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Hämorrhoiden nach Geburt: drüber reden, bringt Hilfe

Nur keine Scham!

Hämorrhoiden nach Geburt: drüber reden, bringt Hilfe

Hämorrhoiden nach Geburt betreffen viele Frauen, und doch wird darüber wenig gesprochen. Dabei sind sie gut behandelbar. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu diesem totgeschwiegenen Thema.

Jetzt gehts ans Eingemachte, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Hämorrhoiden nach der Geburt sind überhaupt nicht selten. Sie können aber nerven. Im schlimmsten Fall verursachen sie Schmerzen und ihr müsst euch von einer Fachperson behandeln lassen. Und das ausgerechnet im Wochenbett. Damit es nicht soweit kommt, ist es wichtig, dass ihr euch schon beim ersten Anzeichen von Hämorrhoiden eurer Hebamme anvertraut. Sie kann euch unterstützen und hoffentlich dafür sorgen, dass ein Besuch bei der Ärztin gar nicht nötig wird.

Was sind Hämorrhoiden?

Die kleinen Polster am Enddarm sind immer da. Normalerweise merkt ihr sie nicht. Sie haben in der Tat eine wichtige Aufgabe, sie dichten den After ab, um zu verhindern, dass ungewollt Stuhlgang austritt.

Woher kommen Hämorrhoiden nach das Geburt?

In der Schwangerschaft sorgen Hormone dafür, dass euer Körper weicher wird. Das ist für die Schwangerschaft und die Geburt auch wichtig, euer Baby braucht ja Platz im Bauch. Aber der Körper stellt die Hormonproduktion eben nicht sofort wieder ein. Euer Körper bleibt auch im Wochenbett weich, und das begünstigt Hämorrhoiden.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Wenn ihr bereits im letzten Schwangerschaftsdrittel unter Hämorrhoiden gelitten habt, dann kann es sein, dass ihr auch nach der Geburt damit zu kämpfen habt. Immerhin habt ihr in dem Fall hoffentlich schon mit jemandem darüber gesprochen und wisst, was euch helfen kann.

Auch eine Geburt kann leider zu Hämorrhoiden führen. Durch das Pressen können Hämorrhoiden begünstigt werden. Ihr erkennt das nicht sofort, es dauert ein paar Wochen, bis ihr das Leiden bemerkt.

Tun Hämorrhoiden nach der Geburt weh?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Es gibt Frauen, die über Schmerzen klagen. Die meisten spüren ein unangenehmes Jucken. Bei manchen blutet es, wenn sie sich den Po abputzen. Einige Frauen berichten, dass die persönliche Hygiene nach dem Stuhlgang leidet, weil sie durch die Hämorrhoiden ihren After nicht mehr gut sauberhalten können. All das ist ziemlich unangenehm und sorgt manchmal dafür, dass Frauen sich deswegen schämen. Es gibt dafür aber keinen Grund. Und tatsächlich kann euch nur geholfen werden, wenn ihr euch vertrauensvoll an eure Hebamme oder eine Ärztin oder einen Arzt wendet.

Wie lange dauern Hämorrhoiden nach der Geburt?

Hämorrhoiden nach der Geburt sind ein sehr individuelles Leiden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es viele Frauen betrifft. Studien zufolge haben rund 30 % aller Frauen acht Wochen nach der Geburt Hämorrhoiden. Nach 24 Wochen sind immer noch 13 % davon betroffen.

Tatsächlich kann es aber helfen, frühzeitig mit einer Behandlung zu beginnen. Es wurde nachgewiesen, dass sich Hämorrhoiden nach der Geburt schneller zurückbilden, wenn man schnell aktiv wird.

Wie erkennt man Hämorrhoiden?

Es gibt vier Schweregrade von Hämorrhoiden. Bei Grad 1 sind die Knötchen nicht äußerlich sichtbar. Bei Grad 2 sind größere Knoten nur bei Stuhlgang zu sehen. Wenn ihr von Grad 3 betroffen seid, lassen sich die größeren vor dem After liegenden Knoten mit dem Finger wieder zurückschieben. Bei Grad 4 ist dieses Zurückschieben nicht mehr möglich.

Verständlicherweise sind die Beschwerden je nach Schweregrad unterschiedlich, bei Grad 4 sind sie am ausgeprägtesten.

Warum Hämorrhoiden nach der Geburt?

Wenn ihr im letzten Schwangerschaftsdrittel schon mit Hämorrhoiden zu tun hattet, dann wird es euch vermutlich nicht überraschen, dass sie auch nach der Geburt auftreten. Erwischt es euch erst im Wochenbett, kann der Grund dafür das Pressen unter der Geburt sein. Es kommt vor, dass Frauen während der Geburt zu früh zu angestrengt pressen. Wichtig ist es, nur in den Wehen zu pressen, wenn ihr euer Kind mit dem Pressen wirklich gut unterstützt. Hört also auf die Hebamme, die euch sagt, wann ein guter Zeitpunkt zum Pressen ist.

Ernährung bei Hämorrhoiden 

Nicht pressen gilt übrigens auch auf dem Klo. Achtet auf einen möglichst weichen Stuhl. Harter Stuhl und Verstopfungen können zu Hämorrhoiden führen. Trinkt viel Wasser, ernährt euch ballaststoffreich, das unterstützt den Darm. Ihr könnt auch Pflaumen- oder Birnensaft trinken, Weizenkleie oder Leinsamen in euren Joghurt streuen. Es wird auch immer wieder davon berichtet, dass auch Trockenobst helfen kann.

