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Kindergartenbeitrag: Wie hoch fällt er aus? Darauf können sich Eltern einstellen

Kinder sind teuer

Kindergartenbeitrag: Wie hoch fällt er aus? Darauf können sich Eltern einstellen

Ob mit einem Jahr oder mit drei Jahren, die meisten Kinder besuchen irgendwann eine Kita bzw. einen Kindergarten. Aber wie tief müssen Eltern in die Tasche greifen, um das Betreuungsangebot nutzen zu können? Was müssen Eltern beachten, wenn sie den Kindergartenbeitrag berechnen wollen?

“Kinder sind teuer.” Das hat wohl jedes Elternteil schon zuhauf gehört. Einige Monate nach der Geburt entwickelt sich langsam ein Gefühl dafür, was damit wohl gemeint war. Windeln und andere Drogerieprodukte treiben die Ausgaben in die Höhe. Doch damit nicht genug, naht der erste Geburtstag, denken die ein oder anderen Eltern vielleicht schon über eine Fremdbetreuung nach. Spätestens zum dritten Geburtstag dürfte dann Kita bzw. Kindergarten in den meisten Familien Thema sein.

Hier stellt sich nicht nur die Frage nach der geeigneten Betreuungseinrichtung, sondern auch die Geldfrage rückt wieder in den Fokus: der Kindergartenbeitrag. Wer muss diesen zahlen und wie viel kommt auf die jungen Familien zu?

Selten bekommt man im Leben etwas geschenkt, das gilt auch für den Kindergartenbeitrag (auch Elternbeitrag genannt). Wie üppig dieser ausfällt, hängt nicht nur vom Bundesland ab, in dem die Familie lebt, sondern auch von der Stadt bzw. der Kommune und sogar vom Träger. Ein städtischer Kindergarten ist häufig günstiger als einer unter privater Trägerschaft, da erstere aus öffentlichen Geldern finanziert werden. Kann sein – muss aber nicht!

Wie berechnet man den Kindergartenbeitrag?

Die Frage, wie sich der Kindergartenbeitrag berechnen lässt, ist daher leider gar nicht so leicht zu beantworten. Denn entscheidend ist nicht nur der Wohnort, er setzt sich zudem noch aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Betreuungskosten
    • Betreuungsgrundsatzkosten (Kosten für die Betreuung während der Regelzeit)
    • Betreuungszusatzgebühren (Kosten für die Betreuung außerhalb der Regelzeiten)
  • Verpflegungskosten (z. B. Frühstück, Nachmittagssnack)

Teilweise fallen außerdem noch Kosten für Bastelmaterialien oder ähnliches an. Das ist aber auch von Kindergarten zu Kindergarten verschieden.

Die Höhe des Kindergartenbeitrags ergibt sich schließlich aus folgenden Faktoren:

  • Alter des Kindes
  • Betreuungszeitraum

Irrungen und Wirrungen um den Kindergartenbeitrag: Welches Einkommen zählt?

Manche Kindergärten staffeln zudem die Gebühren anhand des Familieneinkommens. Bedeutet: Eine Familie mit viel Einkommen, zahlt höhere Beiträge als eine Familie mit weniger Einkommen. Diese Staffelungen beziehen sich dann meist auf das Bruttoeinkommen der Eltern.

Übersicht zum Kindergartenbeitrag in NRW, Bayern und co.

Bundesland Stadt Kosten
Baden-Württemberg Stuttgart 144 €**
Karlsruhe 236 €**
Mannheim 305 €**
Bayern Nürnberg 270 €
Augsburg 253 €
München 231 €
Berlin 0 € (seit 2018 Kindergartenbeitrag abgeschafft)
Brandenburg Potsdam 135 €**
Bremen 146 €**
Hamburg 123 €*
Hessen Wiesbaden 124 €**
Frankfurt 158 €
Niedersachsen Hannover 216 €*
NRW Bielefeld 275 €
Münster 200 €
Dortmund 161 €
Gelsenkirchen 182 €
Wuppertal 167 €
Duisburg 202 €
Düsseldorf 125 €
Mönchengladbach 190 €
Köln 298 €
Bonn 238 €
Rheinland-Pfalz Mainz 203 €***
Saarland Saarbrücken 258 €
Sachsen Leipzig 164 €
Dresden 168 €
Sachsen-Anhalt Magdeburg 168 €
Schleswig-Holstein Kiel 280 €*
Thüringen Erfurt 136 €**

auf Basis eines 18 Monate alten Kindes
* Nettoeinkommen zugrunde gelegt
** Betreuungsumfang nicht vorhanden

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft

Kindergartenbeitrag reduzieren? Ein Geschwisterkind ist (nicht nur dann) günstig!

In manchen Bundesländern greift bereits die sogenannte Geschwisterkindregelung. Hier ist die Kita bzw. der Kindergarten dann für das zweite und folgende Kinder günstiger, teilweise sogar beitragsfrei. Diese Regelung gibt es in:

  • Mecklenburg-Vorpommern (Geschwisterkinder beitragsfrei)
  • Sachsen-Anhalt (Geschwisterkinder beitragsfrei)
  • Saarland (Geschwisterkinder günstiger)

Ansonsten gilt: Jeder Träger und jede Stadt kann solche Regelungen einführen. Vielleicht gibt es beim Wunschkindergarten eine solche Regelung? Fragen kann sich lohnen!

Erhalten Eltern zum Kindergartenbeitrag einen Zuschuss oder müssen sie die Kosten selbst aufbringen?

