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Babyfell

Lanugobehaarung: Warum die Baby-Wollhaare vor und nach der Geburt wichtig sind

© Getty Images/ Irina Zharkova
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Unsere Kinder kommen alle ganz verschieden auf die Welt: mit oder ohne Wuschelkopf, groß oder klein, pummelig oder zart und manchmal ohne und manchmal mit etwas mehr Körperbehaarung. Was sind das für Haare da auf Rücken und Armen? Nichts Schlimmes! Sondern nur die Reste der sogenannten Lanugobehaarung, die alle Ungeborenen in der im Bauch der Mama einhüllt. Wozu der Fötus diese Wollhaare braucht und wann sie wieder verschwinden.

In der Gebärmutter hat das Ungeborene eine zarte Ganzkörperbehaarung, die erst kurz vor der Geburt wieder verschwindet – manchmal aber eben auch nicht. Diese pigmentlose Behaarung wird Lanugo genannt. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort lana = Wolle ab, weshalb dieser Flaum auch Wollhaar genannt wird.

Warum und wann wächst dem Baby vor der Geburt das Lanugohaar?

Das Lanugohaar oder auch die Lanugobehaarung ist ein Überbleibsel unserer behaarten Vorfahren. Dennoch sind die Haare auch heute nicht nutzlos, sondern erfüllen einen wichtigen Zweck für das Baby im Mutterleib. Die Lanugohaare bilden sich etwa zwischen der 14. SSW und der 16. SSW am gesamten Körper des Kindes. In dieser Phase der Schwangerschaft ist die Haut des Fötus noch so dünn, dass Adern und auch Knochen deutlich durchscheinen. Zusammen mit der wasserundurchlässigen Käseschmiere bildet die Lanugobehaarung eine schützende Isolierschicht für die empfindliche Haut. Der Flaum aus Wollhaaren sorgt dafür, dass die Haut des Fötus im Fruchtwasser nicht aufweicht. Außerdem helfen die Härchen dem Baby bei der Wärmespeicherung, schützen vor Druck und Schall.

Wann verschwindet die Lanugobehaarung wieder?

Nicht alle Babys kommen mit einer deutlich erkennbarer Lanugobehaarung auf die Welt. Mit fortschreitender Schwangerschaft wird das Baby größer und auch das Unterhautfettgewebe bildet sich mehr und mehr aus. Die Haut des Fötus wird dicker und robuster und braucht seine schützende Isolierschicht nicht mehr. Das bedeutet auch, dass die Lanugobehaarung überflüssig wird. Der Körper stößt sie nach und nach ins Fruchtwasser ab. Das geschieht in der Regel zwischen der 30. SSW und der 32. SSW. Bis zur Geburt ist der größte Teil der Lanugohaare ausgefallen. Nur an den Ohrmuscheln, am oberen Rücken oder an den Schulterpartien bleibt manchmal auch nach der Geburt noch ein kleiner Flaum zurück. Aber auch den verliert das Baby noch im ersten Lebensmonat komplett.

Was passiert mit den Lanugohaaren im Fruchtwasser?

Haare im Fruchtwasser? Das klingt erst mal irgendwie eklig. Schließlich schluckt das Baby das Fruchtwasser auch. Ja, ihr ahnt es: Es wird vermutet, dass das Baby im Mutterleib die abgestoßenen Lanugohaare zusammen mit dem Fruchtwasser verschluckt. Das ist vollkommen natürlich und schadet dem Kind nicht. Im Gegenteil. Man geht davon aus, dass das in den Haaren enthalten Keratin, den Darm anregt. Außerdem bilden die verschluckten Lanugohaare zusammen mit Darmzellen, Gallenflüssigkeit und ebenfalls verschluckter Käseschmiere das Kindspech oder Mekonium. Dieser erste Darminhalt regt die Darmperistaltik, also die Muskeltätigkeit des Darms des Babys, an. Er wird innerhalb der ersten Lebenstage als sehr dunkler, fast schwarzer Stuhlgang ausgeschieden.

Lanugobehaarung als Reifezeichen

Lanugohaare bei Frühchen

Die Ausprägung der Lanugobehaarung bei der Geburt ist auch ein Reifegradmesser für das Kind: Ist die Behaarung nach der Geburt noch deutlich vorhanden, ist das oft ein Indikator dafür, dass das Baby zu früh geboren wurde. So sind Frühchen meist noch am ganzen Körper mit ihrem Flaum bedeckt. Ihnen hilft Lanugo, Körperwärme besser zu halten.

Lanugohaare bei reifgeborenen Babys

Babys, die rund um den errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen, haben zur Wärmespeicherung ein gutes Fettpolster. Daher brauchen sie die Extra-Härchen nicht. Das heißt: Je weniger Babyflaum und je weniger Käseschmiere bei der Geburt vorhanden ist, desto reifer ist das Baby.

Lanugobehaarung bei Erwachsenen

Auch bei Erwachsenen kann sich die Lanugobehaarung wieder ausbilden. Folgende Erkrankungen können zu einem Wachstum der Lanugohaare bei Erwachsenen führen:

  • Magersucht
  • Bösartige Tumore
  • die Einnahme bestimmter Medikamente

Dabei wachsen die Wollhaare hauptsächlich auf Armen, Rücken und im Gesicht. Gemein haben Betroffene in den ersten beiden Fällen in der Regel ein sehr bis extrem niedriges Körpergewicht. Wie schon bei den Frühchen will sich der Körper, dem die wärmende Fettschicht fehlt, mit den Wollhaaren vor einem zu hohen Wärmeverlust schützen. Bei den Medikamenten, die ein erneutes Auftreten der Lanugobehaarung hervorrufen, handelt es sich um Nebenwirkungen.

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