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"Mein Baby schläft nicht!" Dauerbrenner bei uns Eltern

"Mein Baby schläft nicht!" Dauerbrenner bei uns Eltern

Nur ne Phase!

Hilfe, das Baby schläft nicht! Augenringe, durchwachte Nächte, nicht mehr einschlafen können: Die schlechte Nachricht zuerst – da müssen leider fast alle Eltern durch – zumindest in den ersten Monaten. Die guten Nachrichten: Die Phase geht vorbei und du kannst dein Baby beim Schlafenlernen unterstützen.

Warum schläft mein Baby nicht ein?

Das Baby will nicht schlafen und du bist nur noch ein Häufchen Elend? Willkommen in der schlaflosen Parallelwelt als Eltern. Ja, das war wahrscheinlich nicht die erbauende Antwort, die du dir erhofft hattest. Aber so traurig das für jede übermüdete Mama und jeden übermüdeten Papa auch klingen mag, in den ersten Monaten ist das leider völlig normal. Neugeborene schlafen meist nie mehr als drei bis vier Stunden am Stück – ganz egal, wie spät es gerade ist.

Babys halten sich einfach nicht an unseren Tag-Nacht-Rhythmus. Aber das können sie auch gar nicht. Sie müssen das Schlafen, genauer gesagt das nächtliche Schlafen, tatsächlich erst lernen.

Leider haben manche Babys unabhängig von diesem Lernprozess Probleme beim Einschlafen: Auch wenn es müde ist, das Baby will nicht schlafen. In den seltensten Fällen sind die Ursachen organisch.

Gleichwohl es immer wieder Phasen geben kann, in denen Babys wegen Krankheit oder wegen eines Wachstumsschubes nur sehr schwer zur Ruhe kommen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Zahnen. Selbst gute Schläfer sind dann nachts wieder häufiger wach.

Warum schlafen Babys nicht ein, obwohl sie müde sind?

Es kann also ganz verschiedene Ursachen haben, warum Babys manchmal nicht schlafen wollen. Deswegen gibt es auch keine allgemeingültige Antwort darauf, was du tun kannst. Du musst selbst auf Ursachenforschung gehen. Immerhin kennst du dein Kleines am besten. Allerdings ist es schon so, dass viele Babys mit Schlafproblemen Regulationsstörungen haben. Das heißt, sie können sich nur schwer selbst beruhigen und können nicht so leicht von Aktivität auf Schlaf umschalten. Auch abendliches Schreien spricht dafür.

Die Umweltreize der wachen Stunden sind noch zu präsent und müssen erst verarbeitet werden. Merkst du, dass dein Baby nach einem aktiven Tag sehr quengelig wirkt, solltest du es vor dem Schlafenlegen auf jeden Fall von weiteren Reizen abschirmen. Geh jetzt alles mit Ruhe an und nimm dir extra viel Zeit zum Schmusen. Am besten in einem abgedunkelten Raum mit sanftem Licht. Es kann auch helfen, das Mobile vorübergehend abzuhängen (falls du eines hast). Das lenkt dein Kleines nur wieder vom Wesentlichen ab: dem Schlafen. Vielleicht hilft es auch, dein Kleines in die Trage zu nehmen.

Grundsätzlich sind feste Einschlafrituale immer eine gute Idee: Babys lieben Routine. Am Abend, aber auch am Tag. „Wenn ein Baby sehr unruhig ist und nur schwer einschlafen kann, ist Reizabschirmung ganz wichtig. Ein möglichst gleichmäßiger Tagesablauf mit Spaziergängen und festen Zeiten fürs Spielen und Baden können ihm helfen“, sagt der Freiburger Psychologe Ulrich Rabenschlag. Dabei geht es natürlich nicht darum, die verschiedenen Aktivitäten pünktlich auf die Minute durchzuziehen, sondern das Baby an die Wiederkehr der Vorgänge zu gewöhnen.

„Vertrautes schafft Vertrauen!“

Neurobiologe Gerald Hüther

Was tun, wenn das Baby nicht schläft?

Das gilt natürlich auch für die Schlafumgebung. Bonding ist essentiell fürs Einschlafen: Babys schlafen am besten in einer vertrauten Umgebung, in der sie sich sicher und geborgen fühlen. In der ersten Zeit ist das möglichst nah bei Mama und Papa. Das liegt unter anderem daran, dass ein Kind erst mit etwa zehn Monaten in der Lage ist, zu begreifen, dass Dinge und Mamas und Papas auch existieren, wenn sie gerade nicht im Blickfeld sind.

Eine mögliche Ursache für die Einschlafprobleme deines Babys kann also schlicht fehlende Nähe sein. Daher wird auch oft die Empfehlung ausgesprochen, das Baby in den ersten Monaten vor allem nachts in einem Beistellbett im Elternschlafzimmer schlafen zu lassen. Vorausgesetzt du rauchst hier nicht, denn das kann wiederum das Risiko des plötzlichen Kindstods erhöhen.

Auch das Pucken kann Babys sehr gut beim Einschlafen helfen. Beim Pucken werden Babys fest in eine Decke gewickelt. Das erinnert sie an die Geborgenheit der Gebärmutter und gibt ihnen damit Halt und Sicherheit. Logisch, dass es so auch leichter fällt, zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen.

