Wenn die Periode zur Qual wird: 10 Tipps bei Regelschmerzen

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Wenn die Periode zur Qual wird: 10 Tipps bei Regelschmerzen

Jeden Monat das gleiche Spiel: Bauchkrämpfe, Rückenschmerzen und Co! Woher die Schmerzen kommen und was du dagegen tun kannst.

Viele Frauen plagen sich tagelang mit Krämpfen, Rückenschmerzen, Übelkeit und möchten am liebsten in der Embryonalstellung auf dem Bett verharren.

Alle vier Wochen wandern Tampons oder Binden in den Einkaufskorb, das Hautbild verschlechtert sich, die Brüste spannen, der Hunger auf Schokolade und andere Snacks wird groß. Wenn es während der Regelblutung bei diesen Symptomen bleibt, ist alles im grünen Bereich. Doch das ist oft nicht der Fall. Viele Frauen plagen sich tagelang mit Krämpfen, Rückenschmerzen, Übelkeit und möchten am liebsten in der Embryonalstellung auf dem Bett verharren.

Woher kommen die Schmerzen?

Die Medizin unterscheidet primäre und sekundäre Regelschmerzen. Primäre Regelschmerzen kommen von den Krämpfen, die dabei entstehen, wenn die Gebärmutter sich zusammenzieht, um die Schleimhaut abzustoßen. Bei manchen Frauen ist dieser Vorggang sehr schmerzhaft, bei anderen gar nicht. Ursache dafür ist das Hormon Prostaglandin. Während der Menstruation steigt dessen Konzentration im Körper an und bewirkt, dass Schmerzen viel intensiver wahrgenommen werden. Ob Schmerzen auftreten und in welcher Intensität, hängt ganz davon ab, wie stark der Körper das Hormon produziert und wie empfindlich eine Frau darauf reagiert. Stress und anderer psychischer Druck stehen außerdem im Verdacht, die Schmerzen zu begünstigen. Primäre Regelschmerzen treten meist schon mit der ersten Periode auf und verschwinden mit steigendem Alter, bei der einen Frau früher, bei der anderen erst mit den Wechseljahren. Die Schmerzen können sehr unangenehm sein, sind aber selten so schwer, dass Frauen den Alltag nicht mehr bewältigen können.

Sekundäre Regelschmerzen sind oft heftiger und können auf den ganzen Körper ausstrahlen. Sie treten meist ab einem Alter von Mitte 20 das erste Mal auf. Die Ursache liegt hier oft in gynäkologischen Erkrankungen wie beispielsweise Zysten, Entzündungen oder Endometriose . Bei letzterer siedelt sich die Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutterhöhle an, z. B. auf den Eierstöcken oder zwischen Gebärmutter und Enddarm. Hier sind die Beschwerden oft so schlimm, dass Frauen tagelang nicht in der Lage sind, ihrem Alltag nachzugehen.

Bei sekundären Regelschmerzen und dann, wenn die Schmerzen sehr heftig sind und/oder erst nach einigen Jahren auftreten, sollte grundsätzlich immer eine Frauenärztin aufgesucht werden, hier werden medizinische Behandlungen notwendig. Bei unangenehmen, aber gewöhnlich auftretenden Regelschmerzen, gibt es mehrere Wege, wie du deine Schmerzen selbst lindern kannst.

1. Sport

Auch wenn du dich unwohl fühlst und am liebsten im Bett bleiben würdest: Sport kann deine Regelschmerzen lindern. Welchen Sport du machst, spielt dabei keine Rolle, mache das, wonach du dich fühlst. Joggen oder Yoga helfen genauso gut, wie ein Freestyle-Bauchtanz zu deinem Lieblingslied im Badezimmer. Bei Bewegung wird der Körper stärker durchblutet und das bekämpft die Regelschmerzen. Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, rät außerdem: „Auch Entspannungstechniken können krampfartige Schmerzen lindern und das eigene Schmerzempfinden verändern. Gut zu erlernen ist beispielsweise die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson.”

2. Wärme

Wenn du dich eher nach Entspannung und Ruhe sehnst, hilft auf jeden Fall auch eine Wärmflasche. Die Wärme fördert die Durchblutung deiner Gebärmutter und lindert auf diese Weise Krämpfe.

