Risiken und Folgen einer unbewussten Schwangerschaft

Auch wenn die Gründe für die Verdrängung der Schwangerschaft von Frau zu Frau unterschiedlich sind, eins ist bei allen gleich: sie gehen mit großen Risiken einher.

Jede verdrängte Schwangerschaft ist eine Risikoschwangerschaft

Eines haben alle verdrängten Schwangerschaften gemeinsam: sie sind immer Risikoschwangerschaften. In erster Linie, weil die werdende Mama nichts von ihrem heimlichen Bauchbewohner weiß und dementsprechend keine Rücksicht auf seine Gesundheit nimmt. Vielleicht raucht sie und trinkt Alkohol oder nimmt starke Medikamente ein. Sie lebt ihr Leben einfach normal weiter, ohne die besondere Vorsicht, die Schwangeren geboten ist. Dazu kommt, dass die Schwangerschaft nicht überwacht wird, es keine Vorsorgeuntersuchungen gibt. Nicht zuletzt deshalb sind Babys aus verdrängten Schwangerschaften meist besonders klein, kommen häufig zu früh zur Welt und müssen nach der Geburt oft intensivmedizinisch betreut werden. Hinzu kommen die Fälle, in denen die Mutter von der Geburt ihres Kindes überrascht wird und es zum Teil ohne Vorkenntnisse allein zur Welt bringt. Man möchte sich diese Situation gar nicht vorstellen! Zur gesundheitlichen Gefahr dieser Überraschungsgeburten für Mutter und Kind kommt noch der psychischeSchockzustand der Mutter, der zu dramatischen Situationen führen kann.

Wichtig ist die psychologische Betreuung der Mutter

Sollte eine Frau erst im fortgeschrittenen Stadium von ihrer Schwangerschaft erfahren, geht ihr viel Zeit für die Vorbereitung auf das Baby verloren. Plötzlich ist sie schwanger und kurze Zeit später auch schon Mutter. Die vielen Schwangerschaftswochen, in denen sich eine Frau normalerweise mental und emotional auf die Mutterrolle vorbereitet und schon eine erste Bindung zum Baby aufbaut, bleiben den Betroffenen einer verdrängten Schwangerschaft verwehrt. Dazu kommt der Schock, vom eigenen Zustand nichts gewusst zu haben und vielleicht das schlechte Gewissen, nicht besonders gesund gelebt zu haben. Eventuell will sie auch kein Kind, was einen weiteren riesigen emotionalen Konflikt erzeugt, den sie innerhalb kürzester Zeit verarbeiten muss.
Deshalb ist es wichtig, dass die Frauen umfassend psychologisch und medizinisch betreut werden, vor wie nach der Geburt. Im Fokus der Maßnahmen sollten neben der Gesundheit von Mutter und Kind auch die Unterstützung bei der emotionalen Verarbeitung und beim Bindungsaufbau der beiden stehen.
Auch wenn das alles sehr dramatisch und negativ klingt: In den seltensten Fällen sind Kinder aus verdrängten Schwangerschaften ungewollt. Nur etwa ein Drittel der Babys werden nach der Geburt zur Adoption freigegeben. Bedenkt man die Umstände und die Tatsache, dass einige Frauen bei der Geburt fast selbst noch Kinder sind, ist das eine recht niedrige Zahl. Meistens sind die Babys den Müttern doch willkommen. Und noch etwas zeigen Wessels Studien und spätere Untersuchungen: Die betroffenen Frauen sind keinesfalls schlechtere Mütter als andere, vor allem nicht, wenn sie die notwendige Unterstützung erhalten.


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