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Maskenpflicht, Teststrategie & Präsenz: Alle Corona-Regeln für die Bundesländer im Überblick

Maskenpflicht, Teststrategie & Präsenz: Alle Corona-Regeln für die Bundesländer im Überblick

Corona & Schule

Die 3G -Regel, getestet, geimpft, genesen gilt für uns Erwachsene. Aber was gilt eigentlich in der Schule? Da ist es, wie leidgeprüfte Eltern mittlerweile wissen dürften, ein einziges Kuddelmuddel. Denn dank des Föderalismus darf jedes Bundesland eigene Maßnahmen für den Schulalltag beschließen. Von leichter Einstiegsphase und erhöhtem Testen bis hin zu Schulbesuch wie vor der Pandemie ist alles dabei. In allen Bundesländern gilt: Es herrscht wieder Präsenzpflicht und das in voller Klassenstärke. Wir geben einen (erschöpften, entmutigten) Überblick.

Baden-Württemberg

Bis zum 11. September dauern hier die Schulferien noch an, der Schulstart hat also noch ein bisschen Zeit. Wenn es dann wieder losgeht, dann wird für mindestens zwei Wochen das Tragen einer Maske auch im Unterricht Pflicht sein. Außerdem gilt weiterhin die Testpflicht.

Wer sich nicht testen lassen will, hat kein Anrecht auf Fernunterricht und wird vom Unterricht ausgeschlossen. In letzter Konsequenz könnte dies bedeuten, dass die Eltern dafür ein Bußgeld zahlen müssen, dass im Höchstfall bei 1000 € liegen könnte. Der Grund: Der Schulpflicht wird mit dem Fernbleiben während des Präsenzunterrichts nicht nachgekommen.

Bayern

Hier dauern die Ferien noch bis zum 13. September. Zum Schulstart wird es eine mindestens zweiwöchige Maskenpflicht geben, die für alle gilt. Außerdem gibt es verschiedene Teststrategien. In den Grund- und Förderschulen soll es PCR-Pooltests geben, ab Klasse 5 wie bisher Antigenschnelltests.

Berlin

Seit 6. August gilt hier: Maskenpflicht im Präsenzunterricht. Ursprünglich sollte diese Pflicht nach zwei Wochen ausgesetzt werden, aufgrund der gestiegenen Inzidenz wurde diese Pflicht aber um mindestens zwei Wochen verlängert und gilt nun bis Anfang September. Außerdem testen sich die Kinder drei Mal pro Woche mit einem Antigenschnelltest.

In Berlin gibt es einen Corona-Stufenplan, die Gesundheitsämter bewerten danach im Wochenturnus das Infektionsgeschehen. Stufe Grün bedeutet Regelbetrieb, bei Stufe Gelb ist Wechselunterricht vorgesehen, bei Stufe Rot werden die Schulen wieder geschlossen. Außerdem wurden 8000 Luftfilter angeschafft, weitere 3000 sollen bis zu den Herbstferien folgen. Das reicht dann, rein rechnerisch, immer noch nur für jeden zweiten Klassenraum, aber ist immerhin besser als nichts.

Um die Lernrückstände von Kindern aufzuholen, wurden unter dem Motto "Stark trotz Corona" Angebote ins Leben gerufen, die beim Aufholen helfen sollen. Hier sprechen Lehrer*innen und Schulleitung Eltern gezielt an.

Brandenburg

Die Maskenpflicht an Brandenburgs Grundschulen besteht nicht mehr. Nur an den weiterführenden Schulen ab Klasse 7 müssen die Schüler*innen weiterhin Maske tragen. Zwei Antigenschnelltests pro Woche sind verpflichtend. Wer sich weigert oder wessen Eltern den Test verweigern, darf die Schule nicht mehr betreten, Die versäumten Tage gelten als unentschuldigtes Fehlen, auch wenn die Schüler*innen sich die Lernaufgaben aus der Schule besorgen.

Das Programm "Aufholen nach Corona" ist gestartet. Die Schüler*innen bekommen hier ergänzende Lernangebote und es soll laut Bildungsministerin Birtta Ernst (SPD) auch mehr Schulsozialarbeit stattfinden. Angelegt ist das Programm auf zwei Jahre, insgesamt sollen 200 Lehrer*innen, 400 Studierende und zahlreiche Sozialarbeiter*innen für dieses Projekt eingesetzt werden.

Bremen

Bis zum 1. September sind hier nicht Sommerferien. Danach gilt die Maskenpflicht hier nur an den weiterführenden Schulen und nur außerhalb der Klassenräume. In der Grundschule besteht keine Maskenpflicht. BIs zu 60 % der Schulen sollen zum Schulstart mit Luftfiltern ausgestattet sein. Getestet wird zweimal pro Woche mit dem PCR- Lollitest.

Hamburg

In Hamburg gilt Maskenpflicht und zweimal pro Woche ein Test. Bis zu den Herbstferien sollen alle Klassenräume mit Luftfiltern ausgestattet sein.

Hessen

Es gilt ab dem 27. August eine mindestens zweiwöchige Maskenflicht im gesamten Schulbereich, auch am Platz. Es wird drei Antigenschnelltests pro Woche geben.

Mecklenburg-Vorpommern

Die Maskenpflicht ist für Schüler*innen wie Lehrpersonal ausgesetzt. Es gibt auch in Mecklenburg-Vorpommern eine Corona-Ampel. Steht die auf Grün oder Gelb, gilt die Maskenpflicht nicht. Bei Rot muss dann wieder Maske getragen werden.

