Alleskönner Nabelschnurblut

Mit dem ersten eigenen Atemzug braucht das Baby seine Nabelschnur nicht mehr. Aber eigentlich ist sie zu wertvoll, um sie mit dem Klinikabfall zu entsorgen. Nabelschnurblut zu spenden ist eine gute Alternative.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Sobald das Baby auf der Welt ist und selbstständig zu atmen beginnt, lässt der Blutstrom in der Nabelschnur schlagartig nach. Kurz danach wird die Nabelschnur zweifach abgeklemmt. Nachdem sie wenige Minuten später aufgehört hat zu pulsieren, wird sie durchtrennt. Dass die Nabelschnur ein sehr starkes Band ist, wird vielen Vätern klar: Denn fast jeder ist ziemlich überrascht, wie viel Kraft man braucht, um die Nabelschnur zu durchtrennen.


Nabelschnurblut spenden kann anderen das Leben retten!


© Thinkstock
Was danach mit der Nabelschnur passiert, ist Ihre Entscheidung. Inzwischen wird oft gefragt, ob Sie die Nebelschnur oder das Nabelschnurblut spenden möchten. Das Blut der Nabelschnur enthält Stammzellen, die z.B. für die Therapie von Leukämie eingesetzt werden. Sie können das Blut völlig schmerz- und problemlos an eine der sieben öffentlichen Stammzellbanken spenden.

Nabelschnurblut FAQ
  • 1 / 13
    Was ist Nabelschnurblut?

    Nabelschnurblut ist das Blut, das nach der Abnabelung des Babys in der Nabelschnur verbleibt. Dieser Teil der Nabelschnur wird zusammen mit dem Mutterkuchen normalerweise entfernt.

  • 2 / 13
    Warum ist Nabelschnurblut wertvoll?

    Im Nabelschnurblut findet man Blutstammzellen. Diese Stammzellen sind besonders aktiv und jugendlich. So reichen nur wenige dieser Zellen aus, um ganz besonders Kinder aber auch Erwachsene erfolgreich damit zu transplantieren. Außerdem sind diese Zellen nicht so wählerisch, so dass sie sich an das Immunsystem eines Menschen anpassen können.

  • 3 / 13
    Ist eine Nabelschnurblutentnahme gefährlich für mein Kind?

    Nein, die Entnahme des Nabelschnurblutes erfolgt nachdem Ihr Kind von Ihrem Arzt beziehungsweise Ihrer Hebamme versorgt wurde.

  • 4 / 13
    Wann und wie wird das Blut der Nabelschnur entnommen?

    Das Nabelschnurblut wird nach der Geburt aus der Nabelschnurvene steril gewonnen und in einen sterilen Transfusionsbeutel übergeführt.

  • 5 / 13
    Wo wird Nabelschnurblut gelagert?

    Damit die Stammzellen überleben, muss das Nabelschnurblut kontrolliert unter Zusatz von Schutzmitteln tiefgefroren und dann in entsprechenden Stickstofftanks gelagert werden. Dort können diese Zellen teilweise jahrzehntelang gelagert werden, ohne dass sie dabei zerstört werden.

  • 6 / 13
    Wie sinnvoll ist es, Nabelschnurblut spenden?

    Die Einlagerung von Nabelschnurblut in öffentliche, nicht kostenpflichtige Nabelschnurbanken, wo sie dann allen zur Verfügung stehen, die eine Transplantation brauchen, ist sehr sinnvoll. Durch die jugendlichen Nabelschnurblutzellen kann auch ein Mensch transplantiert werden, der sonst weltweit aus über 17 Millionen freiwilligen Spendern keinen passenden Spender finden konnte.

  • 7 / 13
    Wie sinnvoll ist es, Nabelschnurblut für das eigene Kind einzulagern?

    Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist der Nutzen der Einlagerung von Nabelschnurblut für das eigene Kind nicht abschließend gesichert. Man weiß heute, dass die Zellen, die später im Leben zu einer Leukämie führen, bereits im Nabelschnurblut bei Geburt gefunden werden können. Auch genetische Erkrankungen Ihres Kindes, die man durch eine Stammzelltransplantation heilen könnte, betreffen natürlich auch die eignen Nabelschnurblutstammzellen. In beiden Fällen kann man diese Erkrankungen mit dem eigenen Nabelschnurblutstammzellen nicht heilen.

  • 8 / 13
    Sollte man Nabelschnurblut spenden?

    Je mehr Nabelschnurblutstammzellen zur Verfügung stehen umso leichter ist es, einem lebensbedrohlich erkrankten Patienten zu helfen. Wenn es an der jeweiligen Entbindungsklinik angeboten wird, dann wäre es sehr wünschenswert.

  • 9 / 13
    Bei welchen Therapien wird Nabelschnurblut heute bereits eingesetzt?

