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Für werdende Väter

Fluchen, kotzen, schreien: Worauf Väter im Kreißsaal gefasst sein sollten

© Getty Images / Motortion
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Für die meisten Männer ist es mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, ihre Partnerin bei der Geburt ihres Babys zu begleiten. Doch so romantisch die Vorstellung auch ist, dann gemeinsam das eigene Kind auf der Welt zu empfangen, so können während des Geburtsvorgangs Dinge passieren, mit denen du als werdender Vater vielleicht nicht gerechnet hast.

An den werdenden Papa: Mach dich auf diese Dinge gefasst

Ein Großteil der Partner oder auch Partnerinnen möchte unbedingt dabei sein, wenn ihr Kind das Licht der Welt erblickt. Doch viel weiter wird im Vorfeld oft nicht über diesen kommenden Tag nachgedacht – einige Väter denken, dass sie sich sowieso nicht darauf vorbereiten können oder müssen, da ja jede Geburt irgendwie anders ist. Doch es gibt ein paar Dinge, die jede Begleitperson, die im Kreißsaal, im Geburtshaus oder auch bei einer Hausgeburt an der Seite seiner Partnerin sein möchte, wissen sollte.

#1 Kenne die Phasen einer Geburt

Eröffnungsphase, Übergangsphase, Austreibungsphase? Diese Begriffe solltest du zumindest schon mal gehört haben, wenn es in den Kreißsaal geht. Den Geburtsvorbereitungskurs solltest du also nicht schwänzen, denn da wird erklärt, wie eine Geburt eigentlich abläuft und was dann gerade im Körper der Frau und mit dem Baby passiert. Das macht es für dich vielleicht leichter, während der Entbindung zu verstehen, was gerade passiert und warum sich deine Frau oder Freundin so und so verhält.

#2 Kenne die Wünsche deiner Partnerin

Es ist so wichtig, dass ihr als Paar vor der Geburt darüber sprecht, wie sich deine Liebste die Geburt eures Kindes vorstellt. Damit ist nicht sowas wie „schnell und schmerzlos“ (haha) gemeint, sondern es geht darum, zu wissen, ob sie sich eine bestimmte Musik wünscht, auf keinen Fall eine bestimmte Art des Eingreifens während der Geburt möchte, ob die Nabelschnur auspulsieren soll, etc. Unter der Geburt ist die Frau manchmal nicht mehr in der Lage, diese Wünsche zu äußern oder vergisst sie einfach. Dann ist es deine Aufgabe, diese Dinge zu kommunizieren. Ein Geburtsplan kann da eine kleine Hilfestellung geben.

#3 Möglicherweise muss die werdende Mutter vieeeeel kotzen

Kurz vor der Geburt entleert sich der Körper gerne mal von Dingen, die noch nicht richtig verdaut wurden, um Energie für den Geburtsvorgang zu sparen. Das heißt: Alles, was noch im Magen der Entbindenden ist, und sei es nur Wasser, kommt manchmal in mehreren Schwallen wieder heraus. Und das dann immer wieder und wieder.

#4 Eine Geburt kann auch mal sehr langweilig sein

Die Fruchtblase platzt im Supermarkt, ihr rast ins Krankenhaus, dort geht es direkt in den Kreißsaal und nach einer halben Stunde ist das Baby da? So laufen Geburten in den allerwenigstens Fällen ab. Meistens dauert es mehrere Stunden, manchmal sogar einen ganzen Tag, bis ein Kind das Licht der Welt erblickt. Mach dich also auf lange Wartezeiten in der Klinik, vielleicht sogar erstmal nur auf der Wochenstation, gefasst, bis es richtig losgeht.

#5 Du bist für Snacks und Getränke verantwortlich

Ein oft unterschätzter Tipp, wenn es um die Geburt geht, ist, genug Snacks und Getränke dabei zu haben. Gerade, wenn alles sehr lange dauert, sich deine Partnerin übergeben hat oder die Energie schwindet, sind Zucker und viel Trinken gefragt. Eine Flasche Apfelschorle, Kekse oder Energieriegel solltest du im Kreißsaal definitiv dabeihaben. Und falls du es vergisst: Frag die Hebammen immer wieder nach Wasser und reiche es deiner Partnerin.

#6 Es werden einige Körperflüssigkeiten fließen

Während der Geburt verlassen eine Menge Körperflüssigkeiten den Körper der Frau. Auch, wenn sie sich vielleicht nicht übergeben muss: Alles muss raus! Das heißt, dass ganz schön viel Blut, Gewebe, Schleim, Fruchtwasser und auch Kot aus deiner Partnerin herauskommen werden. Zwar sind die Hebammen und Geburtshelfer immer recht schnell beim Entsorgen des Geschmieres, doch unsichtbar machen können sie es nicht. Ausversehen gepinkelt wird übrigens selten, entweder kann deine Freundin noch selbstständig auf die Toilette gehen oder sie bekommt einen Katheter gelegt.

