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Schleimpfropf: Der "Bodyguard" für den Fötus

Natürlicher Türsteher

Schleimpfropf: Der "Bodyguard" für den Fötus

Schleimpfropf – klingt irgendwie erst einmal eklig! Dabei ist der Schleimpfropf eine gute Erfindung der Natur. Er verschließt im Gebärmutterhals den Muttermund und schützt das Baby so vor Infektionen.

Wenn du das erste Mal schwanger bist, tauchst du in ein völlig neues Paralleluniversum mit tausend neuen Begriffen ein. Einer davon ist der nicht gerade appetitlich klingende “Schleimpfropf”. Kein Thema, dass man unbedingt beim Abendessen mit Freunden diskutieren will, aber dennoch ein wichtiges. Denn der Schleimpfropf hat eine wichtige Aufgabe während der Schwangerschaft, er ist sozusagen, der Türsteher zu deiner Gebärmutter und sorgt dafür, dass fiese Typen aka Infektions-Erreger nicht rein kommen. Macht der Schleimpfropf seinen Abgang, bedeutet das nicht, dass er keinen Bock mehr auf seinen Job an der Tür hat, sondern, dass dein Baby sich vermutlich bald auf den Weg macht. Aber der Reihe nach ...

Was ist der Schleimpfropf genau und welche Aufgabe hat er?

Die Schleimdrüsen des Gebärmutterhalses reagieren auf die hormonellen Veränderungen des weiblichen Zyklusses: Der Schleim ist dünnflüssig, wenn es zu einer Befruchtung kommt, um den Spermien den Weg zur Eizelle zu erleichtern. Seine Konsistenz wird dicker, wenn sich ein befruchtetes Ei in die Gebärmutter eingenistet hat. Dann bildet sich dort ein zäher Schleimpfropf, der den Muttermund für die Dauer der Schwangerschaft fest verschließt. Der nach dem deutschen Gynäkologen Samuel Kristeller benannte „Kristellscher Schleimpfropf“ verhindert so, dass Keime durch die Scheide bis in die Gebärmutter gelangen und dort eine Infektion auslösen können. Das englische Wort für Schleimpfropf ist "Mucus Plug". Im Bild unten siehst du, wo er genau sitzt.

Wann kommt es zum Schleimpfropf-Abgang?

Der Schleimpfropf-Abgang erfolgt meist etwa ab der 38. Schwangerschaftswoche. Durch die am Ende der Schwangerschaft vom Körper gebildeten Prostaglandine wird der Pfropf lockerer und kann sich lösen. Auch Übungswehen können den Abgang bewirken. Manchmal passiert das sogar ganz unbemerkt, zum Beispiel beim Toilettengang. Zum Arzt musst du nach dem Ablösen des Schleimpfropfs normalerweise nicht extra. Es reicht, wenn du deiner Ärztin oder Hebamme beim nächsten Kontrolltermin mitteilst, dass der Schleimpfropf abgegangen ist.

Schleimpfropf abgegangen – was bedeutet das?

Wenn der Schleimpfropf abgegangen ist, steht die Geburt in der Regel kurz bevor. Wobei “kurz” ein dehnbarer Begriff ist. In vielen fällen vergehen Tage oder gar noch Wochen bis dein Kind sich endlich auf den Weg zu euch macht. Viele Schwangere merken gar nicht, dass sie schon einen Schleimpfropf-Abgang hatten oder er löst sich erst ganz kurz vor der Geburt. Alles ist möglich und in den meisten Fällen auch absolut unproblematisch.

Wie sieht der Schleimpfropf aus?

Schleimpfropf klingt so eklig, dass man sich eigentlich gar nicht vorstellen mag, wie das Teil genau aussieht. Aber dennoch fragen sich genau das, viele werdende Mütter. Denn wir wollen ja mitbekommen, wenn sich die Geburt langsam ankündigt.

Das Aussehen und die Größe des Schleimpfropfes kann individuell sehr unterschiedlich sein. Seine Konsistenz ist jedoch in der Regel immer zäh und deutlich von Fruchtwasser zu unterscheiden. Manchmal ist er aber nicht schleimartig weiß, er kann rötlich oder bräunlich sein. Die Farbe kommt von Blutbeimengungen, die ein Zeichen dafür sind, dass sich der Muttermund langsam öffnet. Bei diesem Vorgang reißen kleinere Blutgefäße, die den Schleim – je nach Frische – rosa, rot oder bräunlich färben. Diese kleine Blutung wird auch “Zeichnen” oder “Zeichnungsblutung” genannt.

Was musst du tun, wenn sich der Schleimpfopf gelöst hat?

Ein akuter Handlungsbedarf ist nach dem Abgang des Schleimpfropfes in der Regel noch nicht gegeben. Erst die Wehen sind für dich das eindeutige Zeichen, dass dein Baby jetzt auf die Welt möchte. So lange kannst du entspannt abwarten und dich langsam gedanklich auf die Geburt vorbereiten. Eine Ausnahme besteht allerdings, wenn dem Pfropf große Mengen Blut beigemengt sind oder die Blutung gar nicht mehr aufhört. Das könnte ein Anzeichen für ein Problemfall, wie etwa eine vorzeitige Plazentaablösung sein. Dann solltest du sofort in die Klinik fahren und dich durchchecken lassen.

Ist ein früher Schleimpfropf-Abgang ein Problem?

Wenn du denkst, dass dein Schleimpfropf schon abgegangen ist, obwohl du die 37. SSW noch nicht erreicht hast, ist es gut, vorsichtshalber deine Gynäkologin oder Hebamme dazu zu kontaktieren. Eine frühe Ablösung des Schleimpfropfs muss zwar nicht zwingend auf ein Problem, wie z. B. vorzeitige Wehen hindeuten, aber es handelt sich um eine wichtige Info, die du deiner Hebamme oder Frauenärztin nicht vorenthalten solltest.

Übrigens ist dein Körper auch in der Lage, aus schützendem Schleim einen neuen Schleimpfropf zu formen. Und auch, wenn sich in den letzten Wochen kein neuer Türsteher einfindet, ist dein Baby durch die Fruchtblase weiterhin vor Erregern und Infektionen geschützt.

Wer seinen Schleimpfropf zeitig verloren hat und ganz sicher gehen will, der verzichtet ab dann auf Sex und meidet Schwimmbäder bzw. Badeseen, um ein mögliches Infektionsrisiko noch weiter zu senken.

Alle Schleimpfropf-Fakten im Überblick

  1. Der Schleimpfropf ist kein reines Schwangerschaftssymptom: Er bildet sich aus Drüsensekret auch bei Nichtschwangeren am Gebärmutterhals.
  2. Der Schleimpfropf ist der Türsteher zu deiner Gebärmutter und versperrt fiesen Erreger und Keimen den Zutritt.
  3. Meist kommt es irgendwann nach der 38. SSW zum Schleimpfropf-Abgang.
  4. Ein Schleimpfropf kann weiß, hellrosa, rot oder bräunlich sein.
  5. Seine Konsistenz variiert von Frau zu Frau: von geleeartig, dickflüssig bis klumpig ist alles möglich.
  6. Ist der Schleimpfropf abgegangen, deutet das zwar auf eine baldige Geburt hin. Die eigentliche Geburt wird aber erst von den Wehen eingeleitet.
  7. Auch bei einem frühen Schleimpfropf-Abgang ist dein Kind vor Infektionen geschützt.
  8. Ein abgegangener Schleimpfropf kann vom Körper neu gebildet werden.
Bildquelle: Getty Images

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