Ischias in der Schwangerschaft: Das hilft gegen die fiesen Schmerzen

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Ischias in der Schwangerschaft: Das hilft gegen die fiesen Schmerzen

Viele werdende Mütter kennen die ziehenden und brennenden Schmerzen nur zu gut: Der Ischias meldet sich in der Schwangerschaft oft quälend zu Wort. Was dagegen hilft, hat unsere selbst betroffene familie.de-Autorin getestet.

Was ist der Ischias eigentlich?

Als Ischias wird umgangssprachlich der Ischiasnerv bezeichnet, der in der Lendenwirbelsäule beginnt und über den Gesäßmuskel und das Kniegelenk hinunter in den Fuß verläuft. Er ist der stärkste Nerv im ganzen Körper und bis zu einen Meter lang. Macht er Zicken, dann ist das äußerst schmerzhaft.

Warum leiden besonders viele Schwangere unter Ischiasschmerzen?

Durch den wachsenden Babybauch trägst du eine Menge zusätzliches Gewicht mit dir herum, das du nicht gewohnt bist. Je größer das Ungeborene wird, desto stärker wird der Druck auf dein Becken. Besonders wenn du dich nicht genug bewegst oder deine Gesäßmuskulatur nicht besonders stark ist, wird der Ischiasnerv zunehmend gereizt. Die Folge: fiese, oft einseitige Schmerzen.

Jede Bewegung tut dann weh und instinktiv verfallen die meisten werdenden Mamas in eine Schonhaltung. Ein böser Fehler, denn so wird der Ischias noch weniger entlastet. Und die Schmerzen werden schlimmer und schlimmer.

Viele Schwangere sind von Ischias-Schmerzen betroffen

Was kann man gegen den schmerzenden Ischias in der Schwangerschaft tun?

Dich quält der Ischiasnerv? Wenn du nicht schwanger wärst, würdest du wohl als allererstes zur Schmerztablette greifen. Doch bestimmt willst du jetzt so wenig wie möglich und nur im absoluten Notfall Paracetamol oder Ibuprofen zu dir nehmen. Zum Glück gibt es ein paar Dinge, die du trotzdem gegen die Ischiasschmerzen tun kannst. Und die auch gut geeignet sind, späteren Ischiasbeschwerden vorzubeugen.

1. Richtige Haltung

Wie oben schon erwähnt: Absolut falsch wäre, jetzt in eine Schonhaltung zu verfallen, da diese die Beschwerden noch verstärkt. Achte also unbedingt auf eine aufrechte Haltung.

2. Bewegung

Wahrscheinlich erscheint dir Gedanke an Sport geradezu grotesk, wenn du wegen der Ischiasschmerzen es gerade noch so schaffst, dich vom Sofa ins Bett zu quälen. Doch tatsächlich hilft moderate Bewegung am besten dagegen. Gut geeignet: Spazierengehen, Schwimmen oder Walken. Denn der Ischiasnerv erfährt Entlastung, wenn die verkrampften Muskeln gelockert werden.

Auch Yoga und Gesäßmuskel- und Dehnungsübungen sind eine super Sache, um den Schmerzen den Kampf anzusagen. Welche Übungen am besten geeignet sind, kann dir ein Yogalehrer oder Physiotherapeut zeigen. Vielleicht ist spätestens jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, dich fürs Schwangerschaftsyoga anzumelden?

3. Wärme

Wärme tut deinem Ischiasnerv gut! Werden die Schmerzen akut, mache dir also am besten direkt eine Wärmflasche und lege sie auf die betroffene Stelle. Auch ein warmes Bad hilft.

4. Massagen

Auch Massagen können bei Ischiasschmerzen in der Schwangerschaft Wunder wirken. Bevor du den Profi ranlässt, kannst du auch erst einmal versuchen, dir selbst zu helfen. Bestens dafür geeignet ist ein Igelball*, den du entweder online, im Reformhaus oder manchmal auch in der Apotheke bekommst.

Damit kannst du den schmerzenden Bereich entweder selbst – eventuell mit Hilfe einer Wand – massieren oder eine andere Person darum bitten.

5. Akupunktur

Deine Ischiasschmerzen sind immer noch da? Gute Resultate bringt auch eine Akupunktur-Behandlung.

Persönliches Fazit unserer im sechsten Monat schwangeren Autorin Angelika: Was hilft wirklich?

"Seit ein paar Wochen sind sie wieder da: Die gemeinen Ischiasschmerzen, die ich schon aus meiner ersten Schwangerschaft kenne, die ich aber irgendwie – wie das meiste – erfolgreich verdrängt hatte. Besonders abends tut jede Bewegung weh, jedes Aufstehen wird zur Mammutaufgabe.

Was bei mir wirklich gut hilft: Yoga und Laufen. Und ganz viel Wärme. Der Wasserkessel pfeift inzwischen drei, vier, fünf Mal am Tag, die Wärmflasche ist zu meinem besten Freund geworden. Während ich diesen Text schreibe, sitze ich mit meiner linken Pobacke auf ihr, die rechte habe ich mit einer Decke unterpolstert, um nicht schief und krumm am Schreibtisch zu hängen.

Seit gestern ist auch ein Igelball im Einsatz. Um effektiv an die schmerzenden Stellen zu kommen, muss man bei der Massage allerdings ganz schön fest draufdrücken. Das geht allein nicht so gut. Zum Glück helfen der zweijährige Sohn und sein Papa. Wahrscheinlich ein reichlich absurder Anblick. Aber wenn's hilft..."

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Bildquelle:

Getty Images

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