Was müssen Gastfamilien beachten?


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Mit dem Au-pair kulturell austauschen

Au-pair bedeutet mehr als eine praktische Form der Kinderbetreuung. Eine andere Sprache, fremde Gewohnheiten, unbekannte Lieder und kulinarische Genüsse: Die jungen Leute bringen immer auch ein großes Stück ihrer Heimat mit in die Gastfamilie. Für Kinder bedeutet das gelebter kultureller Austausch. Sie lernen, tolerant auf Fremdes zuzugehen, und häufig auch, es als Bereicherung zu empfinden. Ein harmonisches Au-pair Verhältnis kann den Grundstein für lebenslange Offenheit gegenüber anderen Kulturen legen! Gerade ältere Kinder profitieren außerdem von der täglichen Plauderei in einer Fremdsprache. Hakt es in der Schule in Französisch? Warum nicht ein Au-pair aus Frankreich oder von der Elfenbeinküste? Doch das „Multikulti“-Leben in den eigenen vier Wänden klappt nicht immer reibungslos. Schwierig wird es meist, wenn Gastfamilien die Au-pair Idee nicht als Chance der interkulturellen Begegnung erkennen, sondern vor allem auf effiziente Hilfe im Haushalt hoffen. „Ergibt sich dann nicht schnell genug die gewünschte Entlastung“, so die Erfahrung von Heike Welzel, „verursachen die kulturellen Unterschiede und Sprachschwierigkeiten schnell Probleme.“ Das Au-pair Programm ist eine großartige Idee - doch nicht für jeden das Passende. Bevor man sich zur Aufnahme eines jungen Menschen entschließt, sollte man deshalb genau prüfen, ob dies für die eigene Familie wirklich die sinnvollste Form der Kinderbetreuung ist.

Ein Au-pair ist keine Haushaltsangestellte Als potenzielle Gastfamilie sollten Sie vor allem bedenken, dass ein Au-pair keine Hausangstellte ist - und Sie kein Arbeitgeber! Sie übernehmen Verantwortung für den jungen Menschen, der eine Weile mit Ihnen lebt. Au-pairs leiden anfangs häufig unter Heimweh und sind altersbedingt den anstrengenden Aufgaben bei der Kinderbetreuung und im Haushalt nicht sofort gewachsen, berichten Daniela Bergdolt und Katharina Högel. Ein „Problem“, das sich mit Verständnis, Toleranz und viel Geduld seitens der Gastfamilie meist schnell legt. Doch auch wenn Sie nach der Eingewöhnungsphase mit Entlastung rechnen können, ist ein Au-pair nur einige Stunden am Tag für leichte Aufgaben einsetzbar: Den Frühjahrsputz und die anstrengende Gartenarbeit müssen Sie weiter selbst erledigen. Der Familienrat sollte außerdem darüber debattieren, ob wirklich alle dazu bereit sind, einen fremden Menschen an der Privatsphäre teilnehmen zu lassen. Ein Au-pair wird immer da sein, auch wenn Sie Sonntagmorgens gerne im Schlafanzug frühstücken würden oder es mal Streit gibt - sicher nicht jedermanns Sache.

Ein Au-pair wünscht sich Familienanschluss Daniela Bergdolt und Katharina Högel berichten, dass der Wunsch nach Familienanschluss zu Anfang sehr groß ist. Mit der Zeit entwickeln die meisten Au-pairs dann ein eigenes Privatleben, finden Freunde, gehen vielleicht sogar eine Beziehung ein - ebenfalls eine Situation, die für Zündstoff sorgen kann. Planen Sie außerdem von Anfang an ein, dass Au-pairs aus Nicht-EU-Ländern sowie allen neuen EU-Mitgliedsstaaten maximal ein Jahr in Deutschland bleiben dürfen. Vor allem für kleine Kinder ist das manchmal schwierig: Der Abschied von dem lieb gewonnen Menschen fällt ihnen schwer, anders als bei einer Tagesmutter müssen sie sich im Ein-Jahres-Turnus auf neue Bezugspersonen einstellen.