Dreiste Abofallen: So vermeidet ihr ungewollte, teure Abos

Vorsicht, teuer!

Dreiste Abofallen: So vermeidet ihr ungewollte, teure Abos

Ihr wolltet nur schnell einen Elternratgeber fürs eBook downloaden, der euch zu einem Spottpreis beworben wurde. Und zack – habt ihr versehentlich ein teures Abonnement abgeschlossen (was euch vermutlich erst Wochen später beim Checken eures Kontos auffällt). Ganz schön dreist! Mit ein paar Tipps, könnt ihr solche Abofallen in Zukunft vermeiden.

Wie schläft unser Kind endlich durch? Auf der Suche nach einer Antwort auf diese verzweifelte Frage begebt ihr euch an euer Smartphone. Nach mehreren Klicks landet ihr auf einer Seite, auf der euch für nur 1 € ein Ratgeber-eBook vorgeschlagen wird, das euch endlich die Lösung bringen soll. Dieses Buch muss der Himmel schicken! Was soll man für 1 € schließlich falsch machen? Die frustrierende Antwort: So einiges! Ein eBook-Kauf auf Seiten wie "baby-endlich-schlafen.de" oder "endlich-windelfrei.de" kann schnell zur Abofalle werden. Schwupps hat man automatisch ein Abo für 37 € im Monat abgeschlossen, ohne es zu merken. Davor warnt jetzt die Verbraucherzentrale NRW.

"Automatische Verlängerung": So sieht die Abofalle aus

Betroffene Verbraucher hatten dem Marktwächter Digitale Welt gemeldet, dass sie nach dem Kauf eines eBooks auf den oben genannten Seiten plötzlich ungewollte Abonnements abgeschlossen hatten. Die Experten überprüften die Websites und stellten fest, dass die Kaufabwicklung so gestaltet ist, dass Kunden den Abschluss eines monatlichen Abonnements schnell übersehen. Es gebe zwar Hinweise auf eine "automatische Verlängerung", die sei aber in grauem Text vor grauen Hintergrund in der Fußzeile der Website gut versteckt.

Aber nicht nur bei eBooks lauern gut getarnte Kauffallen: Über Phising-Mails, Gewinnaktionen oder Probeabos kann es genauso leicht passieren, dass ihr ein Abo abschließt, das ihr gar nicht möchtet.

So bekommt ihr bei Abofallen euer Geld zurück

Webseiten, die euch einen Kaufvertrag anbieten, sind dazu verpflichtet, alle Angaben wie Kosten und Laufzeit gut lesbar und transparent auf ihrer Seite zu platzieren. Zudem haben sie die Pflicht, euch nach Abschluss eine Vertragsbestätigung per Mail zuzuschicken. Im Fall der Seite "baby-endlich-schlafen.de" wurden diese Punkte nicht erfüllt, schließlich waren die Details zum Abo nur versteckt und nahezu unlesbar.

Hält sich der Anbieter nicht an die Regeln, und schließt ihr deshalb versehentlich ein ungewolltes Abonnement ab, kommt auch kein wirksamer Vertrag zustande. In so einem Fall solltet ihr euch sofort wehren, am besten mit einem Brief an den Anbieter. Einen Musterbrief stellt die Verbraucherzentrale zur Verfügung. Den solltet ihr am besten als Einschreiben verschicken, damit der Anbieter später nicht behaupten kann, keine Nachricht von euch bekommen zu haben. Das Problem: Manche Anbieter geben im Impressum nur eine Adresse im Ausland an, dann bleibt euch nur der Weg über eine E-Mail. Ein internationales Einschreiben kann sehr teuer werden.

Abofallen melden: Hier bekommt ihr Hilfe

Manchmal kommt es jedoch zu weiteren Problemen: Besonders dreiste Anbieter bestehen auf die Zahlung, obwohl ihr nie bewusst einen Vertrag abgeschlossen habt. Manche drohen dann sogar mit einem Anwalt. In solchen Fällen solltet ihr auf keinen Fall einknicken, sondern die Rechtsberatung euer Verbraucherzentrale einschalten. Hier könnt ihr euch sowohl telefonisch als auch persönlich vor Ort oder per Mail beraten lassen.

So könnt ihr Abofallen vermeiden

Wir wissen, wie schnell man manchmal von einem Angebot begeistert ist und sofort zuschlagen will – vor allem, wenn es um sonst teure Ratgeber zum scheinbaren Schnäppchenpreis geht. Genau da solltet ihr aber misstrauisch werden: Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei besonders günstigen Online-Angeboten eure Alarmglocken läuten sollten und ihr lieber noch einmal genauer hinseht. Achtet dann auf folgende Dinge:

  • Checkt vorab: Gibt es ein Impressum? Sitzt das Unternehmen im Ausland?
  • Bevor ihr auf "Kaufen" klickt, schaut noch einmal gründlich über die gesamte Website: Gibt es versteckte Hinweise auf Abofallen?
  • Bietet die Website als Zahlungsmöglichkeiten nur Vorkasse oder Kreditkarte an, besser die Finger weg.
  • Wie sind die Kundenbewertungen der Seite? Wenn ihr nichts findet, sucht über eine Suchmaschine nach Erfahrungen mit dem Shop.
  • Wichtig: Checkt immer wieder mal euer Konto: Wurde etwas abgebucht, von dem ihr nichts wusstet?
  • Wenn ihr in eine Abofalle getappt seid, wehrt euch! In vielen Fällen könnt ihr euch euer Geld zurückholen.

Quellen: Verbraucherzentrale; SWR

Bilder-Quiz: Eltern erkennen diese Details sofort. Du auch?

Bilder-Quiz: Eltern erkennen diese Details sofort. Du auch?
Quiz starten
Lisa Purrio
Das sagtLisa Purrio:

Mein Fazit

In eine Abofalle bin ich selbst zwar noch nicht geraten, aber auch ich habe schon in einem Onlineshop ein Produkt bestellt, das mich nie erreicht hat. Nach wochenlangem Warten wollte ich den Kundenservice kontaktieren – und bemerkte erst dabei, dass der Shop in China sitzt. Eine Antwort auf meine Mails bekam ich nie. Zum Glück hatte ich das Produkt über Paypal gezahlt, so wurde mir später der Kaufpreis zurückerstattet. Seit diesem Vorfall überprüfe ich Online-Shops immer ganz genau. Ein Blick ins Impressum und anschließend nochmal schnell der Suchmaschinen-Check: Oft sind es nur 2-3 Klicks und schon stößt man auf negative Erfahrungen.

Bildquelle: Getty Images/evgenyatamanenko

Galerien

Lies auch

Teste dich