3. Schmerzmittel

Im Alltag fehlt jedoch oft die Zeit für Sport oder Entspannung. Tauchen Regelschmerzen in der Schule oder bei der Arbeit auf, ist das einfach nur nervig: “Sind die Schmerzen stark, können auch Schmerzmittel oder krampflösende Medikamente eingesetzt werden”, rät Albring. Welches Medikament am besten hilft, ist sehr individuell. Lasse dich dazu am besten in der Apotheke oder bei der Frauenärztin beraten.

4. Sex oder Masturbation

Orgasmen haben einen sehr positiven Einfluss auf deine Regelschmerzen. Hier wird die Gebärmutter stark durchblutet, was sich krampflösend auf deinen Körper auswirkt. Außerdem wirkt sich auch die Ausschüttung von Glückshormonen stark auf dein körperliches Befinden aus. Wer mit Sex während der Periode ein Problem hat, kann einfach selbst Hand anlegen.

5. Gesunde Ernährung

Eine gesunde Ernährung und damit eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen ist in allen Lebensbereichen wichtig, beugt aber insbesondere auch Regelschmerzen vor oder lindert sie. Die Muskulatur, die während der Menstruation verkrampft, braucht genügend Nährstoffe, sonst werden Schmerzen begünstigt. Hier musst du aber nicht zu Präparaten und anderen Nahrungsergänzungsmitteln zurückgreifen: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist vollkommen ausreichend.

6. Stress vermeiden

“Die Psyche spielt bei der Schmerzentstehung eine Rolle – so können beispielsweise Stress und Sorgen Beschwerden hervorrufen oder verstärken. Auch das automatische Erwarten von Schmerzen kann manchmal Menstruationsbeschwerden hervorrufen – etwa wenn die große Schwester, die Freundin oder die Mutter von Schmerzzuständen unter der Periode berichten", weiß Dr. Christian Albring.

7. Abwarten und Teetrinken

Tee ist ein toller Helfer bei Menstruationsschmerzen. Vor allen Dingen Kamillentee hat einen positiven Einfluss auf den Körper.

8. Akupressur

Nadelstiche gegen Regelschmerzen? Keine Sorge, Akupressur hat nichts mit der pieksigen Akupunktur zutun. Hier geht es darum, mit den Händen Druck auf bestimmte Schmerzpunkte auszuüben. Viele Frauen empfinden das während ihrer Periode vor allem in der unteren Rückenpartie entspannend, genau genommen kurz über dem Po, wo manche Menschen zwei Grübchen haben. Diese Punkte kannst du selbst drücken, noch viel angenehmer ist aber, wenn du dich auf den Bauch legst und eine andere Person die Stelle massiert.

9. Verhütungsmittel überdenken

Manche Verhütungsmethoden können die Menstruation selbst, aber auch Regelschmerzen, beeinflussen. Bei einer Kupferspirale z. B. können die Beschwerden manchmal zunehmen. Bei manchen Frauen hilft die Pille, starke Regelschmerzen los zu werden. Sprich darüber mit deiner Gynäkologin.

10. Gesellschaftliche Akzeptanz schaffen

Gut, hiermit lassen sich zwar keine Symptome von Regelschmerzen bekämpfen, aber es kann einiges dazu beigetragen werden, dass Frauen mehr Verständnis für ihre monatlichen Schmerzen bekommen. Denn als wären Regelschmerzen nicht schon unangenehm genug, gehören sie nach wie vor zu den Tabuthemen. Sich bei Kollegen krank melden, wegen Unterleibsschmerzen? Offen über die Krämpfe reden? Für viele Frauen auch heute noch absolut unangenehm und undenkbar. Dabei sollte das Thema Menstruation unbedingt so selbstverständlich werden, wie über Heuschnupfen oder Migräne zu reden. Schließlich ist die Periode doch ein ganz natürlicher Vorgang, etwa die Hälfte der Weltbevölkerung blutet im Laufe ihres Lebens aus der Vagina. Traut euch, das Thema offen anzugehen.

Quellen:
https://www.regelschmerzen.de
https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/gynaekologische-und-urologische-erkrankungen/regelschmerzen--dysmenorrhoe-2017308

Bildquelle:

Getty Images

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