Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Tipps: Entspannung für aufgedrehte Babys

Zur Ruhe kommen

Tipps: Entspannung für aufgedrehte Babys

Wir geben euch Tipps, damit euer aufgedrehtes und unruhiges Baby beruhigen könnt.

Es ist nicht immer leicht, herauszufinden, warum ein Baby unruhig ist und schreit. Aber für mit ein paar Tipps und Tricks könnt ihr die Atmosphäre etwas entspannen und euren Liebling ein bisschen beruhigen.

Baby beruhigen: Rituale bedeuten Sicherheit

Je besser Ihr Baby die Umgebung kennt und je wohler es sich dort fühlt, desto schneller kommt es wieder zur Ruhe. Auch ein geregelter Tagesablauf mit eingespielten Ritualen sorgt für ein vertrautes Gefühl: „Sie helfen Säuglingen, Sicherheit und Geborgenheit zu finden“, sagt Dr. Rainer Gillessen, Facharzt für Kinderheilkunde. Schon für die Kleinsten sei es beruhigend, jeden Morgen mit einem Lied aufzuwachen oder nach dem Baden mit einer Massage verwöhnt zu werden. „Sanfte Berührungen beruhigen das Baby, lassen seine Muskeln entspannen und können sogar Unterleibskrämpfe lindern. Eine ruhige Babymassage mit leiser Hintergrundmusik oder der ruhigen Stimme von Mama oder Papa hilft auch bei Einschlafproblemen“, so Gillessen.

Am Abend ist es besonders wichtig, das Baby auf die ruhige Nachtphase einzustimmen. Führt also keine Aktivitäten oder Unternehmungen aus, die euren Nachwuchs aufregen könnten. Denn euer Liebling muss schon den ganzen Tag lang Aufregungen und neue Eindrücke verarbeiten, da braucht er am Abend dann einfach mal ein bisschen Zeit, mit dem Tag abzuschließen und sich zu entspannen. Vermeidet laute Geräusche oder einen anhaltenden Geräuschpegel wie einen Fernseher und schaut auch, dass die Umgebung nicht zu hell und grell ist. Stattdessen könnt ihr vor dem Zubettgehen schon anfangen, das Licht leicht zu dimmen, damit der plötzliche Umschwung von Hell auf Dunkel nicht so anstrengend für Babys Augen ist.

Tipp: Stimmungen der Eltern übertragen sich auch auf das Baby. Versucht also selber zur Ruhe kommen. Wenn ihr selbst entspannt sind, wird auch euer Baby weniger aufgedreht sein. So könnt ihr euer Baby beruhigen.

Müdigkeitssignale erkennen

Um die richtige Zeit für das Ins-Bett-Bringen zu finden, ist es auch wichtig, die Müdigkeitsanzeichen seines Babys kennenzulernen. Denn wird das Baby zu früh ins Bettchen gebracht, wird es nur noch quengeliger und unruhiger. Oder würdet ihr gerne im langweiligen Bett liegen, wenn ihr noch gar nicht müde sind? Andererseits ist es wichtig, das Baby ins Bett zu bringen, wenn es müde ist und nicht zu versuchen, es wach zu halten, weil es vielleicht noch zu früh ist. Denn auch das kann euren Nachwuchs unruhig, zappelig und schlecht gelaunt machen. Da geht es den Kleinen genauso wie uns, wenn uns irgendetwas oder irgendwer vom Schlafen abhält …
Müdigkeitsanzeichen können zum Beispiel ein starrer Blick, ruckartige Bewegungen von Armen und Beinen oder motorische Unruhe sein. Auch wenn sich das Baby am Ohr oder den Augen reibt oder schlicht und ergreifend immer wieder gähnt, signalisiert es: „Hey, ich wär jetzt bereit fürs Bett!“

Tagsüber Bewegung, nachts ein Nest

Ist euer Baby beim Einschlafen sehr aufgedreht bzw. schreit es, könnt ihr es mal mit „Pucken“ probieren. Dabei wird das Baby stramm in eine Decke gewickelt. Das sorgt für Nestwärme und stillt die angeborene Sehnsucht nach Berührung und spürbaren Grenzen wie im Mutterleib. Versucht das das Pucken, lasst euch die Technik allerdings gut von eurer Hebamme oder Ärztin zeigen. Denn falsches oder zu festes Pucken kann auch Schäden beim Baby verursachen.

