Nabelschnurvorfall & Co - Was kann schief gehen?

Die Nabelschnur ist leider nicht immer perfekt. Die direkte Versorgung über den Blutkreislauf der Mutter bringt auch Gefahren mit sich, bis hin zum Nabelschnurvorfall.


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Bereits zu dem Zeitpunkt, in dem aus dem Ei eine Kugel aus gut 100 Zellen entstanden ist, die sich nun in die Gebärmutter einnistet, geht es mit den Bauarbeiten für die Nabelschnur los. Die Hülle des Embryos verwächst mit der Gebärmutterschleimhaut und bildet die Plazenta. Nach und nach bilden sich darin kleine, mit Blut gefüllte Hohlräume, aus denen später die Blutgefäße der Nabelschnur werden. Am Ende der 4. SSW - da ist der Embryo gerade einmal vier Millimeter groß - sind die ersten Strukturen zu erkennen, das Herz beginnt zu schlagen. Das ist der Moment, ab dem das ungeborene Baby über die Nabelschnur versorgt wird.

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Innerhalb der nächsten Wochen wächst die Nabelschnur zu einer Länge von einem halben bis einem ganzen Meter heran. Im Ultraschall kann man auf machen Bildern sehen, wie das Baby mit der Nabelschnur spielt. Ungefähr ab der 20. SSW beginnt der Fötus, nach der Nabelschnur zu greifen, sie zu drücken, sich an ihr festzuhalten oder gar auf ihr herumzukauen. Durch ihre Spiralform ist die Nabelschnur sehr dehnbar und ist mit einer Sulzschicht überzogen. Sobald sich das Baby im Bauch der Mutter dreht und auf die Nabelschnur legt, glitscht der Strang einfach weg und schwimmt wieder frei herum.

Nabelschnur im Ultraschall

Die Nabelschnur im Ultraschall in der 22. SSW


© vision net ag
Trotzdem kann es auch mal zu regelrechten Verwicklungen der Nabelschnur kommen. In seltenen Fällen kann es passieren, dass sich die Nabelschnur bei der Geburt verklemmt oder abgepresst wird. Und zwar dann, wenn die Fruchtblase frühzeitig platzt und sich die Nabelschnur vor den Kopf des Kindes in den Geburtskanal legt. Das nennt sich auch Nabelschnurvorfall. Der Arzt versucht dann, das Baby sofort mit einem Kaiserschnitt zu holen oder den Kopf durch die Scheide etwas zurückzuschieben. So kann er eine ernste Gefährdung des Babys in den allermeisten Fällen vermeiden.
Nabelschnurvorfall, Rauchen und Alkohol

Trotz solcher möglichen Komplikationen bei der Geburt liegen die eigentlichen Risiken in der Zeit davor. Denn so genial die Nabelschnur und die Plazenta auch konstruiert sind - hundertprozentig perfekt ist das System nicht. Etliche Gifte wie etwa Nikotin, aber auch Medikamente gehen ungefiltert ins Blut des Babys über. Das größte Problem aber ist Alkohol, der die geistige Entwicklung hemmt sowie körperliche Fehlbildungen bei Kindern versursacht. Rauchen erhöht die Gefahr einer Früh- oder Fehlgeburt. Deshalb sind Alkohol und Rauchen in der Schwangerschaft gerade im ersten Trimester besonders gefährlich für die Gesundheit des Babys.

Ein weiterer Risikoherd ist der Rhesusfaktor von Mutter und Kind. Normalerweise hat das keinen Einfluss auf die Gesundheit. In einem bestimmten Fall der Schwangerschaft aber schon: Ist die Mutter Rhesus-negativ und der Fötus Rhesus-positiv, kann es sein, dass sie - meist erst kurz vor der Geburt - Antikörper gegen die roten Blutkörperchen des Kindes bildet.

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Für das erste Baby ist das in der Regel harmlos. Wird die Frau jedoch zum zweiten Mal mit einem Rhesus-positiven Kind schwanger, wird es riskant. Allerdings können Mediziner das heute verhindern. Stellt der Frauenarzt fest, dass die Mutter Rhesus-positiv und der Fötus Rhesus-negativ ist, kann er eine so genannte Anti-D-Prophylaxe vornehmen. Ein Risiko bei der nächsten Schwangerschaft ist dann so gut wie ausgeschlossen.

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