. Oft hilft es schon, wenn die Lehrerin weiß, dass das Kind gerade eine kleine Schulkrise durchleidet und ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, Lob und Motivation benötigt. Legen sich die Probleme nicht, sollten Sie mit dem Schulpsychologen sprechen. Den gibt es an jeder Schule und ihm sind die Alltagsprobleme von Grundschülern bestens vertraut. Das Angebot ist kostenlos und anonym.

Dürfen Eltern bei den Hausaufgaben helfen?

Klar, Hausaufgaben sind für die Kinder – und nicht für die Eltern. Und auch wenn man als Eltern manchmal das Gefühl hat, dass die 20. Wiederholung nicht wirklich nötig wäre und man dem Kind gerne etwas abnehmen würde: Überlassen Sie Ihrem Kind seine Hausaufgaben. Bei Erst- und Zweitklässlern macht es aber Sinn, dass Sie bei den Hausaufgaben in der Nähe bleiben und Fragen beantworten können. Umgekehrt gilt aber auch: Verlangen Sie Ihrem Kind nicht zu viel ab. Wenn die Hausaufgaben mal wirklich zu viel oder zu schwer sind: Vermerken Sie das im Aufgabenheft als Vermerk für die Lehrerin. Ansonsten gilt: Hier lernen Kinder Selbständigkeit – und die ist gut fürs Selbstbewusstsein.

Sollen Eltern die Hausaufgaben verbessern?

Die Versuchung ist groß: Das Kind soll am nächsten Tag fehlerfreie Hausaufgaben in der Schule vorlegen. Da helfen die Eltern gerne mal ordentlich nach. Der Rat von Pädagogen und Psychologen lautet aber: Seien Sie hier nicht zu perfektionistisch! Geben Sie Ihren Kindern ruhig einen Hinweis, wenn Ihnen ein Fehler auffällt – der muss aber nicht zwingend korrigiert werden. Die Lehrerin muss schließlich ein Gefühl dafür bekommen, wo die Kinder stehen, welche Aufgaben ihnen Probleme bereiten – und was sie schon spielend bewältigen können. Sprechen Sie die Lehrerin beim Elternabend ruhig auf dieses Thema an – vielleicht können Sie Ihrem Kind dann beruhigt vertrauen, dass es die Hausaufgaben auch in der ersten Klasse schon selbständig schafft. Und ist das Heft unordentlich und die Schrift unleserlich, lassen Sie das ruhigen Gewissens die Lehrer mit Ihrem Kind klären. Das ist wirkungsvoller – und besser für die Stimmung zu Hause.

Wie lange sollten Hausaufgaben in der Grundschule dauern?

Jede Lehrkraft hat hier ihre eigene Meinung, die Richtlinie der Schulministerien lautet: Für Erst- und Zweitklässler sollten es durchschnittlich nicht mehr als 30 Minuten täglich sein, in der dritten und vierten Klasse nicht mehr als 45 Minuten. Voraussetzung ist natürlich, dass das Kind konzentriert arbeitet und nicht träumend aus dem Fenster schaut. Wenn Ihr Kind regelmäßig deutlich länger benötigt, sollten Sie sich bei anderen Eltern umhören – und dann gegebenenfalls mit der Lehrerin sprechen.

Sollen wir gute Noten belohnen?

Ein Glück: In der ersten Klasse gibt es noch keine Noten – da stellt sich die Frage also erst, wenn es Zeugnisse gibt. Generell gilt: Belohnungen sind eine gute Sache, wenn sie nicht übertrieben ausfallen und zielgerichtet eingesetzt werden. Belohnungen nach einem bestimmten Schema (z.B. für jede 1 gibt es 50 Cent) sind im Grundschulalter völlig unangebracht. Gegen eine kleine Belohnung zum Schuljahresende, wenn der Junior stolz mit dem Zeugnis nach Hause kommt, spricht aber nichts. Aber besser als Geld ist hier ein schöner Ausflug, der neue Band aus der Lieblingsserie oder ein großes Eis in der Eisdiele. Am wichtigsten: Lassen Sie Ihr Kind spüren, wie stolz Sie auf seine Leistungen sind – auch wenn diese nicht ganz optimal ausgefallen sind. Machen Sie ihm aber klar, dass es für sich selbst und nicht für die Eltern, die Großeltern oder die Lehrerin lernt.

Bildquelle: iStock

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