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Grippeimpfung in der Schwangerschaft: Warum sie so wichtig ist

Vorsicht!

Grippeimpfung in der Schwangerschaft: Warum sie so wichtig ist

Wir haben alle Fakten, welche Risiken die Grippeimpfung in der Schwangerschaft mit sich bringt, warum sie so wichtig ist und was du beachten solltest.

Mit Baby im Bauch machen wir uns Gedanken um alles - zu Recht! Wir haben alle Infos zur Grippeimpfung für dich.

So aufregend eine Schwangerschaft auch ist, genauso viel gibt es manchmal zu bedenken und nicht immer ist die Entscheidung einfach. So wird die Grippeimpfung für Schwangere ausdrücklich empfohlen und als sicher eingestuft - und trotzdem haben manche ein mulmiges Gefühl, wenn der Impftermin dann ansteht. Wir haben alle Fakten zum Thema.

Wie sicher ist die Grippeimpfung in der Schwangerschaft?

Sowohl die WHO, die STIKO und der Verband deutscher Frauenärzte geben die gleiche, klare Empfehlung: Schwangere Frauen sollten sich gegen die Grippe impfen lassen, um sich selbst, die Schwangerschaft und ihr ungeborenes Kind zu schützen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung fasst es im Detail so zusammen:

“Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt allen gesunden Schwangeren die Grippeimpfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat. Schwangere mit chronischen Grunderkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck sollten sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel gegen Grippe impfen lassen. Die Grippeimpfung für Schwangere bietet nachweislich einen wirksamen Schutz für Mutter und Kind.“

Wann sollte ich mich in der Schwangerschaft gegen Grippe impfen lassen?

Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung noch vor Beginn der Grippewelle, im Oktober und November. Was ist aber, wenn du zu Beginn dieser Frist noch im ersten Trimester bist? Auch dann ist die Impfung empfehlenswert und wird als unbedenklich eingestuft. Zudem sind auch die Risiken mit denen einer Grippe-Infektion in der Frühschwangerschaft abzuwägen, denn hohes Fieber und bakterielle Folgeerkrankungen können das Risiko einer Fehlgeburt stark erhöhen.

Warum besteht die eindeutige Empfehlung dann erst ab dem 4. Monat? Zahlreiche Studien zeigen, dass von der Grippeimpfung keine Risiken in der Schwangerschaft ausgehen - allerdings basieren die meisten von ihnen, wie fast alle Schwangerschaftsstudien, auf Teilnehmerinnen ab dem 2. Trimester. Das macht in dem Hinblick Sinn, dass in den ersten drei Monaten ohnehin ein höheres Fehlgeburtsrisiko besteht, heißt aber nicht, dass die Impfung im frühen Schwangerschaftsstadium einen negativen Effekt hat - was die Erfahrungswerte der meisten Mediziner bestätigen können. Die Gesundheitsämter und Frauenarzt-Verbände anderer Nationen wie den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland empfehlen die Grippeimpfung sogar ausdrücklich auch im ersten Trimester.

Warum sollte man sich in der Schwangerschaft gegen Grippe impfen lassen?

1. Gesenktes Risiko einer Frühgeburt, Fehlgeburt und Stillgeburt

Die Grippe ist eine schwer verlaufende Virusinfektion, die besonders für Immungeschwächte starke Risiken birgt. Da in der Schwangerschaft dein Immunsystem stark herunterfährt, um die Entwicklung deines Babys zu ermöglichen, gehörst du also auch als Schwangere zur Risikogruppe. Laut Berufsverband der Frauenärzte ist das Risiko, an der Grippe zu erkranken nicht unbedingt höher, der Verlauf kann aber viel schwerer sein und auch folgende bakterielle Infektionen wie Lungenentzündungen sind häufiger. Da der Körper auf starke Krankheit und Stress mit vorzeitigen Wehen reagiert, erhöht sich somit das Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt eindeutig stark.

2. Gesenktes Risiko von Fehlbildungen

Anhaltendes hohes Fieber, wie es bei schweren Grippefällen typisch ist, kann sich auf die Bildung des Neuralrohrs und der Organe des Babys auswirken.

3. Immunschutz für das Baby

Lässt du dich in der Schwangerschaft gegen Grippe impfen, schützt du dein Kind nicht nur indirekt durch das Vermeiden von Schwangerschaftskomplikationen. Studien haben ergeben, dass ab dem Zeitpunkt der Geburt für die ersten sechs Monate auch für Babys ein Immunschutz gegen Grippe besteht, wenn die Mutter sich während der Schwangerschaft impfen ließ. Einige Studien zeigen sogar, dass diese Kinder auch im weiteren Leben weniger anfällig für Grippeviren waren und im ersten halben Jahr einen Nestschutz gegen andere Virusinfekte hatten. Besonders, wenn du vielleicht zu vorzeitigen Wehen neigst oder schon eine Frühgeburt hattest, kann die Impfung noch wichtiger sein: Frühgeborene Kinder, die an der Grippe erkranken entwickeln sehr häufig eine Lungenentzündung, die bei Frühchen tödlich enden kann.

Kann die Grippeimpfung Autismus hervorrufen?

Die kontroverse Studie, die einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus in den Raum stellte und auf die sich einige Impfgegner manchmal berufen, wurde seit ihrer Erscheinung 1998 großflächig von unabhängigen Studien und denen internationaler Gesundheitsämter widerlegt. Grund für den Aufruhr war das Quecksilber-basierte Konservierungsmittel Thiomersal, welches seither trotz dem fehlenden Zusammenhang mit Entwicklungsstörungen  nicht mehr in Impfstoffen verwendet wird.

Gibt es bedenkliche Inhaltsstoffe der Grippeimpfung?

Auch der Berufsverband der Frauenärzte gibt Entwarnung, dass die Grippeimpfung weder Quecksilber, noch Aluminium enthält. Die inaktiven Virusteilchen, die den Immunschutz auslösen, werden von der Plazenta abgewehrt und gelangen so nicht zum Baby. Auch die verwendeten Reinigungs- und Konservierungsstoffe werden aus dem Impfstoff herausgefiltert und sind so gering, dass sie laut dem BvF vernachlässigbar sind. So nehmen wir zum Beispiel über die Nahrung täglich mindestens fünfmal soviel Formaldehyd auf, als in einer Grippeimpfung vorhanden ist.

Welche Nebenwirkungen hat die Grippeimpfung in der Schwangerschaft?

Neben einer Rötung an der Impfstelle können eine erhöhte Temperatur, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen auftreten, die aber keinen Einfluss auf dein Baby haben und nur wenige Tage anhalten sollten.

Wann sollte man auf die Grippeimpfung in der Schwangerschaft verzichten?

Bei akuten Krankheiten wie z. B. einer Erkältung solltest du mit der Grippeimpfung abwarten, bis du wieder völlig gesund bist. Auch, wenn das bedeutet, dass die Impfung in die Grippezeit verlegt werden muss, ist sie dennoch absolut empfehlenswert. Einen weiteren Grund gibt es, dich nicht gegen die Grippe impfen zu lassen: Hast du eine Hühnereiweißallergie, ist der Impfstoff aufgrund der zur Anzüchtung der Viren benötigten Hühnereier nicht für dich geeignet.

Quellen:
BdF
BzVgA
WHO
CDC (USA)
ACOG (USA)
NSW Government
NHS (UK)

Bildquelle: Getty Images

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