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Tatsächlich sind Dörrpflaumen (am besten ungeschwefelt und in Bio-Qualität) auch ein Mittel, um einen weichen Stuhl zu bekommen. Wir raten aber dazu, auszuprobieren, wie gut euer Körper auf die Pflaumen reagiert. Weicht für den Anfang 2-3 Pflaumen über Nacht in Wasser ein und esst sie. Das Wasser könnt ihr, wenn ihr mögt, ebenfalls trinken.

Was tun bei Hämorrhoiden nach der Geburt?

Stresst euch nicht beim Toilettengang! Geht mit Ruhe und ohne Druck, im wortwörtlichen Sinne. Sitzt nicht zu lange auf der Schüssel, die Klohaltung ist für Hämorrhoiden förderlich. Wenn ihr wisst, dass es etwas länger dauern wird, dann packt eure Füße auf einen kleine Hocker oder einen Yogablock. So verändert sich eure Haltung entsprechend.

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Was hilft bei Hämorrhoiden nach der Geburt?

Ein gut trainierter Beckenboden hilft gegen Hämorrhoiden. Wenige Wochen nach der Geburt könnt ihr mit sanftem Beckenbodentraining beginnen. Fragt eure Hebamme bei den Wochenbettbesuchen nach Tipps. Entwickeln sich die Hämorrhoiden erst später, könnt ihr ein gezieltes Beckenbodentraining absolvieren.

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Was hilft bei Schmerzen bei Hämorrhoiden nach der Geburt?

Kühlung verspricht Linderung. Aber bitte haltet keinen Eisbeutel an die juckende Stelle. Es geht wirklich um Kühlung, nicht um Erfrieren. Schlagt das tiefgekühlte Kissen lieber mehrfach in ein sauberes Handtuch oder eine Mullwindel ein und haltet euch das an die Hämorrhoiden.

Ein Tipp aus der familie.de Redaktion: Wasser in ein Kondom füllen und dieses ins Eisfach legen. Wenn alles durchgefroren ist, könnt ihr es ebenfalls in ein Tuch einschlagen und dieses auf Dammriss und Hämorrhiden legen. So verschafft ihr euch gleichzeitig für zwei Sorgenfelder Erleichterung.

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Nicht reiben. Achtet auf eine gute Hygiene, aber reibt mit dem Klopapier nicht zu fest über den After. Stattdessen könnt ihr eine Po-Dusche nutzen oder einfach lauwarmes Wasser zur Säuberung verwenden.

Salben mit Hamamelis können euch Linderung verschaffen. Besprecht den Einsatz dieser frei verkäuflichen Salben aber unbedingt mit der Hebamme oder einer Ärztin.

Natürlich gibt es auch Medikamente mit Cortison, die zum Einsatz kommen können. Diese Salben werden euch aber verschrieben und sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder einer Hebamme genutzt werden.

Wann verschwinden Hämorrhoiden nach der Geburt?

Im besten Fall verschwinden die Hämorrhoiden nach der Geburt von allein wieder. Dann müsst ihr euch nur darum kümmern, dass eure Beschwerden gelindert werden. Verschwinden sie nicht, müsst ihr mit eurer Hebamme und eurer Ärztin das weitere Vorgehen besprechen. Manchmal müssen Hämorrhoiden operativ entfernt werden. Bevor das geschieht, können auch Verödungen oder Vereisungen besprochen werden. Wichtig ist, dass ihr euch auch in diesem Punkt gut um euch kümmert und nicht aus falscher Scham auf Hilfe verzichtet.

Welcher Arzt bei Hämorrhoiden nach der Geburt?

Zunächst ist eure Hebamme für euch eine gute Ansprechpartnerin. Wenn ihr keine habt, dann wendet euch an eure Frauenärztin oder euren Frauenarzt. Im Zweifelsfall wird hier entschieden, ob ihr Unterstützung von einem Proktologen benötigt. Sollte das der Fall sein, bekommt ihr eine Überweisung dafür.

Lasst euch helfen bei Hämorrhoiden nach der Geburt

Wichtig ist, dass ihr euch helfen lasst. Ihr müsst nicht allein mit den Hämorrhoiden nach der Geburt fertig werden. Vertraut euch eurer Hebamme an. Sie kann drauf schauen und einschätzen, wie ihr weiter verfahren könnt. Im Wochenbett solltet ihr auf euch und euer Baby achten, und nicht durch Juckreiz oder Schmerzen dauernd an Hämorrhoiden erinnert werden.

Andrea Zschocher
Das sagtAndrea Zschocher:

Mein Fazit

Ich kann verstehen, dass das vielleicht ein Thema ist, über das Frauen nicht so gern sprechen. Es ist intim, es ist schambehaftet. Aber tatsächlich kann eben nur geholfen werden, wenn es angesprochen wird. Deswegen appelliere ich unbedingt an alle: Über den Schatten springen und sagen was Sache ist. Dann verläuft das Wochenbett hoffentlich auch entspannter.

Bildquelle: getty images / Doucefleur

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