    Mit diesen Transplantationen können gut- und bösartige Erkrankungen der Blutbildung, vor allem verschiedene Formen der Leukämie, Erkrankungen mit Knochenmarksversagen, Immundefekte vor allem bei Kindern und verschiedene andere Stoffwechselerkrankungen von Kindern behandelt werden.

  • 10 / 13
    Welche Therapie-Möglichkeiten sieht man in der Zukunft?

    Die Hoffnung, mit blutbildenden Stammzellen auch Stammzellen für andere Organe transplantieren zu können und damit deren Schäden reparieren zu können, haben sich nur bedingt in experimentellen Modellen erfüllt. Es ist heute unklar, ob sich hier in Zukunft eine Anwendung ergibt.

  • 11 / 13
    Wann werden Fremdspenden eingesetzt, wann Eigenspenden?

    Für alle oben genannten Erkrankungen insbesondere die Transplantation bei Leukämie, Immundefekten und Knochenmarkserkrankungen, sind nur Fremdspenden geeignet. Diese werden meist über eine öffentliche Bank vermittelt, gelegentlich kann innerhalb einer Familie von Geschwistern für ein krankes Geschwister gespendet werden. Eigenspenden sind in diesem Zusammenhang nicht sinnvoll, da für die Krankheiten, die mit einer Eigenspende behandelt werden können, auch die normalen Blutstammzellen des Patienten jederzeit verwendet werden können.

  • 12 / 13
    Wo liegen die Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Spenderbanken?

    Öffentliche Banken lagern Stammzellen für die Allgemeinheit und die Fremdspende ein. Private Banken sind meistens auf die Aufbewahrung der Stammzellen für den Eigengebrauch ausgerichtet. Oft wird argumentiert, dass die öffentlichen Banken im Gegensatz zu den privaten Banken viele gesammelte Nabelschnurblutstammzellproben wegwerfen. Der Grund ist hier, dass die Proben, die in öffentlichen Banken gelagert sind, den höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden müssen, damit der Erfolg einer Transplantation weitestgehend gewährleistet ist. Alles was diesen Sicherheitsansprüchen nicht genügt, wird verworfen.

  • 13 / 13
    Welche Kosten entstehen und wer übernimmt sie?

    Für die Einlagerung in öffentlichen Banken entstehen keine Kosten, bei der  Einlagerung in privaten Banken fallen regelmäßige Kosten für die Eltern an.


Alternativ dazu können Sie das Blut der Nabelschnur aber auch für sich selbst konservieren lassen. In Deutschland stehen Ihnen dazu sechs private Stammzellenbanken zur Verfügung, Nabelschnurblut einzufrieren. Das kostet allerdings einige Tausend Euro. Da man aber nicht weiß, ob das Kind erkrankt und ob eine Therapie mit den eigenen Stammzellen dann möglich ist, wird diese Möglichkeit immer noch kontrovers duiskutiert. Allerdings ist man sich einig, dass das Nabelschnurblut definitiv zu wertvoll ist, um es einfach in den Klinikabfall zu schmeißen.

Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, die Nabelschnur und die Plazenta nach Hause mitnehmen. Es gibt den Brauch, sie einzugraben und darüber einen Baum zu pflanzen – den Lebensbaum des Kindes.

 Das könnte Sie interessieren: Muss ich meine Plazenta essen?

Viele Frauen feiern die Plazenta als Wundermittel gegen allerlei Probleme. Doch wie viel steckt wirklich hinter dem Mythos?


Die richtige Pflege der Nabelschnurwunde

Kurz nach dem ersten Atemzug des Babys wird die Nabelschnur durchtrennt. Es bleibt eine Wunde - und die will gut versorgt sein. Einfache Mittel sind dabei allerdings das Beste. Cremes oder andere Pflege-Produkte sind nicht nötig. Die Nabelschnur wird sich nach einer gewissen Zeit ganz von alleine ablösen. Bemerken Sie jedoch, dass die Nabelgegend gerötet, geschwollen oder gar eitrig ist, fragen Sie Ihre Hebamme oder Kinderarzt um Rat.

➤ Schutz
: Der Nabelschnur-Rest trocknet meist von selbst ein. Manchmal wird ein kleiner Mullverband um die trocknende Nabelschnur gebunden, damit sie nicht auf der zarten Babyhaut scheuert. Das macht die Hebamme.

➤ Luft tut gut: An den Nabel sollte viel Luft kommen: Also den Säugling so oft es geht, nackt strampeln lassen. Der Nabel darf auch nicht von der Windel bedeckt sein.

Nabelpflege: Nach zehn Tagen löst sich der Nabelschnurrest ab. Ist die verbleibende Wunde etwas schmierig, kann sie mit Calendula-Essenz oder etwas Muttermilch abgetupft werden.

 Das könnte Sie interessieren: Pflege des Babys

Babyhaut ist empfindlich, das gilt es bei ihrer Pflege zu beachten. Infos und Tipps zur Pflege in den ersten Monaten.



mehr zum Thema
Gesundheitstipps Säugling Schwangerschaftswochen Babypflege