Tagsüber solltet ihr hingegen für viel Bewegungsfreiheit sorgen, damit das Baby genug Platz zum Strampeln hat. Denn Bewegung ist auch schon für die Kleinsten wichtig, um sich auszupowern und angestaute Energie abzubauen. Am besten kombiniert ihr das noch mit frischer Luft. Auch das hilft den Kleinen ausgeglichener zu werden.

Geräusche, die das Baby beruhigen

Viele Kinder mögen es, wenn die Eltern ihnen etwas vorsingen oder summen. Auch leise Musik, eine CD mit Meeresrauschen oder eine App mit White-Noise-Funktion, kann Baby  beruhigen. Als White Noise bzw. weißes Rauschen bezeichnet man Rauchen in einem bestimmten Frequenzbereich, das ein konstantes Leistungsdichtespektrum hat. Das heißt, der Geräuschpegel des Rauschens bleibt gleich und ändert sich kaum. White Noise wird häufig zur Lärmbekämpfung eingesetzt. Denn Lärm oder Störgeräusche werden subjektiv als weniger laut und störend empfunden, wenn man sie mit weißem Rauschen überlagert. Deshalb empfinden viele Menschen – vor allem Babys – weißes Rauchen als beruhigend und einschläfernd. Dieser White Noise ist übrigens auch der Grund, warum viele Babys sich sofort beruhigen, wenn sie einen Fön, Staubsauger oder einen elektrischen Heizkörper hören. Das immer gleichbleibende Geräusch beruhigt die Kleinen und erinnert sie an das Rauschen des Blutes im Mutterleib.

Nähe zu Mama und Papa kann Baby beruhigen

Mama und Papa ganz nah sein tut Kindern immer gut – und wirkt sich positiv auf die Stimmung der Kleinen aus. Babys beruhigt es, wenn Sie von Mama durch die Gegend getragen werden. Das leichte rhythmische auf und ab hat eine einschläfernde Wirkung auf die Kleinen. Auch Kuscheleinheiten mit Papa helfen Babys ruhiger zu werden. Besonders gerne mögen es die Kleinen, wenn man ihnen sanft über die Stirn streicht. Dafür fangen Sie einfach direkt unter dem Haaransatz an und streichen ruhig mit den Finger zwischen den Augen und über die Nasenwurzel. Das wirkt regelrecht einschläfernd auf viele Babys.

Noch gut, um das Kind zu beruhigen: Legt euch euer Kleines auf den Bauch und lasst es mitbekommen, wie ihr ruhig und gleichmäßig atmet. Euer Liebling wird diese Ruhe übernehmen und selbst entspannter werden.
Ist das Baby auf dem Arm eingeschlafen, solltet ihr mit dem ins Bett legen noch etwas warten, bis es die Tiefschlafphase erreicht hat und nicht mehr so einfach geweckt werden kann. Ein zusätzlicher Tipp: Das Baby am besten immer mit den Füßen zuerst hinlegen. Wenn ihr es nämlich mit dem Rücken zuerst ins Bettchen legt, könnte es dem Kleinen das Gefühl geben, ins Leere zu fallen. Das beunruhigt das Kleine nur unnötig.

Wenn euer Baby über einen längeren Zeitraum sehr unruhig ist und viel schreit, können auch Regulationsstörungen dahinter stecken. 3-Monats-Koliken oder Fütterstörungen können arg auf Babys Wohlbefinden drücken und es unruhig machen.
Ein oft gegebener Ratschlag, den ihr in solchen Situationen lieber nicht befolgen solltet: Das Baby schreien lassen. Denn: Schreien ist Babys einzige Möglichkeit zu sagen, dass etwas nicht stimmt. Bekommt es auf sein Schreien kein Feedback, kann das schwerwiegende Folgen für das Vertrauen zu Mama und Papa haben.

Helikopter-Eltern: Wie übervorsichtig seid ihr wirklich?
Bildquelle: iStock

Hat Dir "Tipps: Entspannung für aufgedrehte Babys" gefallen? Wir freuen uns, wenn du den Artikel teilst - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook, Pinterest oder Instagram folgen.

Galerien

Lies auch

Teste dich