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Nur ne Phase ...

Baby beißt beim Stillen: Welche Ursachen das hat und was schnell hilft

Dein Baby hat dich beim Stillen gebissen? Autsch, wir wissen nur zu gut, wie schmerzhaft das sein kann. Besonders dann, wenn es auf einmal öfters passiert. Warum Babys manchmal in die Brust beißen, wie du am besten reagierst und was du machen kannst, damit ihr beide wieder entspannt eure Stillzeit genießen könnt.

Was kann ich tun, wenn mein Baby beim Stillen beißt?

Klar, gerade beim ersten Mal überrascht uns der Schmerz beim Stillen so dermaßen, dass sich die wenigsten Mamas wohl ein Aua! verkneifen können. We feel you! Aber auch, wenn es schwer fällt, die beste Strategie, wenn dein Baby deine Brust beißt, ist ruhig zu bleiben und liebevoll und verständnisvoll zu reagieren. Das geht viel leichter, wenn du dir bewusst machst, dass dein Kind nicht wissen kann, dass das Beißen der Brustwarze Mama wehtut. Die internationalen Stillberaterinnen der La Leche Liga empfehlen folgende Strategie, die auch bei uns super geklappt hat:

  • Versuche, ruhig zu bleiben und nicht aufzuschreien. Das erfordert einige Übung, hilft aber, dein Kind nicht zu verunsichern. Solche Situationen können manchmal zu einem Stillstreik führen (der zwar meistens wieder vergeht, aber sehr anstrengend für euch beide sein kann).
  • Nimm dein Kind stattdessen ruhig und liebevoll von der Brust, sobald es zu beißen anfängt. So lernt es schnell und ganz ohne Schimpfen, dass Beißen beim Stillen keine gute Idee ist. Stattdessen kuschele ruhig mit ihm und sag ihm, dass Beißen nicht ok ist. Mehr zur respektvollen Erziehung ohne Schimpfen liest du hier.
  • Um den Kiefer deines Babys sanft zu lösen, kannst du deinen kleinen Finger leicht in seinen Mundwinkel schieben.
  • Wenn das nicht gut klappt, kannst du es auch etwas enger an dich heranziehen. Wenn ihr Näschen leicht gegen die Brust drückt, lassen Babys meistens von sich aus los, um neu anzudocken.
  • Auch wenn es ein Instinkt ist: Zieh dein Baby nicht direkt von der Brust, sobald es zubeißt. So kannst du deine Brustwarze verletzen, denn viele Kinder können ihren Mund nicht schnell genug aufmachen.
  • Lege dein Baby sofort wieder neu an und stille normal weiter.
  • Oft hilft es, zum Stillen an einen abgedunkelten, ruhigen Ort zu gehen, denn hier seid ihr beide weniger abgelenkt. So kannst du besser auf die ersten Anzeichen achten und dein Baby sich aufs Trinken konzentrieren (s. u.).

Warum beißen Babys beim Stillen?

Es kann ganz unterschiedliche Gründe haben, warum Babys beim Trinken manchmal zubeißen. Wichtig zu wissen ist, dass es immer nur phasenweise auftritt (wenn überhaupt! Viele Kinder beißen auch überhaupt nicht!) und dass es nicht aus "Bosheit" passiert. Babys und Kleinkinder sind zu solchen Gedankengängen aufgrund ihrer Gehirnentwicklung noch überhaupt nicht in der Lage.

Gründe, warum Babys die Brust beißen

  1. Zahnen: Wenn die ersten Zähnchen kommen, ist das auch für unseren Nachwuchs eine große Überraschung und Umstellung. Aufgrund der Schmerzen beim Zahnen kann es gut sein, dass euer Baby mit seinem Kiefer zubeißt, bevor die Zähnchen überhaupt zu sehen sind.
  2. Erste Zähnchen: Zwar sind die Schmerzen zum Glück vorbei, sobald die ersten Zähne hervorblitzen. Aber es kann für euer Baby etwas Übung erfordern, mit den neuen Beißerchen zu trinken. Genauso, wie ihr sie anfänglich etwas spürt (woran ihr euch aber ganz schnell gewöhnen werdet). Kein Wunder aber, dass euer Kind seine neuen Zähnchen auch an allem ausprobieren will, leider auch mal an der Brust.
  3. Langeweile: Natürlich denkt sich kein Baby: "Mir ist langweilig, ich versuche mal Mama zum Schreien zu bringen!" Aber es kann gut sein, dass euer Baby oder Kleinkind auf eure Reaktion auf sein neues "Können" gespannt ist. Schließlich lernen sie durch uns Stück für Stück, wie die Welt funktioniert.
  4. Entwicklungsschübe: Im kindlichen Gehirn passiert so viel! Neu Erlerntes, Eindrücke und Erfahrungen werden dann auch und sogar besonders beim Stillen an Mamas Brust verarbeitet. Da kann es auch mal sein, dass die Gefühle dein Kind ablenken oder es sich mehr Aufmerksamkeit von dir wünscht. Gerade bei Kleinkindern passiert das manchmal gegen Ende der Stillsession.
  5. Ablenkung: Manchmal geht es nicht anders und wir stillen mitten im Trubel. Für viele Babys, besonders ab 5 Monate ist alles so spannend, dass schon ein vorbeilaufender Hund ausreicht, um sie abzulenken. Auch Kleinkinder stillen zwar oft sehr ausgiebig, aber machen gleichzeitig gerne Quatsch oder reagieren auf alles, was im Umfeld passiert. In diesen Fällen kann es dann passieren, dass sie aus Versehen zubeißen.
  6. Krankheit: Erkältungen und Ohrenschmerzen sind häufige Gründe, warum Babys beim Stillen zubeißen, ihnen fällt das Trinken in solchen Situationen einfach extrem schwer.
Jennifer Kober

Auch ein Lernprozess für Mama

Bei uns sind und waren Erkältungen oft der Auslöser. Und auch Momente, in denen meine Kinder ruckartig abdocken, um sich nach interessanten Geräuschen oder Bewegungen aus dem Augenwinkel (z. B. unserer Katze) umzudrehen. Auch beim Einschlafstillen ist es manchmal passiert, dass sie sich im Halbschlaf wegdrehen wollten, bevor sie ganz abgedockt waren.