#7 Es wird animalisch

Klar gibt es auch Frauen, die tiefenentspannt in die Geburt gehen, zum Beispiel durch Hypnobirthing. Oder die, die so erschöpft sind, dass sie kaum einen Ton herausbringen. Doch wenn eine werdende Mutter unter der Geburt alles rauslässt, sind viele Männer schlichtweg überrascht, vielleicht sogar geschockt, was für tiefe Schreie oder welch intensives Stöhnen ihre Partnerin während einer Wehe oder beim Pressen so von sich geben kann. So manche Frau fühlt sich in diesen Momenten wie ein Tier, und die besonderen Laute können diesen Eindruck auch beim Mann hervorrufen. Doch genau solch ein Verhalten ist urmenschlich, in dem Sinne, dass es ganz natürlich ist und schon immer so war.

#8 Es wird geflucht

Wenn eine Frau während der Wehen oder der Pressphase alle Empfindungen rauslässt, erklingen auch mal ein paar nicht jugendfreie Wörter im Kreißsaal (ist okay, das Kind ist ja dann noch nicht da 😉). „Fuuuuuuuuuuuuuuck“, „Scheißeeeeee!!!“ oder andere Ausrufe dieser Art hört man dann vielleicht auch bei Frauen, die sich sonst sehr gewählt ausdrücken.

#9 Vielleicht erkennst du deine Partnerin nicht wieder

Werdende Väter sollten sich definitiv darauf gefasst machen, ihre Frau so zu sehen, wie sie sie vielleicht noch nie erlebt haben. Nicht nur, dass ihre Laute und ihr Verhalten dich an ein Wesen aus dem Urwald erinnern könnten, sondern wahrscheinlich siehst du zum ersten Mal eine ganz andere Seite an ihr. Ist sie sonst vielleicht eher recht ruhig und gefasst, kann es sein, dass sie nun plötzlich stark aus sich herausgeht, Energieschreie von sich stößt und ihre ganze Power nach außen trägt. Oder vielleicht ist sie auch ungewöhnlich tiefenentspannt und wirkt so, als wäre diese Geburt das Selbstverständlichste auf der Welt für sie. So oder so wirst du wahrscheinlich sehr überrascht, aber vor allem beeindruckt von ihr sein.

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#10 Du solltest nicht alles persönlich nehmen

Neben Schimpfwörtern und Flüchen fallen auch manchmal grobe Sätze in Richtung Partner*in, à la „Ich hasse dich!! Warum hast du mir das angetan?!“. Schließlich ist es ja deine Schuld, dass man nun das Kind unter Schmerzen auf die Welt bringen muss. Bitte nimm das nicht persönlich, sondern in dem Moment lieber einfach alle Schuld auf dich.

#11 Du wirst dir manchmal wie ein hilfloser Statist vorkommen

Klar kannst du deiner entbindenden Partnerin gut zureden, sie streicheln, massieren, mit ihr atmen. Doch auch, wenn das sehr förderlich sein kann, wirst du ihr nicht die Schmerzen nehmen können, die sie bei der Geburt empfindet. In manchen Momenten wirst du dir vermutlich sehr hilflos vorkommen und vielleicht auch überfordert sein, weil du nicht weißt, was du noch tun kannst. Außerdem werden Hebammen, Geburtshelfer oder auch ein Arzt oder eine Ärztin regelmäßig um euch herumwuseln und du wirst manchmal nicht verstehen, was los ist, ob es vielleicht ein Problem gibt und was als nächstes passiert. Sei dir dieser möglichen Machtlosigkeit im Vorfeld bewusst, auch wenn es kein schönes Gefühl ist.

#12 Versuch‘ nicht, deiner Frau die PDA auszureden

Viele Frauen nehmen sich vor, die Geburt möglichst ohne krasse Schmerzmittel durchzustehen. Doch wenn es dann tatsächlich so weit ist, sind die Wehen manchmal so überwältigend schmerzhaft und kräftezehrend, oder der Muttermund streikt und es geht einfach nicht voran, dass dieses Vorhaben über Bord geworfen wird. Wenn also deine Frau oder Freundin das Krankenhauspersonal unter Tränen um eine PDA bittet, spar dir einen Spruch wie „Bist du dir sicher? Schaffst du es nicht doch ohne?“, denn vermutlich war sie sich noch nie einer Sache so sicher. Du steckst leider (oder glücklicherweise) nicht in ihrem Körper und kannst daher nicht nachempfinden, wie sie sich gerade fühlt.

