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Endlich: Berlin öffnet die Spielplätze wieder

Bald bundesweit?

Endlich: Berlin öffnet die Spielplätze wieder

Seit fünf Wochen sind die Spielplätze in ganz Deutschland dicht und wir Eltern wissen draußen nicht, wohin mit den Kleinen. Aufgrund des Drucks einiger Verbände sollen diese jetzt endlich wieder teilweise geöffnet werden. Den Anfang macht Berlin.

Berliner Kinder können ab 30. April wieder auf die meisten Spielplätze

Am Donnerstag Nachmittag einigten sich laut RBB die zwölf Berliner Bezirke darauf, die Spielplätze ab 30. April wieder zu öffnen. Dies soll jedoch Schrittweise geschehen und nicht von heute auf morgen. Pankow kündigte an, zunächst alle Spielgeräte und Plätze zu kontrollieren und zu säubern. Eine gefahrlose Nutzung müsse gewährleistet werden. Uns Eltern kommt dies natürlich zu Gute. Wir möchten, dass die Kinder Spielgeräte nutzen, die auch sicher sind. Doch durch diese Kontrolle könnte es personalbedingt noch weitere Tage dauern, bis wirklich alle Spielplätze wieder offen sind.

Appell an die Eltern: Hygiene- und Abstandsregeln unbedingt einhalten

Auch wenn die Kinder jetzt wieder auf den Spielplatz dürfen und sich austoben können, heißt das nicht, dass alle bisherigen Corona-Regeln außer Kraft gesetzt sind. Die Bezirke appellieren an die Eltern, sich unbedingt an die Hygieneregeln zu halten und dafür zu sorgen, dass die Kinder Abstand zueinander halten. Da das für kleinere Kinder mitunter schwer zu verstehen ist, müssen die Eltern hier Verantwortung übernehmen und auf ihre Kinder aufpassen. Einige Berliner Politiker gaben zu bedenken, dass es zu früh dafür wäre und kritisierten die einheitliche Öffnung der Spielgeräte. Es sei nicht im Sinne des Infektionsschutzes und man wisse nicht, inwiefern Eltern und Kinder dies einhalten können.

Spielplätze auch in Hamburg bald offen?

Auch Hamburg will zeitnah darüber entscheiden, wie und wann Spielplätze für Kinder wieder offen sind. Denn vor allem in den Großstädten gibt zu wenig Möglichkeiten oder Alternativen für Kinder, sich im Grünen auszutoben.

Die Öffnung der Spielplätze ist eine wichtige soziale Frage, die wir zeitnah beantworten müssen, gerade in einem Stadtstaat wie Hamburg sind solche Plätze wichtig, weil wir hier viel weniger Raum zur Verfügung haben als in weniger dicht besiedelten Bundesländern.

Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), Gesundheitssenatorin Hamburg, mopo.de

Spielplatzöffnung in ganz Deutschland

Das Deutsche Kinderhilfswerk plädiert hingegen dafür, dass alle Kommunen deutschlandweit die Spielplätze schrittweise wieder zugänglich machen sollten. Denn es mangele vielen Kindern dadurch sehr an Bewegung und dem wichtigen sozialen Kontakt mit anderen Kindern. Das Kinderhilfswerk weist darauf hin, dass dies in Abstimmung mit dem Robert-Koch-Institut umgesetzt werden könne, was die Gefahr betrifft, sich von den Oberflächen der Spielgeräte zu infizieren.

Man sollte gerade die großen, weitläufigen Spielplätze zuerst wieder öffnen. Hier wäre es aus unserer Sicht durchaus möglich, anderen Kindern beim Spiel aus dem Weg zu gehen und damit nicht dicht gedrängt zum Beispiel auf einem Klettergerüst zu sitzen

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer Deutsches Kinderhilfswerk, evangelisch.de

Noch gibt es zur Spielplatzöffnung keine einheitliche bundesweite Empfehlung. Die Kommunen diskutieren sehr stark, denn man will auf der einen Seite den Infektionsschutz gewährleisten, ist sich auf der anderen jedoch bewusst, was es für bestimmte Gegenden bedeutet, wenn den Kindern die Spielplätze weiterhin fehlen. Vor allem Kitas und Kinderläden ohne eigenen Garten hätten so die Möglichkeit den Kindern mehr Abwechslung und Bewegung zu bieten.

 

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Für und wider

Als Mutter eines Kleinkindes, die in Berlin Pankow lebt, freue ich mich riesig, dass wir ab Ende nächster oder übernächster Woche wieder auf den Spielplatz können. Ich tänzle mit der Kleinen seit Wochen um den Block und die Grünanlagen, um Spielplätze zu meiden. Sobald sie ihre geliebte Babyschaukel auch nur von weitem sieht, ist es vorbei. Kleine Kinder verstehen nicht, warum sie nicht auf den Spielplatz dürfen oder es ungünstig ist, in die Schaukel zu beißen. Und für die Größeren, die sich auch richtig auspowern und gemeinsam toben müssen, wenn sie schon den ganzen Tag drinnen sind, ist es auch nicht viel leichter. Daher finde ich es eine gute Sache, schrittweise wieder einige Spielgeräte zugänglich zumachen. Doch das wird nur funktionieren, wenn sich alle Eltern ihrer Verantwortung bewusst sind und man die Kinder ermahnt und darauf aufpasst, sich nicht zu nah zu kommen. Ich hoffe, dass sich viele Eltern zum Wohl von uns allen daran halten werden und es nicht zum "Spielplatz-Krieg" kommt. Einfach wird das sicherlich nicht und erfordert im Umgang miteinander Sensibilität. Ich bin gespannt, wie sich das in der Praxis anlässt und hoffe, die Infektionszahlen gehen dadurch nicht nach oben.

Bildquelle: Getty Images/SonerCdem

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