Mit der Zeit wirst du merken, welche Situationen dein Baby ablenken oder wie du das Beißen am besten vermeiden kannst. Und du wirst auch entspannter, wenn es dann doch mal aus Versehen passiert, weil du die Gründe viel besser einordnen kannst.

Stillpositionen: Die 13 beliebtesten Still-Haltungen mit Step-by-Step-Anleitung

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Mein Baby beißt mich beim Stillen, weil es erkältet ist. Was kann ich tun?

Krankheiten wie Erkältungen und Mittelohrentzündung können das Stillen sehr schwer für Kinder machen, sodass sie aus Versehen zubeißen. Entsprechende Symptome kannst du beim Kinderarzt / bei der Kinderärztin abklären lassen und meistens mit Hausmitteln oder Nasentropfen behandeln. Aber in der Zwischenzeit hilft es, deine Stillposition anzupassen.

Tipps fürs Stillen bei Erkältung

  1. Aufrecht stillen: Mit aufrechtem oder erhöhtem Köpfchen können Kinder besser atmen, wenn ihre Nase zu ist. Auch der Druck bei Nebenhöhlen- oder Ohrenschmerzen wird hier weniger und lenkt weniger ab. Gut eignen sich der Hoppe-Reiter-Sitz und das Stillen im zurückgelehnten Sitzen.
  2. Im Tragetuch stillen: Es braucht vielleicht etwas Übung, aber in der Trage finden sich besonders kleine Babys besonders geborgen, dazu klappt das aufrechte Stillen mit ihnen so manchmal besser.
  3. Vor dem Stillen einen Nasensauger verwenden: So kannst du das Näschen sanft von Schnupfen befreien und dein Kind besser atmen.
  4. Salzwasser-Nasentropfen vor dem Stillen geben: Auch das kann gut helfen, das Atmen beim Trinken zu erleichtern.
  5. Im Bad stillen: Auch heißer Wasserdampf hilft, die Schleimhäute zu befreien. In besonders hartnäckigen Fällen kannst du dich mit deinem Baby in die Badewanne setzen oder die heiße Dusche laufen lassen, während ihr auf der Badematte stillt.
  6. Luftbefeuchter verwenden: Auch ein Luftbefeuchter kann deinem Kind helfen, freier zu atmen, besonders wenn ihr eher trockene Raumluft habt. Achtung: Lass die ätherischen Öle unbedingt weg! Besonders Eukalyptusöl kann für kleine Kinder gefährlich werden.
  7. Engelwurz-Balsam: Stattdessen kannst du das Näschen oder die Kinderbrust mit Engelwurz-Balsam für Babys einreiben, um die Atemwege vor dem Stillen zu befreien.
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Welche Anzeichen gibt es, dass mein Baby beim Stillen zubeißt?

Es kann ganz unerwartet kommen, aber häufig beißen Babys in ganz bestimmten Situationen:

  • Unruhe: Dein Baby trinkt schon eine Weile an der Brust und nuckelt nur noch, aber wird unruhig.
  • Probleme beim Trinken: Dein Baby scheint sich nicht wohl zu fühlen und dockt öfters an und ab.
  • Ablenkung: Wenn dein Kind versucht, deine Aufmerksamkeit zu gewinnen oder ständig seinen Kopf hin und herdreht, ist es wahrscheinlicher, dass es aus Versehen zubeißt.
Jennifer Kober

"Ratschläge" und Horrorstorys ausblenden

Gut gemeinte Ratschläge und sogar einige Ratgeber empfehlen, laut Autsch! zu sagen, damit euer Kind versteht, was es nicht "darf" und die Stillsession direkt zu beenden. Sonst würde es "immer wieder passieren". Babys und Kleinkinder können sich so aber extrem erschrecken und werden stark verunsichert. Schließlich wissen sie nicht, dass ihr Beißen uns wehtut.

Dann ist es auch gar nicht selten, dass sie direkt in den Stillstreik gehen. Auf jeden Fall ist diese "Lektion" für kleine Kinder viel zu komplex, sodass sie daraus nicht lernen können, es das nächste Mal anders zu machen.

So manche Außenstehende meinen dann auch schnell, es sei "Zeit zum Abstillen". Klar, wenn ihr durch das Beißen das Stillen nicht mehr genießen könnt oder euch gestresst und unwohl fühlt, dann ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen gekommen. Meistens ist es aber wirklich nur eine kurze Phase, die sehr schmerzt und nervt, aber schnell vergeht. Besser ist es also, die Ursache zu finden und auf Anzeichen zu achten.

Manchmal kann auch Stillen in der Öffentlichkeit der Auslöser für Beißen sein. Hier sind die besten Tipps, wie es unterwegs entspannter abläuft.

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Bildquelle: Getty Images/Drazen Zigic

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