Niedersachsen

Ab 1. September müssen alle Schüler*innen sich täglich testen. Wie lange diese Testphase anhält ist aktuell nicht bekannt, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) spricht von "mindestens am Anfang des Schuljahres". Eine Maskenpflicht wird es ab einer Inzidenz von 35 geben. Davon ausgenommen sind allerdings die Grundschulen, bei denen es keine Maskenpflicht gibt. Was die Schüler*innen freuen dürfte: BIs zum 24. September sollen keine Klassenarbeiten geschrieben werden.

Nordrhein-Westfalen

Der Unterricht hat in NRW schon begonnen, zunächst mit zwei Tests pro Woche sowie Maskenpflicht im Innenbereich der Schule. Bei einem positiven Testergebnis gilt: Nur diejenigen, die keine Abstands- und Hygieneregeln eingehalten haben, etwa der direkte Sitznachbar, müssen in Quarantäne. Dafür soll es aber Erleichterungen bei der für alle geltenden Testpflicht geben, wenn Schüler*innen sich zweimal pro Woche testen. Sie sollen dann in Cafés, Restaurants oder beim Friseur nur noch ihren Schülerausweis vorlegen und kein Testergebnis mehr. Das gilt für alle Schüler*innen ab 16 Jahren, jüngere müssen ihren Ausweis nicht vorlegen.

Rheinland-Pfalz

Ab 30. August bis Mitte September sind zwei Antigenschnelltests pro Woche vorgesehen. Es gilt eine Maskenpflicht.

Saarland

Bis zum Ende der Ferien am 29. August sollen sich die Schüler*innen selbst testen. Die Schulen haben dafür im Vorfeld alle zwei Antigenschnelltests bekommen. In den ersten beiden Wochen wird es weitere Tests geben.

Sachsen

Ab 6. September werden zwei Antigenschnelltests pro Woche für die ersten beiden Schulwochen verpflichtend sein. Bei einer Inzidenz über 10 in einem Landkreis oder einer Großstadt, erhört sich die Zahl auf drei Tests pro Woche. Geimpfte oder Genesene müssen sich nicht testen. Die Maskenpflicht in der Klasse gilt auch erst ab einer Inzidenz über 10, Grundschüler*innen sind generell von der Maskenpflicht befreit. Bis zu einer Inzidenz von 100 ist Präsenzunterricht im Regelbetrieb geplant.

Sachsen-Anhalt

Keine Masken- , aber eine Testpflicht mit zwei Tests pro Woche gibt es in Sachsen- Anhalt ab dem 2. September. Außerdem sollen in schlecht belüftbaren Klassenzimmern Luftfilter eingebaut werden.

Schleswig- Holstein

Für die ersten drei Schulwochen gilt eine Maskenpflicht für den Innenbereich der Schule sowie zwei Corona-Tests pro Woche. Wer geimpft oder genesen ist, ist von der Testpflicht befreit.

Thüringen

Nur zum Schulbeginn wird in Thüringen getestet. Im weiteren Verlauf des Schuljahres soll nur noch bei Symptomen getestet werden. Generell sieht das Bundesland die Verantwortung für die Tests bei den Gesundheitsämtern und nicht in der Schule.

So unterschiedlich die Maßnahmen auch sind, sie alle zielen darauf ab, Schulunterricht zu ermöglichen. In Präsenz und in einem Lernumfeld, in dem sich Schüler*innen austauschen une begegnen können. Wie wichtig dieser zwischenmenschliche Austausch ist, konnten viele Eltern im letzten Jahr genau sehen.

Was bei den Maßnahmen etwas ins Hintertreffen gerät ist zum einen der Schutz der Kinder. Denn wo wir Erwachsenen weiterhin Maske tragen und viele noch immer im Homeoffice arbeiten, sitzen Schüler*innen wieder dicht gedrängt in den Klassen, ohne Abstand und ohne Maske. Der Schutz aller bleibt an jedem einzelnen hängen, was auch für Jugendliche ab 12 Jahren gilt, die nun auch an Schulen durch mobile Impfteams geimpft werden können. Was die ältere Generation nun aussitzt, müssen wieder die Jüngeren mittragen.

Im Video bekommt ihr erste Anhaltspunkte, wie ihr eine normale Erkältung von einer Coronainfektion unterscheiden könnte. Wie immer gilt aber: Im Zweifelsfall lieber zum Arzt oder zur Ärztin.

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Mein Fazit

Keins meiner drei Kinder kann so geschützt werden wie Erwachsene. Sie gehen in die Schule und in die Kita und wir als Familie können nur hoffen, dass sie sich nicht anstecken. Und, dass sich im besten Fall auch niemand aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis ansteckt, denn sonst sitzen wir vielleicht bald alle wieder in Quarantäne.

Es sind Momente wie diese, an denen ich wirklich sauer werde. Denn wir drehen uns irgendwie im Kreis. Das erste Schuljahr hat mein Kind mehr Zeit mit uns Eltern als Ersatzlehrpersonal verbracht, als jemals jemand für möglich gehalten hätte. Wenn jetzt aber Eltern sagen, sie möchte ihre Kinder gern zu derem oder zum Schutz von Familienangehörigen zuhause lassen, dann ist das plötzlich nicht mehr möglich.

Die meisten Eltern sehen dem Herbst und Winter wohl mit Sorge entgegen. Und wir sind doch größtenteils schon jetzt am Limit. Während andere feiern gehen, auf Konzerte oder ins Restaurant nehme ich in vielen Familien große Erschöpfung wahr. Und die neuen Regeln zum Schulstart belasten die meisten nur noch mehr.

 

Bildquelle: getty images / iStock / Getty Images Plus / twinsterphoto

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