Die meisten Bundesländer bzw. Städte und Kommunen gewähren Zuschüsse, wenn eine Familie die Kosten für einen Kindergarten bzw. eine Kita nicht selbst aufbringen kann. Hierzu ist bei der Stadt bzw. beim Jugendamt ein Antrag zu stellen und das Einkommen und sonstige Ausgaben offenzulegen. Die Gehaltsgrenze ist hier von Stadt zu Stadt verschieden. In Stuttgart können Familien mit einem Jahreseinkommen bis zu 70.000 € eine sogenannte FamilienCard beantragen. Hiermit reduzieren sich dann die Kindergartengebühren.

Darüber hinaus erhalten Familien in machen Bundesländern unabhängig vom Einkommen einen Zuschuss zu den Kindergartenbeiträgen. So erhalten Familien mit Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern einen Zuschuss von 50 € pro Kind, sofern es Vollzeit betreut wird. In Bayern erhalten Familien mit Kindern zwischen dem 13. und 36. Lebensmonat das sogenannte Bayerische Familiengeld. Dieser Zuschuss hat zwar nicht direkt etwas mit dem Kindergartenbeitrag zu tun, denn es erhalten auch Familien, die ihre Kinder nicht betreuen lassen, dennoch lässt es sich natürlich dafür verwenden.

Nun gibt es noch gute News zum Thema Kindergartenbeitrag: Beitragsfrei ist in manchen Einrichtung das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung. Aber Vorsicht! Auch hier gibt es keine einheitliche Regelung.

Lässt sich der Kindergartenbeitrag in der Steuer absetzen?

Nun noch zwei Steuertipps:

  1. Der Kindergartenbeitrag kann vom Arbeitgeber übernommen werden. Sperrig heißt es dazu im Einkommenssteuergesetz (EStG):

    Steuerfrei sind zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern der Arbeitnehmer in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen;

    Einkommenssteuergesetz § 3 Nr. 33

    Heißt im Klartext: Der Arbeitgeber zahlt den Kindergartenbeitrag oder einen Zuschuss steuerfrei an den Arbeitgeber aus. Es ist dabei unerheblich, ob das Kind in einer betrieblichen oder nicht betrieblichen Einrichtung betreut wird. Wichtig ist es allerdings, diese Auszahlung, die zusätzlich zum Lohn erfolgt, schriftlich festzuhalten.

  2. Alternativ ist der Kindergartenbeitrag absetzbar: nach § 10 Abs. 1 Nr 5. EStG können Eltern den Kindergartenbeitrag in der Steuererklärung absetzen. Doch wo ist der Kindergartenbeitrag in der Steuererklärung anzugeben? Hierzu setzen Eltern ⅔ der Kosten für den Kindergarten als Sonderausgaben an, maximal jedoch 4.000 Euro im Jahr pro Kind.

Nun dürfte sich der ein oder andere fragen, wo denn der Unterschied zwischen den beiden Varianten liegt. Der Arbeitgeber kann die Kindergartengebühren zwar in voller Höhe (also auch über 4.000 Euro pro Jahr) übernehmen, allerdings eben nur für Kinder unter sechs. In der Steuererklärung setzen Eltern streng genommen nicht die Kindergartenbeiträge ab, sondern die Kinderbetreuungskosten. Dieses Wort verrät es schon: Auch Schulkinder müssen ggf. am Nachmittag betreut werden. Diese Sonderausgaben dürfen Familien also angeben, solange das Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Wie wird der Kindergartenbeitrag bei getrennt lebenden Eltern berechnet?

2018 lebten in Deutschland rund 2,6 Mio Alleinerziehende (Statistisches Bundesamt). Die meisten von ihnen leben von ihrem Partner getrennt und teilen sich deshalb die Kindererziehung.

Nicht selten stellt sich dann, sofern der Nachwuchs noch im Kita- bzw. Kindergartenalter ist, die Frage: Wer zahlt denn den Kindergartenbeitrag bei Trennung oder ist dieser schon im Unterhalt enthalten? Grundsätzlich gilt: Die Kosten für den Kindergarten sind nicht mit dem Unterhalt abgegolten. Der Unterhaltsverpflichtete muss sich zusätzlich an den Beiträgen beteiligen. Allerdings kann der Unterhaltsempfänger nur die Betreuungskosten als Mehrbedarf geltend machen, nicht aber die Verpflegungskosten. Die muss der Unterhaltsempfänger selbst aufbringen. Anhand des Einkommens werden die Kosten für die Betreuung aufgeteilt.

Dabei ist zu beachten: Der Selbstbehalt von 1.000 € pro Elternteil ist vorher abzuziehen. Kann sich damit ein Elternteil die Kindergartenbeiträge nicht leisten, muss dieser nichts zahlen.

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Sarah Plück
Das sagtSarah Plück:

Mein Fazit

Ich finde es ziemlich mühsam, sich bei jedem Kindergarten einzeln über die Kosten zu informieren. Mich hat es doch überrascht, wie uneinheitlich die Kosten ausfallen. In Berlin zahlen Familien nichts und vielerorts fallen über 200 € im Monat an. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

Aber im Zweifel sind Eltern wahrscheinlich auch bereit, solche Summen zu bezahlen, wenn erst mal ein Kindergartenplatz gefunden ist. Denn das ist fast überall gleich: zu viele Kinder auf viel zu wenige Kindergartenplätze!

Bildquelle: Getty Images/Cameravit

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