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Christian Drosten: "Es gibt keine Pandemietreiber, wir sind alle verantwortlich"

Christian Drosten: "Es gibt keine Pandemietreiber, wir sind alle verantwortlich"

Coronavirus

Virologe Christan Drosten zeigte sich in der neuesten Folge seines NDR-Podcasts als überraschend zuversichtlich bezüglich des Impffortschrittes. Doch er spricht auch eine Warnung aus, die uns wenig Hoffnung macht auf ein baldiges Ende des Lockdowns vor Ostern. Außerdem verweist er darauf, dass Kinder oder andere Gruppen "keine Treiber der Pandemie seien".

Die Situation ist viel besser, als ich das noch vor Tagen gedacht habe.

Christian Drosten, NDR

Nach dem gestrigen Impfgipfel von Bund und Ländern scheint der Virologe der Charité in seiner neuesten Podcastfolge sehr zuversichtlich gestimmt: Er gibt an, dass aufgrund der aktuell verfügbaren Impfdosen schon bis Ende Juni mehr als 50 Millionen Deutsche geimpft sein könnten. Das sei seine viel bessere Prognose als man sie vor dem Impfgipfel hatte.

Impfungen werden bis Ostern keinen Effekt haben

Obwohl die Impfrate weiter Schritt für Schritt ansteigt und mehr Menschen geimpft werden, mahnt der Virologe zur Vorsicht: Bis Ostern hätten Impfungen gegen das Coronavirus noch keinen Effekt für die Gesamtbevölkerung. Das heißt, die viel gepriesene Herdenimmunität wird noch nicht so schnell erreicht werden.

Die aktuellen Impfungen der Über-80-Jährigen und Pflegeheimbewohner*innen dient jetzt dem wichtigen Schutz dieser Risikogruppen. Zuversichtlich stimmt Drosten auch eine Auswertung aus Israel, nach der deutlich wird, dass bei einer Impfrate von 50 % einer Altersgruppe die Krankenhaus-Aufnahme-Rate sinken würde. Das Pflegepersonal und die Krankenbettenbelegung in den Krankenhäusern zu entlasten, ist demnach auch eine der wichtigsten aktuellen Ziele.

Es gibt keine "Treiber der Pandemie"

Der Virologe äußert sich auch konkret zu den immer wieder sogenannten "Pandemietreibern" Kindern oder andere Gruppen und merkt an: Es gebe nicht DIE eine spezielle Gruppe, die die Virusverbreitung antreibt. Das würde für Kinder zwar z. B. in der Grippesaison zutreffen, doch sei dies nicht so in Bezug auf das Coronavirus.

Aber genau so wenig sind es die Restaurant-Besucher, die Besucher von Opernhäusern oder die Mitarbeiter in irgendwelchen Großbüros.

Christian Drosten, NDR

Das würde jedoch nicht heißen, dass diese Gruppen gar keine Relevanz für das Infektionsgeschehen hätten. Das Virus würde sich jedoch nicht im Besonderen durch eine dieser Gruppen verbreiten. Jeder würde seinen Beitrag leisten.

Kein Impfstoff für Kinder vor Herbst

Eine Gruppe wurde bislang bei der Impfstrategie sehr vernachlässigt: Für Kinder und Jugendliche sei aktuell noch keine Impfung vorgesehen. Drosten hoffe darauf, dass es im Herbst zu einer Zulassung einer ersten Kinderimpfung geben könnte.

Solange sie nicht geimpft sind, werden wir hohe Fallzahlen unter ihnen sehen

Christian Drosten, NDR

Jeder Impfstoff sei gegen schwere Verläufe ratsam

Auf die Frage der Bevölkerung, ob es einen Unterschied machen würde, welchen Impfstoff man bekommen würde, antwortet der Virologe klar: Alle Impfstoffe würden gegen schwere Virusverläufe schützen und seien wirksam.

Bildquelle: Getty Images/Pool / Auswahl

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