Präimplantations­diagnostik – die aktuelle Rechtslage

Kinderwunsch

Präimplantations­diagnostik – die aktuelle Rechtslage

Jahrelang wurde um das Gesetz zur Präimplantationsdiagnostik (PID) gerungen. Jetzt ist der Weg frei, das Erbgut von Embryonen untersuchen zu lassen. Seit 2014 gilt die Verordnung zur Präimplantationsdiagnostik in Deutschland.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte die Gentests an Embryonen im Jahr 2010 in bestimmten Fällen für zulässig erklärt – zum Beispiel bei schweren Erbkrankheiten. Die dafür nötige Verordnung gilt seit dem 1. Februar 2014. Damit ist es Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch in engen Grenzen erlaubt, das Erbgut der Embryonen untersuchen zu lassen. Paare können die PID kann nach einer künstlichen Befruchtung durchführen lassen, wenn ihre Erbanlagen eine Tot- oder Fehlgeburt oder eine schwere Krankheit des Kindes wahrscheinlich machen.

Wie kam es zu dem Präimplantationsdiagnostik-Urteil des BGH?

Ein Berliner Frauenarzt hatte bei drei Paaren mit erblicher Vorbelastung nach einer künstlichen Befruchtung die

Embryonen untersucht und den Frauen nur die eingesetzt, die nicht Träger der kranken Gene waren. Die anderen wurden „aussortiert“. Daraufhin hat sich der Mediziner selbst angezeigt, um für rechtliche Klarheit zu sorgen. Der Bundesgerichtshof sprach den Mediziner frei und forderte eine eindeutige rechtliche Regelung.

Präimplantationsdiagnostik zur Vermeidung genetischer Schäden

Die Entscheidung des BGH aus dem Jahr 2010 besagt, dass die Präimplantationsdiagnostik bei künstlich befruchteten Embryonen zur Vermeidung von schweren genetischen Schäden und Erbkrankheiten nicht strafbar ist.

Ein Jahr später, im Juli 2011, stimmte der Bundestag einem überparteilichen Gesetzentwurf – und damit einer Änderung des Embryonenschutzgesetzes - zu. Damit blieb die PID weiterhin im Grundsatz verboten. Für Ausnahmen wurden enge Grenzen gesetzt. Bislang fehlt für diese Ausnahmen (wenn eine schwerwiegende Erbkrankheit oder eine Früh- oder Totgeburt zu befürchten ist) die Rechtsverordnung.

Aktuelle Rechtslage bei der Präimplantationsdiagnostik?

Die Verordnung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) wird Anfang Februar 2014 in Kraft treten. Wer eine PID durchführen lassen möchte, benötigt dazu die Bewilligung einer sogenannten Ethikkommission. Durchgeführt wird die PID dann in ausgewählten Kinderwunsch-Zentren mit einer speziellen PID-Zulassung. Für die genaue Umsetzung sind die Länder verantwortlich.

Noch sind die Ethikkommissionen allerdings nicht gebildet, und es steht auch bislang nicht fest, welche Kinderwunsch-Zentren die PID-Erlaubnis bekommen. Momentan schaut es aus, als würde es zwei Ethik-Kommissionen geben, die länderübergreifend arbeiten. Es gibt keine Frist, bis wann die Länder die Ethikkommissionen gebildet und die PID-Zentren zugelassen haben müssen.

Nach wie vor verboten bleiben die Geschlechtswahl und die Selektion von Embryonen anhand genetischer Merkmale, um die Geburt einer "Wunschtochter" oder eines "Wunschsohnes" zu ermöglichen.

Wie setzen sich die Ethik-Kommissionen zusammen?

Jede Ethikkommission soll acht Mitglieder haben: Vier Mediziner, einen Ethikexperten, einen Juristen und zwei Vertreter von Behinderten-, bzw. Patienteninteressensverbänden. Die Gremien entscheiden in jedem Einzelfall darüber, ob ein Paar die PID machen lassen darf oder nicht.

➤ Die PID-Verordnung im genauen Wortlaut mit allen Details findet man hier.

Bildquelle: Thinkstock

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