#13 Bleib oben am Kopfende, wenn du sensibel bist

Niemand wird dich zwingen, zwischen die Beine deiner Frau zu schauen, wenn der Kopf eures Babys langsam zu sehen ist. Doch Hebammen und Ärzte fragen den Papa gerne mal spontan nach einer Presswehe, ob er kurz „da unten“ schauen möchte. Dieser Anblick kann überwältigend und spannend, aber für manche auch traumatisierend sein. Wenn du also eher sensibel bist, bleib bitte oben am Kopf deiner Partnerin. Das gilt auch nach der Geburt, falls es Geburtsverletzungen an Damm oder Vagina gab, die genäht werden müssen.

#14 Mit einem Kaiserschnitt muss immer gerechnet werden

Jedes Paar hat eine bestimmte Vorstellung von der Geburt ihres Kindes. Die meisten Frauen wollen gerne natürlich gebären, während der Mann beim Moment, wenn das Baby endlich da ist, ihre Hand hält. Doch es kann immer sein, dass am Ende doch alles anders kommt, als geplant. Schlechte Blutwerte der Mutter, zu schnelle oder zu langsame Herztöne des Kindes und andere Faktoren können ein Grund dafür sein, dass es doch zu einem Kaiserschnitt kommt.

Manchmal ist genug Zeit, diesen so vorzubereiten, dass der werdende Vater dabei sein und die Mutter wachbleiben kann, doch in manchen Fällen kommt es auch zu einem Notkaiserschnitt, also einer OP unter Vollnarkose, während der der Papa im Flur warten muss. Das entspricht dann meist nicht der Wunschgeburt, allerdings sollte dir vorher bewusst sein, dass ein möglicher Kaiserschnitt immer plötzlich im Raum stehen kann.

#15 Nach der Geburt kommt die Nachgeburt

Euer Baby liegt endlich auf der Brust seiner Mutter und ihr könnt euer Glück kaum fassen. Endlich geschafft? Fast. Denn nachdem das Kind geboren wurde, muss auch noch die Plazenta, also die Nachgeburt, den Weg durch ein letztes Pressen nach draußen finden. Die Plazenta ist ein Organ, das unheimlich faszinierend aussieht und ein echt krasses Wunder ist (immerhin hat sie euer Baby 9 Monate lang ernährt und am Leben gehalten), aber für manche auch einen recht befremdlichen oder ekeligen Anblick darstellen kann.

#16 Sei der ruhige Fels in der Brandung

Du wirst vorher nicht wissen können, ob deine Frau oder Freundin deine Hand zu Tode quetschen und sich an dich klammern wird, ob sie dich gar nicht mehr wahrnehmen oder vielleicht auch fluchend wegschicken wird. Achte auf ihre Bedürfnisse, denn das ist das Wichtigste. Kenne die Atem- und Massagetechniken, sei dir bewusst, wie du die werdende Mutter beruhigen kannst. Aber halte auch mal den Mund, wenn es sein muss und spar dir vermeintlich auflockernde Sprüche, wenn deine Frau vor Schmerzen schreit. Klingt nach einem taffen und verantwortungsvollen Job? Dann denk mal darüber nach, was für einen harten Job die Mutter deines Kindes im Kreißsaal hat. 😉

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Katja Gajek

Findet den richtigen Weg für euch

Ob du bei der Geburt mit dabei sein wirst, entscheidet am Ende ihr als Paar. Wenn du jetzt schon Angst davor hast, in irgendeiner Form abgeschreckt oder überfordert zu sein, dann sag das deiner Partnerin. Vereinzelt gibt es immer mal wieder Männer, die durch eine Geburt traumatisiert sind, sich schuldig fühlen, ihrer Partnerin diese starken Schmerzen „angetan“ zu haben und danach vielleicht sexuell gehemmt sind. Das sind jedoch Ausnahmen.

Niemand kann euch vorher sagen, wie es wird, jede Geburt ist anders und jede Frau verhält sich anders, wenn sie ihr Kind auf die Welt bringt. Wenn du dir unsicher bist, ob du wirklich eine Stütze und weniger eine Last im Kreißsaal bist, trefft vielleicht die Vereinbarung, dass du einfach rausgehen kannst, wenn es dir zu viel wird oder die Pressphase beginnt. Dann kann vielleicht die Mutter oder eine Freundin deiner Partnerin einspringen und ihr zur Seite stehen. Bei vielen Männern ist diese Angst jedoch im Vorfeld auch unbegründet, denn die Geburt eines Kindes ist nicht nur eines der größten Ereignisse im Leben, sondern auch unheimlich faszinierend und erlebenswert und eine Erfahrung, die man hinterher nicht missen möchte.

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