Gerne wird aus dem Thema Babyschlaf eine Wissenschaft gemacht. Aber jedes Baby hat letztendlich andere Bedürfnisse und demnach auch andere Probleme, wenn es um das Thema Schlaf geht. Daher möchten wir dazu ermutigen, auszuprobieren. Finde heraus, was für dich und dein Kleines am besten funktioniert. Schließlich kennst du es am besten.

Babys Schlafrhythmus bis zum 3. Monat

Die ersten Wochen und Monate nach der Geburt verbringt das Baby vorwiegend mit Schlafen: im Schnitt etwa 16,5 Stunden pro Tag. Allerdings schläft es meist nicht länger als drei bis vier Stunden am Stück. Und zwar ganz unbeeindruckt davon, ob es gerade Tag oder Nacht ist. In den ersten Monaten kann man also eher von einem Schlaf-Wach-Rhythmus sprechen, als von einem Tag-Nacht-Rhythmus.

Für dich bedeutet das leider unruhige Nächte. Dennoch solltest du auf keinen Fall versuchen, das Baby tagsüber lange wach zu halten in der Hoffnung, dass es nachts länger schläft. Solche Versuche gehen meist nach hinten los. Dein Baby wird am Abend völlig übermüdet sein und so nur noch schlechter in den Schlaf finden. Du kannst aber versuchen, das Baby an eine gewisse Tag-Nacht-Routine zu gewöhnen: z.B. dass dein Baby nachts in einem abgedunkelten, ruhigen Raum schläft, tagsüber auch bei Tageslicht und mit Umgebungsgeräuschen.

Sarah Plück

Babys sind verschieden!

... das kann ich spätestens jetzt mir zwei Kindern bestätigen. Während der Große die ersten drei Monate abends geschrien hat, ging die Kleine problemlos ins Bett (wenn auch nur mit Mama, die liegen bleiben musste).

Ich hatte beim Großen noch den Anspruch, dass er um sieben Uhr schläft. Er sah das anders und schrie. Geholfen hat nur die Trage und wir haben ihn dann mit ins Bett genommen, wenn wir schlafen gegangen sind.

Ich empfehle an dieser Stelle immer gerne das Instagram-Highlight von piepmadame "#stattschlafen". Sie nimmt den Druck raus in Sachen "feste Bettgeh-Zeit". Seit dem mache ich mit beiden Kindern keine stundenlange Einschlafbegleitung mehr. Wenn sie meinen noch im Bett toben zu müssen, sollen sie das machen. Das schont meine Nerven eher, als ewig am Bett zu sitzen und sie immer wieder um Ruhe bitten zu müssen.

Babys Schlafrhythmus bis zum 6. Monat

Ab etwa dem vierten Monat verlagert sich der Schlaf langsam in die Dunkelheit und die nächtlichen Schlafphasen werden stetig länger. Bei dieser Umstellung kannst du dein Kind sanft unterstützen, mit Einschlafritualen. Versuche am besten, am Abend eine Routine zu entwickeln, wenn du das Baby ins Bettchen bringst. Stille oder füttere es in Ruhe, nimm dir danach Zeit zum Kuscheln, Vorlesen oder Vorsingen.

Allerdings solltest du nach wie vor keine festen Schlafenszeiten erzwingen. Pass dich den Bedürfnissen deines Kindes an. Merkst du die ersten Anzeichen von Müdigkeit, wird es Zeit, das Kleine ins Bett zu bringen. Will es dennoch nicht schlafen, liegt es meist daran, dass das Baby nur schwer zur Ruhe finden kann. Dann gibt dir und den Baby einfach noch etwas Zeit und versuch es ein paar Minuten später einfach wieder.

Babys Schlafrhythmus ab dem 6. Monat

Ab wann Babys durchschlafen können, hat etwas mit der Hirnreifung zu tun. In der Regel ist das frühestens ab dem 6. Monat der Fall. Allerdings solltest du bedenken, dass die Kleinen dann meist trotzdem nicht mehr als sechs bis acht Stunden am Stück schlafen können. Dennoch kann man jetzt von einem Tag-Nach-Rhythmus sprechen, wie wir ihn kennen. Du kannst jetzt also auch feste Schlafenszeiten einführen, an die sich dein Baby gewöhnen kann. Natürlich solltest du dabei aber so flexibel sein, dass du nach wie vor auf die Schlafbedürfnisse des Kindes eingehst.

Hier noch ein paar Tipps, wie die ideale Schlafumgebung für Babys bis ein Jahr aussehen kann:

  • Baby schläft im eigenen Schlafsack – ohne Kissen und Decke
  • Keine Kissen, Schmusetücher und Kuscheltiere im Bettchen
  • Temperatur bei 16 bis 18 Grad
  • Keine Zugluft
  • Kein Zigarettenrauch

Diese offiziellen Empfehlungen helfen auch, das Risiko für den plötzlichen Kindstod zu verringern.

Windel-Wissen-Quiz: Was weißt du über Pampers und Co.?

Bildquelle: Getty Images/Prostock-Studio

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