Kein Low-Carb in der Schwangerschaft

Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass Schwangere besonders am Anfang ihrer Schwangerschaft nicht auf Kohlenhydrate verzichten sollten. Denn Kohlenhydrate sind gerade gut für die Entwicklung des Babys.


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Schwanger Low Carb

Böse Kohlenhydrate? Nein, gar nicht!


© iStock
Eigentlich ist es nebensächlich, wenn man bedenkt, dass gerade ein kleines Wunder in einem heranwächst, trotzdem machen sich viele schwangere Frauen Gedanken über ihr Gewicht und ihre Gewichtszunahme während der Schwangerschaft. Viele Schwangere haben Angst, in den 40 Wochen zu viel zuzunehmen und die Kilos danach nicht mehr runterzubekommen. Sie versuchen, sich beim Essen zurückzuhalten und sparen dazu vielleicht auch bei den "bösen" Kohlenhydraten ein. Eine neue Studie zeigt nun aber, das Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch genau das nicht machen sollten. Denn der Verzicht auf Kohlenhydrate kann sich negativ auf die Entwicklung des heranwachsenden Babys in Mamas Bauch auswirken. 


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Schwangere sollten nicht auf Kohlenhydrate verzichten


Eine Studie von Wissenschaftlern der University of North Carolina, die Ende Januar im Magazin "Birth Defects Research" veröffentlicht wurde, hat 1.740 Babys mit Fehlbildungen in Form von Neuralrohrdefekten, wie einer Spina bifida (siehe "Offener Rücken") oder einer Anenzephalie, untersucht und mit 9.545 Babys ohne Fehlbildungen verglichen.

Die Wissenschaftler kam zu dem Ergebnis, dass Babys von Frauen, die ihren Kohlenhydratkonsum während der Schwangerschaft eingeschränkt hatten, ein bis zu 30 Prozent höheres Risiko für einen Neuralrohrdefekt aufweisen.

Der Grund ist die wichtige Folsäure, die vor allem in den ersten Monaten der Schwangerschaft essentiell für die Entwicklung des Kindes ist. Ein Mangel an Folsäure kann die Entwicklung des zentralen Nervensystems des Babys schädigen und verhindern, dass sich das Neuralrohr des Embryos schließt. Die Frauen, die vor und während der Schwangerschaft weniger Kohlenhydrate zu sich nahmen, wiesen einen signifikant geringeren Level an Folsäure auf (über die Hälfte weniger), als Frauen, die ihren Kohlenhydratkonsum nicht regulierten. Getreideprodukte wie Weizenkleie, Wildreis oder Haferflocken sowie Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen sind reich an Kohlenhydraten – aber auch an wichtiger Folsäure.

"Das ist besorgniserregend, weil kohlenhydratarme Diäten recht populär sind", erklärt die leitende Forscherin der Studie, Tania Desrosiers, in einer Pressemitteilung. "Diese Ergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit, dass Frauen, die schwanger werden möchten, mit ihrem Arzt über ihre Ernährung sprechen sollten."

Ärzte empfehlen, dass Frauen mit Kinderwunsch bereits gleich nach dem Absetzen des Verhütungsmittels damit beginnen, Folsäure-Präparate zu sich zu nehmen, damit der Embryo von Anfang an gut versorgt wird. Experten raten zu mindestens vier Wochen, die Frauen Folsäure bereits supplementieren sollten, bevor sie schwanger werden. Während der Schwangerschaft verdoppelt sich der Bedarf an Folsäure von etwa 300-300 Mikrogramm pro Tag auf 800 Mikrogramm. Hier ist es also besonders wichtig, nicht nur Folsäure reiche Lebensmittel zu konsumieren, sondern auch die passenden Supplemente einzunehmen.

Die US-amerikanische Wohltätigkeitsorganisation "March of Dimes" geht davon aus, dass 7 von 19 Fällen von Neuralrohrdefekten verhindert werden könnten, wenn Frauen im gebärfähigen Alter jeden Tag mindestens 400 Mikrogramm Folsäure zu sich nehmen würden.

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von Nicole Metz