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Warum die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft so wichtig ist

Warum die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft so wichtig ist

Schutz fürs Baby

Keuchhusten kann für Säuglinge eine lebensbedrohliche Krankheit sein. Das belegen zahlreiche Studien. Die STIKO hat deshalb ihre Impfempfehlung im Jahr 2020 entsprechend angepasst. Jetzt ist die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft eine Kassenleistung in der Schwangerschaft. Warum der Piecks für Schwangere ungefährlich ist und wie die Impfung Mutter und Kind schon vor der Geburt schützt.

Warum Keuchhusten für Babys so gefährlich ist

Keuchhusten bzw. Pertussis ist auf der ganzen Welt immer noch eine häufige Erkrankung bei Kindern und Säuglingen. In Deutschland gibt es jährlich ca. 12.000 Fälle von Keuchhusten und die Zahlen stiegen in den vergangenen Jahren wieder an. Säuglinge von wenigen Monaten, die mit der Krankheit im Krankenhaus behandelt wurden, hatten nicht selten schwere Komplikationen wie Lungenentzündungen, Mittelohrenentzündungen oder Krampfanfälle und können auch daran sterben.

Kinder, die an Keuchhusten erkranken, leiden unter quälenden Hustenattacken und zähem Schleim in den Lungen, den sie nicht loswerden können. Daher ist eine Pertussis-Erkrankung immer sehr gefährlich für Babys. Eine Impfung der Schwangeren kann das Baby aber schon vorgeburtlich dagegen schützen.

Studien belegen: Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft schützt Neugeborene deutlich besser

Hohe Keuchhusten-Impfquoten von Frauen ein paar Jahre vor der Schwangerschaft, führten nicht zu dem notwendigen Nestschutz der Mehrzahl der Säuglinge. Der Grund: Die Antikörper nehmen nach der Schwangerschaft deutlich schneller ab. Daher ist es notwendig, dass sich werdende Mütter in der Schwangerschaft impfen lassen, um so auch das Ungeborene zu schützen.

Die Impfung sollte am besten in jeder Schwangerschaft aufgefrischt werden, denn: "Ohne eine erneute Impfung ist daher ein Nestschutz für den Säugling in den ersten Lebensmonaten durch eine Übertragung von mütterlichen Pertussisantikörpern vor der Geburt sehr unwahrscheinlich." So die Ständige Impfkommission.

Mütter, die in ihrer Schwangerschaft bereits die Keuchhusten-Impfung erhielten, bekamen Forschungen nach deutlich seltener Säuglinge, die an Keuchhusten erkrankten.

"Eine Impfung während der Schwangerschaft führt dagegen zu hohen Antikörperkonzentrationen bei der Schwangeren und dem Neugeborenen. Die Wirksamkeit der mütterlichen Pertussisimpfung für den Schutz des Säuglings vor Pertussis in den ersten 2–3 Lebensmonaten lag laut einem Review in einer Vielzahl von Studien bei 90 %."

Ärzteblatt

Bis wann sollte die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft erfolgen?

Eine Impfung für Säuglinge ist erst ab dem Alter von zwei Monaten möglich. Daher ist es so wichtig, dass die Keuchhusten-Impfung bereits in der Schwangerschaft erfolgt, damit das Baby vom Nestschutz der Mutter profitieren kann. Die Impfung sollte laut STIKO in den letzten Monaten der Schwangerschaft durchgeführt werden, genauer gesagt ab der 28. Schwangerschaftswoche.

Wenn bei euch eine Frühgeburt wahrscheinlich ist, solltet ihr im zweiten Drittel der Schwangerschaft die Impfung erhalten. Zudem sollte die Keuchhusten-Impfung in jeder erneuten Schwangerschaft aufgefrischt werden, auch wenn die Mutter zwischendurch eine Keuchhusten-Impfung erhalten hat. Nur dann ist die Antikörperkonzentration im Körper ausreichend hoch, um den wichtigen Schutz an das Baby weiterzugeben. Sprecht am besten eure behandelnde Gynäkologin darauf an.

Keuchhusten-Impfung als Leistung im Mutterpass

Die Keuchhusten-Impfung gehört seit 2020 zu den Schutzimpfungen, die von der Krankenkasse gezahlt werden. Da der GBA (Gemeinsame Bundesausschuss) die Empfehlung der STIKO umgesetzt hat, haben die Krankenkassen seitdem die Pertussis-Impfung in ihren Katalog der Schutzimpfungen aufgenommen und bezahlen jeder Schwangeren diese Leistung.

Zusätzlich sollten laut STIKO-Empfehlung auch alle Personen, die zur Familie und zum engen Kontaktkreis des Babys gehören, Anspruch auf die Impfleistung haben. Wenn du aktuell schwanger bist oder ihr gerade an der Familienplanung arbeitet, dann fragt am besten eure Gynäkologin oder den Gynäkologen nach der Kassenleistung und sprecht ihn oder sie auf die Impfung an.

Katja Nauck

Wichtiger Schutz

Als ich 2018 schwanger war, hat meine Frauenärztin lediglich geprüft, ob mein Impfschutz gegen Keuchhusten erfolgte. Aufgefrischt wurde er nicht. Nach der aktuellen Studienlage finde ich es gut, dass diese wichtige Impfung jetzt während jeder Schwangerschaft aufgefrischt werden sollte und auch als Leistung von der Krankenkasse bezahlt wird. Jede werdende Mutter hat damit die Möglichkeit ihr Baby von Anfang an den wertvollen Nestschutz mitzugeben. Bei Bedenken gegenüber Impfungen in der Schwangerschaft sprecht ihr am besten eure behandelnden Ärzte an und informiert euch gut. Auch der Bundesverband der Frauenärzte e.V. empfiehlt die Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft.

Ist die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft gefährlich?

Werdende Mütter wollen sich und das Neugeborene so gut es geht schützen. Daher sind Unsicherheiten bezüglich Impfungen erst einmal verständlich. Laut einer Umfrage haben sich viele Schwangere gar nicht gegen Keuchhusten impfen lassen, weil sie negative Auswirkungen auf das Baby befürchteten. Diese Ängste sind aber laut mehrerer Studien unbegründet: Der Pertussisimpfstoff ist ein Kombinationsimpfstoff von Keuchhusten, Tetanus und Diphterie. In einem Review zur Sicherheit der Impfung in der Schwangerschaft tauchte Fieber sehr selten als unerwünschte Wirkung auf, jedoch in vergleichbarer Höhe auch bei nicht-schwangeren Frauen. Insgesamt konnte die Studienlage zeigen, dass die Keuchhusten-Impfung der Schwangeren sicher ist.

Welche Impfungen sind in der Schwangerschaft noch wichtig?

Neben Keuchhusten wird auch die Grippe-Impfung, eine Impfung gegen Hepatitis-B und ganz neu die Corona-Impfung in der Schwangerschaft empfohlen. Möglich sind diese Totimpfstoffe, weil es keine Kontraindikationen während der Schwangerschaft gibt und diese keine negativen Auswirkungen auf den Säugling haben. Im Gegenteil: Das Baby profitiert schon vor der Geburt von den wichtigen Antikörpern, die von der Mutter auf den Embryo übergehen. Weitere Details dazu findet ihr hier:

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Bildquelle: Getty Images/dragana991

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