Verstopfung in der Schwangerschaft

Ein unangenehmes Thema, das aber leider viele Frauen während der Schwangerschaft plagt: Verstopfung. Wie es dazu kommt und was Sie dagegen machen können.


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Verstopfung in der Schwangerschaft

Ein verbreitetes Schwangerschaftsleiden: Verstopfung.


© iStock
Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Verstopfung (Obstipation) während der Schwangerschaft ist weit verbreitet. Ungefähr 44 Prozent aller schwangeren Frauen leiden an unregelmäßigem und hartenm Stuhlgang und dem Gefühl, sich nicht vollständig entleeren zu können. Die Ursachen dafür und Tipps, die dagegen helfen:
Was ist die Ursache von Verstopfung in der Schwangerschaft?

Verstopfung ist ein typisches Schwangerschaftsproblem, für das es verschiedene Ursachen gibt:

• Druck des wachsenden Uterus auf den Darmausgang
• Hormone (wie Porgesteron), die die Darmbeweglichkeit verlangsamen
• Weniger Bewegung
• Stress oder Ängste der werdenden Mutter
• Eisen als Nahrungsergänzungsmittel
• Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme

Meist nimmt die Verstopfung mit fortschreitender Schwangerschaft zu, da die Darmbeweglichkeit kontinuierlich abnimmt. So dauert es im ersten Schwangerschaftsdrittel von der Nahrung bis zum Stuhlgang zwischen 75 und 99 Stunden. Im zweiten Drittel kann der Transport bei Verstopfung schon zwischen 125 und 137 Stunden dauern.

Zusammen mit den oben genannten Faktoren können auch zunehmendes Alter der Schwangeren (über 35 Jahre) und ein höherer Body-Mass-Index die Wahrscheinlichkeit für eine Verstopfung erhöhen.
Das können Sie gegen Verstopfung in der Schwangerschaft tun

Es ist vor allem wichtig, sich genug Zeit für den Toilettengang zu nehmen. Gehen Sie gleich auf die Toilette, wenn Sie den ersten Druck verspüren. Versuchen Sie es am besten gleich morgens direkt nach dem Aufstehen und dann immer eine halbe Stunde nach den Mahlzeiten. Zur Verbeugung sollten Sie – auch wenn Sie nicht schwanger sind – auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von etwa zwei Litern am Tag achten und genügend Ballaststoffe, ungefähr 30 Gramm täglich, zu sich nehmen. Quellen für Ballaststoffe sind Vollkornprodukte, Obst und Gemüse.

Zusätzlich können folgende Tipps gegen Verstopfung in der Schwangerschaft helfen:

Regelmäßige Bewegung: Etwa 30 Minuten und bevorzugt an der frischen Luft – das tut werdender Mama und Baby gleichermaßen gut.
Vermeiden Sie schwerverdauliche, blähende Kost: Wie beispielsweise Kohl, Hülsenfrüchte oder Zwiebeln.
Vermeiden Sie verdauungshemmende Kost: Wie beispielsweise Weißmehlprodukte, Schokolade oder Bananen.
Essen Sie langsam: Kauen Sie Ihre Nahrung gut, denn die Verdauung fängt im Mund an.
Essen Sie Dörrobst: Trockenpflaumen oder –aprikosen sind ein beliebtes Hausmittel gegen Verstopfung.
Kleie, Flohsamen und Leinsamen bieten besonders viele Ballaststoffe: Mischen Sie sich ein bis zwei Teelöffel davon ins Müsli oder in den Joghurt. Wichtig: Dazu ausreichend Flüssigkeit trinken, sonst hat das Ganze den gegenteiligen Effekt.
Magnesium führt bei vielen Menschen schnell zu weicherem Stuhlgang: Halten Sie vor der Einnahme aber Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Sind Abführmittel in der Schwangerschaft erlaubt?

Auch wenn das Unwohlsein stark ausgeprägt ist: Bitte nehmen Sie während der Schwangerschaft nicht eigenständig irgendwelche Abführmittel. Falls Sie sehr unter der Verstopfung leiden, konsultieren Sie lieber Ihren Arzt. Dieser kann mit Ihnen besprechen, welche Schritte Sie gegen die Verstopfung unternehmen können.
Kann Verstopfung gefährlich werden?
Meist ist eine Verstopfung in der Schwangerschaft nur lästig und unbequem. Manchmal kann das verstärkte Pressen zu Hämorrhoiden führen, welche sehr schmerzhaft werden können. Versuchen Sie deshalb auch bei hartem Stuhlgang nicht zu pressen. Treten Hämorrhoiden auf, können Salben Linderung verschaffen. Die gute Nachricht: Nach der Entbindung verschwinden die Hämorrhoiden meist wieder.

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von Nicole Metz




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