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3-Sekunden-Regel: Kann man das noch essen?

Was ist dran?

3-Sekunden-Regel: Kann man das noch essen?

Oje, da ist es passiert: Der Keks liegt auf dem Boden. Jetzt bleiben noch genau drei Sekunden, ihn zu retten. Doch was ist dran, an der 3-Sekunden-Regel? Oder ist es gar eine 5-Sekunden-Regel?

Von dem, was bei uns zu Hause unterm Tisch landet, könnte gut noch ein drittes Kind satt werden. Mit zwei kleinen Kindern in der Autonomiephase, in der sie alles "selber!" und "allein!" machen wollen, landet die Hälfte der Mahlzeiten überall, nur nicht im Mund. Da ich Lebensmittel aber furchtbar ungern wegschmeiße, wird bei uns laut bis drei gezählt und das Essen fix wieder aufgehoben. "3-Sekunden-Regel, das geht noch", heißt es dann immer. Doch stimmt das?

Was ist dran, an der 3-Sekunden-Regel?

Grundsätzlich gilt, dass Essen, das auf den Boden fällt, unmittelbar in Kontakt mit Bakterien kommt und sie auch aufnimmt. Je länger es liegt, desto mehr Bakterien siedeln sich an. Ob der Keks nun aber drei oder fünf oder sechseinhalb Sekunden liegt, ist wohl nicht entscheidend. Eine mindestens ebenso große Rolle bei der Entscheidung, ob man zu Boden gefallene Lebensmittel noch essen sollte, spielen drei andere Faktoren:

  • Die Hygiene der Umgebung
    Es macht natürlich einen himmelweiten Unterschied, ob der Keks auf dem Spielplatz unter die Bank fällt oder zu Hause auf den frisch gewischten Boden im Esszimmer. Auch Faktoren wie die "Schuhe-in-der-Wohnung" Frage oder Haustiere beeinflussen die Anzahl der Bakterien, die sich auf den Keks stürzen könnten. Bei Hunden im Haus hat der Keks in der Regel die schlechtesten Chancen auf eine Rettung, aber das ist ein anderes Thema...

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  • Die Beschaffenheit des Bodens
    Hier haben die Forscher herausgefunden, dass die Art des Bodenbelags eine größere Rolle spielt, als die Zeit, die das Essen auf dem Boden liegt. Erstaunlicherweise kam Teppichboden dabei deutlich besser weg, als Holz-, Laminat- oder Fliesenböden. Auf dem Teppich hatte das untersuchte Lebensmittel nach drei Sekunden nur etwa ein Prozent der Erreger aufgenommen, auf dem glatten Untergrund bis zu 70 %!
  • Die Art des Lebensmittels
    Kurz gefasst kann man sich merken: Je feuchter und süßer das Lebensmittel, desto mehr Bakterien. Bananen- oder Apfelstücke, Gurke oder gekochte Nudeln sind ziemlich schnell verloren. Hier macht es einen großen Unterschied, ob ihr sie nach drei oder nach 30 Sekunden wieder aufgesammelt habt. Bei Keksen, Knäckebrot oder Salzstangen könnt ihr euch mehr Zeit lassen. Hier passiert tatsächlich nicht viel.

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Machen die Bakterien sofort krank?

Vermutlich nicht. Die meisten Keime erledigt die Magensäure, den Rest steckt das menschliche Immunsystem in der Regel ganz gut weg. Allerdings sollte man bedenken, dass es ganz unterschiedliche Keime gibt, und auch jeder Körper anders reagiert. Manche Mägen sind besonders empfindlich, andere super robust. Und manche Menschen haben aus unterschiedlichen Gründen ein schwächeres Immunsystem als andere.

Auch die Arten der Keime variieren. Bei Salmonellen braucht es schon eine ganze Menge, um gesundheitsschädigende Folgen auszulösen. Bei Magen-Darm-Erregern wie Ehec reicht eine winzige Menge. Welche Bakterien sich aber aktuell in unserem Wohnzimmer befinden, wissen wir natürlich nicht.

Falls doch mal etwas hinüber sein sollte, könnt ihr euch einen der leckeren Snacks zubereiten:

Dreck reinigt den Magen

Jede*r kennt den Spruch. Tausendfach habe ich ihn gehört, bestimmt auch selbst schon mal gesagt. Doch stimmt er? Nun, nicht wörtlich. Der Magen ist nach einer gehörigen Portion Dreck nicht sauber oder gereinigt. Aber der Kontakt mit Bakterien und Keimen hat tatsächlich auch sein gutes: Er stärkt das Immunsystem und senkt das Risiko für Allergien und Atemwegserkrankungen im Erwachsenenalter. Forscher gehen davon aus, dass übertriebene Hygiene für die die zunehmende Zahl an Infekten und Allergien verantwortlich ist.

Britta Boeck
Das sagtBritta Boeck:

Vieles lässt sich noch retten

In unserer Familie wird häufig vom Boden gegessen. Denn mir liegt das Thema Lebensmittelverschwendung sehr am Herzen. Alles wegzuschmeißen, was den Boden berührt hat, ist da einfach nicht drin. Darum wäge ich ab: Was ist runtergefallen und wo? Heruntergefallene Kekse halte ich persönlich für ziemlich unproblematisch, selbst wenn ein paar Sandkörner dran kleben. Den schaufelt sich meine Tochter anschließend sowieso händeweise in den Mund. Andere Lebensmittel wie zum Beispiel einen Apfel kann man abwaschen. Landet er mit der Bisstelle auf dem Boden, schneide ich das Stück großzügig ab, den Rest kann man noch wunderbar essen. Als neulich eine ganze Portion Nudeln auf dem Boden landete, habe ich sie zurück ins Sieb getan und heiß abgespült. Mein Sohn isst sie sowieso am liebsten ohne Soße.

Bildquelle: Unsplash / The creative Exchange

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