Schwanger in der Probezeit – was nun?

Deine Rechte & Pflichten

Schwanger in der Probezeit – was nun?

Du hast gerade deinen Traumjob gefunden und bist noch in der Probezeit – da merkst du, dass du schwanger bist. Kann dich dein Chef jetzt fristlos kündigen?

Gerade hast du dich für deine Karriere entschieden und hast vielleicht nach langem Suchen endlich deinen Traumjob gefunden. Die Familienplanung wolltest du deshalb auch noch zurückstellen. Da merkst du, dass du schwanger bist. Sagst du es deinem Chef? Aber wie und wann? Welche Rechte und Pflichten hast du überhaupt als Schwangere in der Probezeit? Bevor du das Gespräch mit deinem Vorgesetzten führst, ist es gut, wenn du dich vorher informierst.

Schwangere Arbeitnehmerinnen genießen einen gesetzlich geregelten Schutz - auch in der Probezeit.

Besonderer Schutz für Mütter

Innerhalb der Probezeit kann ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer ohne Angaben von Gründen kündigen. Doch für Schwangere gelten andere Regeln. Sie stehen ab Beginn ihrer Schwangerschaft unter einem besonderen Schutz, fest verankert im Mutterschutzgesetz. § 17 darin regelt das Kündigungsverbot von berufstätigen werdenden Müttern. Mit eingeschlossen sind auch Schwangere in der Probezeit. Der Paragraph besagt, dass Frauen während der Schwangerschaft und mindestens vier Monate nach der Entbindung nicht gekündigt werden darf. Das gilt ebenso nach, wie auch während der Probezeit.

Gilt der Schutz auch rückwirkend?

Dieser Kündigungsschutz greift sogar dann, wenn dir bereits während der Probezeit gekündigt wird, du zu diesem Zeitpunkt aber noch nichts von deiner Schwangerschaft weißt. Informierst Du innerhalb von 14 Tagen nach Aussprechen der Kündigung deinen Chef über die Schwangerschaft, greift § 17 rückwirkend. Und selbst wenn die zweiwöchige Frist verstrichen ist, weil du über diesen Zeitpunkt hinaus nichts von deiner Schwangerschaft ahnst, hast du gute Chancen, dass dies anerkannt wird.

Wie ist es bei befristeten Verträgen?

Anders sieht der Kündigungsschutz bei befristeten Verträgen aus. Diese enden immer nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Frist, auch bei einer Schwangerschaft. Sollte dir dein Arbeitgeber von sich aus eine Vertragsverlängerung anbieten, darfst du deine Schwangerschaft bei den Verhandlungen verschweigen. Selbst, wenn er dich nach einer möglichen Schwangerschaft fragt, hast du das Recht zur Lüge. Diese Frage ist außerdem unzulässig. Du musst sie überhaupt nicht beantworten.

Gibt es Ausnahmen?

In der Kündigungsschutzregelung gibt es nur wenige Ausnahmen. Legal gekündigt werden kann zum Beispiel bei groben Fehlern seitens des Arbeitnehmers oder bei Unternehmensinsolvenz. Dennoch kannst du immer noch versuchen, rechtlich dagegen vorzugehen und solltest auch hier gute Chancen haben.

Der Kündigungsschutz gilt übrigens auch für Frauen, die eine Fehlgeburt nach der 12. Woche erlitten haben.

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